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Neues Landeswaldgesetz stößt auf Kritik

Blumendorf Neues Landeswaldgesetz stößt auf Kritik

Forstbetriebsgemeinschaft Stormarn beklagt Einschränkung bei der Wahl der Baumarten — Im vergangenen Jahr hat der Holzpreis kräftig zugelegt — Insbesondere Eichenholz wird gut bezahlt.

Blumendorf. Wer mindestens 5000 Quadratmeter Wald besitzt, kann in die Forstbetriebsgemeinschaft Stormarn (FBG) eintreten. Der Interessenverband der Waldbesitzer hat sich 1972 gegründet und mittlerweile 247 Mitglieder, darunter auch Kommunen wie Bad Oldesloe oder Ahrensburg. Am Dienstag trafen sie sich zur Mitgliederversammlung auf Gut Blumendorf, wo der Vorsitzende Martin Freiherr von Jenisch Hausherr ist. Einerseits besteht für die Holzbauern wegen der gestiegenen Holzpreise Grund zur Freude, andererseits sehen sie die Vorbereitung eines neuen Landeswaldgesetzes, das die Baumwahl einschränkt, kritisch.

„Mit den Aufforstungen gehen wir einen Generationenvertrag ein. Die Ernte ist in 30 bis 50 Jahren.“ Hans-Caspar Graf zu Rantzau

Vorstand bestätigt

Die Forstbetriebsgemeinschaft Stormarn hat auf der Mitgliederversammlung am Dienstag einstimmig den bisherigen Vorstand wiedergewählt. Ihm gehören Jürgen Schoop, Martin Freiherr von Jenisch, Jan Richter und Otto Graf Kerssenbrock an. Martin Freiherr von Jenisch bleibt Vorsitzender, die Amtszeit des Vorstands beträgt vier Jahre.

Die Stormarner Waldbauern herrschen zusammen über knapp 3000 Hektar Waldfläche, die über die FBG vermarktet wird. „2015 liegt der Erlös aus dem Holzverkauf um gut 3000 Euro höher als im Vorjahr“, stellte Jenisch den Geschäftsbericht vor. So habe in 2015 der Holzerlös 558 005,20 Euro betragen, im Jahr davor lag er bei 442206,86 Euro. Für den guten Ertrag war vor allem das Eichenholz verantwortlich. „Eiche liegt im Trend“, so Jenisch, „der Festmeter hat hier 20 Euro mehr erbracht als im Vorjahr. Der beste Stamm lag bei 961 Euro.“ Als ertragreich hätten sich auch der Weihnachtsbaumverkauf mit 913 Stück und das Schnittgrün mit 1050 Kilo erwiesen. „Der Weihnachtsbaumverkauf soll angekurbelt werden“, kündigte er an. Er drückte die Hoffnung aus, dass der Holzverkauf sich weiter so gut entwickeln würde und auch wieder Zuschüsse für Aufforstungen fließen würden — die waren im Vorjahr wegen der Sturmschäden schwerpunktmäßig in den Norden gegangen.

Sorge macht den Forstbesitzern das neue Landeswaldgesetz, das in Vorbereitung ist. Darin wird für Aufforstungen „ein hinreichender Anteil standortheimischer Baumarten“ gefordert, heißt es in einem Gesetzesentwurf der Landesregierung vom 30. Dezember 2014. „Die Einschränkung bei der Baumartenwahl schränkt den wirtschaftlichen Faktor der Holzbauern ein“, kritisierte Hans-Caspar Graf zu Rantzau, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Waldbesitzerverbands. Mit heimischen Baumarten seien Laubhölzer gemeint, die Zukunft der Holzwirtschaft sehe er aber beim Nadelholz. „Nadelholz wächst doppelt so schnell und hat immer Konjunktur“, gab er zu bedenken. Zudem sei die lange Faser interessanter für die Holzverarbeitung, die auch bei Möbeln, Bauholz und Palettenbau auf Nadelhölzer setze. „Mit den Aufforstungen gehen wir einen Generationenvertrag ein“, sagte Rantzau, „die Ernte ist in 30 bis 50 Jahren. Bis zu 80 Prozent des eingesägten Holzes sind Nadelhölzer.“

Standortheimisch ist eine Baumart, wenn sich ihr jeweiliger Wuchsstandort im natürlichen Verbreitungsgebiet der betreffenden Art befindet oder in der Nacheiszeit befand, heißt es im Gesetzesentwurf weiter. Damit, so Rantzau, seien Eiche und Esche gemeint, die am Markt derzeit gute Erträge brächten, aber nur zwei Prozent des Umsatzes ausmachten. Nadelbaumarten seien zu bevorzugen, so sein Appell, die Politik gehe in die falsche Richtung. „Das ist Enteignung durch die Hintertür.“ Beim Brennholz sehe es dagegen anders aus. „Der Markt bricht weg", erklärte Rantzau und regte an, die Preise für Brennholz deutlich zu senken.

Kritisch sieht er auch das neue Jagdgesetz, das seit 2013 Grundstückseigentümern, die aus ethischen Gründen die Jagd ablehnen, die Möglichkeit gibt, ihre Grundstücke aus der Jagdfläche herausnehmen zu lassen. In Stormarn habe es bisher nur zwei Fälle gegeben, in denen davon Gebrauch gemacht wurde, sagte Geschäftsführer Heino Koch. „Dafür müssen aber triftige Gründe angegeben werden, entscheiden tut nach Abwägung die Jagdbehörde.“ Henrik Schwedt von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein stellte für das laufende Jahr eine Fördersumme von drei Millionen Euro in Aussicht, von denen ein Teil auch nach Stormarn gehen könnte.

Von Bettina Albrod

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