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Stormarn Neues Leben für den alten Friedhof
Lokales Stormarn Neues Leben für den alten Friedhof
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20:32 21.03.2017
Landschaftsarchitekt Frank Bellinger erläuterte die ursprüngliche Anlage des Friedhofs mit Lindenkranz und Kreuzweg.
Bad Oldesloe

Am Ende waren fast alle überzeugt: Auf der Bürgerversammlung am Montag waren bis auf einen alle für eine Sanierung des alten Friedhofs in Bad Oldesloe.

Oldesloer Bürger sprechen sich für Sanierung des kulturhistorisch wertvollen Geländes aus.

Dagmar Danke-Bayer (Grüne) stellte den Antrag, damit das Thema in die Stadtverordnetenversammlung geht. Mehr als 60 Bürgern waren ins Kultur- und Bildungszentrum gekommen, um sich über das Sanierungskonzept und seine Folgen zu informieren.

Denn Folgen wird es haben, wenn der historische Friedhof von 1823 – laut Landschaftsarchitekt Frank Bellinger mit Lindenkranz und Wegekreuz ein einmaliges Denkmal für die nordelbische Friedhofsanlage – in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt ist. Auf die Frage, wer denn nach der Sanierung für die Pflege verantwortlich ist, machte Denkmalschützerin Dr. Margita Meyer klar, dass hier die Bürger in Form von Förderverein, Baumpatenschaften oder eigenem Engagement gefragt seien. Auch für den Alltag hat es Folgen. „Ich appelliere an alle, dass dann nicht mehr die Trampelpfade, sondern die Wege benutzt werden“, sagte Bürgerworthalter Rainer Fehrmann.

Zuvor hatten Bellinger und sein Kollege Joachim Schnitter die Pläne vorgestellt, die die historische Anlage wieder erkennbar machen sollen. „Der Alte Friedhof ist ein Kulturdenkmal von besonderem Rang mitten in der Stadt, in dem viele Zeitschichten erhalten sind“, betonten sie. Die Landschaftsarchitekten wollen historische, ökologische und Freizeit-Aspekte mit ihrem Konzept bedenken. Museal sind das Torhaus von Chateauneuf, der Obelisk von 1871, die alten Grabsteine und der gemauerte Ehrenhain mit einer Skulptur von Richard Kuöhl, grüne Museen sind der alte Lindenkranz, der zu 50 Prozent erhalten ist, der alte Kreuzweg, der die Fläche in vier Quartiere unterteilt, und der Eichenwald am Ehrenhain.

Ihr Konzept sieht vor, das alte Muster wieder zum Vorschein zu bringen, den Lindenkranz zu vervollständigen und bis an die Trave zu führen, einen zweiten Eingang von der Trave aus zu schaffen sowie Lichtpunkte zur Orientierung zu setzen und eine Aussichtsplattform anzulegen, um die Nutzung attraktiver zu machen. „Der Friedhof liegt auf einer Höhe und kann nicht vollständig barrierefrei werden“, gab Schnitter zu bedenken. Die zwölf Prozent Steigung am Eingang Bahnhofstraße seien nicht zu überbrücken. Deshalb solle es einen zweiten Eingang geben, um den Park größtenteils barrierefrei zu machen. Auch innerhalb der Anlage blieben einzelne Wege schwer zugänglich. „Die Qualität des Ortes liegt in der Ruhe, sein Charakter soll erhalten bleiben“ sagte Schnitter.

Ökologisch hätten die Linden einen hohen Wert, führte Bellinger aus. „Hier nisten Vögel, Insekten und Fledermäuse.“ Das Gesträuch müsse gelichtet werden. Die vier Quartiere sollten mit Waldwiese, Parkwiese, Mähwiese und Frühblüherwiese in ihrem jetzigen Bild erhalten bleiben. Auch die Einzelgrabmale hätten hohen Wert.

„Ein Friedhof ist das Gedächtnis einer Stadt“, hob Denkmalpflegerin Margita Meyer hervor. „Der Friedhof wurde 1980 ins Denkmalbuch eingetragen.“ Unbedingt notwendig sei eine Hangsicherung zur Trave, die näher an den Friedhof herangerückt sei. „Der Raum soll gerettet und belebt werden, da sind wir offen für Ideen.“ Beispielsweise lüden die alten Grabstellen zu einer Geschichtswerkstatt über die Familien der Stadt ein. Infopunkte, Erinnerungsweg – hier könnten die Bürger Ideen einbringen. Meyer: „Der Erhaltungsauftrag vom Denkmalschutz muss aber eingehalten werden.“

Für die Finanzierung könnten Städtebaufördermittel beantragt werden. 820 000 Euro sind dafür bereit gestellt, von denen die Stadt nur ein Drittel bezahlen müsste. Für die Sanierung ist ein Beschluss der Politik nötig. Über Bürgerwerkstätten könnten sich die Oldesloer dann an der Planung beteiligen. Gearbeitet werden kann nur zwischen Oktober und März, Beginn wäre daher frühestens im Herbst.

Ehrenhain ist nicht frei zugänglich

Die Anlage des Ehrenhains mit der Figur des Künstlers Richard Kuöhl in der Mitte ist für Besucher des Alten Friedhofs nicht zugänglich. Nachdem die Anlage aufwendig saniert worden war, war es zu Vandalismus gekommen; unter anderem war die Skulptur beschädigt und verdreckt worden. Ein Besuch der Anlage ist möglich, wenn man sich vorher den Schlüssel dafür im Rathaus abholt.

Eine Teilsanierung des Friedhofs bekommt keine Fördermittel. Bezuschusst wird nur die Gesamtmaßnahme, wie sie das Konzept vorsieht.

Bettina Albrod

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