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Neues Meldesystem erfasst Leerstand

Bad Oldesloe Neues Meldesystem erfasst Leerstand

Das Oldesloer Mehrgenerationenhaus Oase will damit die Wohnungssuche von Flüchtlingen erleichtern.

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Leerstand — den sollte es nach Meinung von Serpil Midyatli, Gerd-Günter Finck und Andrea Kefrig-Blase in Bad Oldesloe nicht geben.

Quelle: dvd

Bad Oldesloe. Als erste Stadt in Schleswig-Holstein verfügt nun auch Bad Oldesloe über einen Leerstandsmelder. Mit Hilfe dieser Datenbank soll es leichter werden, Wohnraum für die Menschen aus Krisengebieten zu finden. Die Initiative, sich dem deutschlandweiten Netzwerk anzuschließen, ging vom Mehrgenerationenhaus Oase und Gerd-Günter Finck aus, der dort künftig in Mietsachen berät. Patin des Projekts ist Serpil Midyati, Landtagsabgeordnete und flüchtlingspolitische Sprecherin der SPD.

„Wer feststellt, dass Wohnungen über eine längere Zeit unbewohnt sind, kann sich registrieren und dies auf der Seite melden“, erklärt Finck. Namen von Vermietern würden selbstverständlich aus Datenschutzgründen nicht erfasst, um das gute Verhältnis zu ihnen nicht zu belasten.

Eine tatsächliche Handhabe gegen dauerhaften Leerstand wie in Hamburg oder Berlin gibt es indes in Bad Oldesloe nicht. Nachdem dort in großem Stil mit Wohnungen spekuliert worden war, was viele Hausbesetzungen zur Folge hatte, wurde in diesen Großstädten in den 1980er Jahren ein Gesetz zum Schutz und Erhalt von Wohnraum erlassen. In Bad Oldesloe basiert das neu eingeführte Meldesystem deshalb grundweg auf der Kooperationsbereitschaft der Vermieter. Finck ist aber überzeugt, dass es der Stadt mit den bereitgestellten Informationen über Leerstand leichter falle, gezielt Kontakt zu den Hauseigentümern aufzunehmen. Im persönlichen Gespräch lasse sich mancher vielleicht doch noch überzeugen, Flüchtlinge einziehen zu lassen. Die persönliche Ansprache könne eher etwas bewegen. Und letztlich gebe es viele gute Argumente dafür, die Stadt als Mieter zu gewinnen.

„Es gibt ja auch viele ältere Menschen, die allein in einem großen Haus leben, vermieten wollen und nicht wissen, wo sie sich melden können“, fügt Serpil Midyatli hinzu. Meist genügten kleinere Umbauten, um eine Wohnung abzutrennen. „Die Menschen dezentral unterzubringen, ist die schnellste und kostengünstigste Lösung“, sagt die Landtagsabgeordnete. Denn ein Platz in einer Sammelunterkunft koste 1000 Euro pro Monat. Darin eingeschlossen seien nicht nur Personalkosten und Verpflegung, sondern auch die Baukosten, da eine solche Unterbringungsmöglichkeit ja erst einmal geschaffen werden müsse. Zusätzlich sei es natürlich dringend nötig, in den sozialen Wohnungsbau zu investieren. Aber nicht nur das, ein Mix aus preislich gestaffelten Wohnungen sei günstiger, um die Integration zu befördern.

Letzteres hat auch Finck bewogen, eine Mietberatung in der Oase anzubieten. „Ohne Wohnung bekommt man keine Arbeit und ohne Arbeit gibt es keine Integration“, sagt er. Und ohne helfende Hand kämen Flüchtlinge wiederum bei der Suche nach einem Quartier nicht zurecht. Bei einigen Wohnungsgesellschaften müssten Bewerber ein sehr kompliziertes Verfahren durchlaufen, bevor sie als Kandidat für eine Wohnung in Betracht kommen. In einem Fall gelte es gar, acht Formblätter auszufüllen mit Stellungnahmen von der Schufa, dem früheren Vermieter und dem Arbeitgeber. Abgesehen davon fehle vielen die Erfahrung, was beim Abschluss eines Mietvertrags beachtet werden müsse.

Wider die Wohnungsnot
Der Leerstandsanzeiger soll helfen, dringend benötigten Wohnraum zu vermitteln und ist als nicht kommerzielle, parteipolitisch unabhängige Einrichtung gedacht. Unter der Internetadresse www.leerstandsmelder.de/Oldesloe können verfügbare Wohnungen eingetragen werden. Die Kosten für die Teilnahme an diesem System hat das Mehrgenerationenhaus Oase gezahlt.



Wohnungssuchende können sich mittwochs von 12.30 bis 14 Uhr oder nach Absprache in der Oase, Ratzeburger Straße 20 beraten lassen.

Dorothea von Dahlen

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