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„Nichts ist schöner als Motorradfahren“

Bad Oldesloe „Nichts ist schöner als Motorradfahren“

Der frühere Europameister Rolf Witthöft aus Bad Oldesloe gibt wertvolle Tipps zum Saisonstart.

Bad Oldesloe. „Ich habe selbst einen gehörigen Schrecken bekommen über die gewaltige Beschleunigungskraft“, sagt Rolf Witthöft. Der mehrmalige Europameister und Deutscher Meister aus Bad Oldesloe ist am vergangenen Sonntag erstmals nach einer langen Winterpause wieder auf ein Motorrad gestiegen. Er rät allen Bikern zum Start in die neue Saison: „Man sollte erneut kräftig üben.“

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Der frühere Europameister Rolf Witthöft aus Bad Oldesloe gibt wertvolle Tipps zum Saisonstart.

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Der 71-Jährige ist mit Motorrädern aufgewachsen. Schon vor rund 60 Jahren habe er seine ersten Fahrversuche unternommen. „Das war allerdings auch nicht ganz legal. Aber das waren auch andere Zeiten“, erinnert sich der erfolgreiche Enduro-Motorsportler.

Nicht geändert haben sich dagegen die notwendigen Voraussetzungen — denn jedes Zweirad müsse technisch in Ordnung sein: „Es muss perfekt sein.“ Vor der ersten Tour sollte der Zustand der Reifen überprüft werden, auch die Bremsen müssten auf jeden Fall einwandfrei funktionieren. „Dass die Lichtanlage in Ordnung ist, gilt als Selbstverständlichkeit. Gut wäre es auch, wenn der Zustand des Motorrades im Frühjahr bei einer Inspektion noch einmal kontrolliert wird“, sagt Rolf Witthöft.

Und selbst wenn alle technischen Probleme behoben sind, kommt es für den mehrfachen Titelträger auf nationaler und internationaler Ebene in unterschiedlichen Hubraumklassen immer noch ganz entscheidend auf den Fahrer selbst an. „Als ich am vergangenen Sonntag erstmals wieder mit einer 100-PS-Maschine unterwegs war, da ist mir schnell klar geworden: ich sollte üben. Auch ich muss dann bei null anfangen“, lauten die Erkenntnisse der Routiniers.

Rolf Witthöft hat deshalb wieder wie zu Beginn jeder Saison seine Ausweich- und Bremsmanöver intensiv trainiert: „Man muss sich an sein Motorrad ganz langsam herantasten. Das ist unbedingt notwendig, weil es ja während des Winters mehrere Monate nicht benutzt wurde.“ Diese intensiven Übungen, auch unter Anleitung und Aufsicht eines qualifizierten Trainers, seien eine gute Grundlage, um problemlos die ersten Runden zu drehen: „Und das Training in einer Gruppe bringt außerdem noch mehr Spaß“, sagt er.

Vor allem die ersten Tage nach dem Saisonstart sind nach den Erfahrungen die gefährlichsten. Angesichts der aktuellen Temperaturen „sind die Straßen noch kalt“, mahnt Rolf Witthöft. Damit sei die Haftung der Reifen nicht optimal: „Dann kommt es leider immer wieder zu diesen schlimmen Unfällen, und wir alle kennen die schrecklichen Bilder mit den total zerstörten Motorrädern.“

Unverständnis und Kopfschütteln löst bei dem 71-Jährigen auch das Verhalten von Bikern aus, die offensichtlich aus purem Übermut mit schier unglaublichen Geschwindigkeiten über die Straßen jagen — und dies selbst innerhalb geschlossener Ortschaften: „Da reicht ein kleiner Fahrfehler aus. Oder auch nur, wenn aus einer Einfahrt ein anderes Fahrzeug auf die Straße rollt — die Folge ist ein schwerer Unfall mit kaum vorhersehbaren Folgen.“

Motorradfahrer, so Rolf Witthöft, müssten sich ständig vor Augen führen, dass sie im Straßenverkehr zu den schwächeren Teilnehmern gehörten. Daran könnten auch Helm und Schutzkleidung kaum etwas ändern. „Ein Motorradfahrer muss für den anderen mitdenken und sich stets darüber im klaren sein, dass Autofahrer Fehler machen können“, so Rolf Witthöft.

Der Oldesloer freut sich auf die neue Bikersaison mit hoffentlich vielen abwechslungsreichen Touren. „Ein Motorrad ist ein Freizeitgerät mit Abenteuerqualität“, spricht Rolf Witthöft vielen Gleichgesinnten aus der Seele. Außerdem sei dies ein Hobby, das sich viele leisten könnten. „Und es gibt nichts Schöneres als Motorradfahren“, hat Rolf Witthöft immer wieder festgestellt.

Mehr Sicherheit auf dem Übungsgelände gewinnen

„Leider waren an den ersten sonnigen Tagen dieses Jahres auch schon wieder schwere Verkehrsunfälle mit Motorradfahrern zu beklagen“, erklärt Kay-Uwe Güsmer von der Polizeidirektion Ratzeburg, die auch für den Kreis Stormarn zuständig ist.

Gründe seien häufig eine allgemein zu hohe oder den Straßen- und Witterungsverhältnissen nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Fehler beim Überholen, betonte Güsmer. „Auch Kreuzungs- und Einmündungsbereiche sind für Motorradfahrer gefährlich, da sie dort oft von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen werden und ihnen somit die Vorfahrt genommen wird“, berichtet Güsmer.

In solchen Situationen können Biker von den während des Fahrtrainings gemachten Erfahrungen profitieren. In Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht bietet die Polizei auch in diesem Jahr wieder ein entsprechendes Training an. „Das machen wir schon seit Jahren, und die Rückmeldungen der Biker dazu sind durchweg positiv“, sagt Verkehrsexperte Güsmer.

Am 16., 17. und 30. April, am 7., 22., 28., 29. und 30. Mai, am 4. und 5. Juni sowie am 2. Juli laufen im Ausbildungspark Lübeck, Am Flugplatz 4, in Lübeck die Grundkurse (95 Euro), die jeweils acht Stunden von 9 bis 17 Uhr dauern. Am 8. Mai wird außerdem ein Aufbaukursus veranstaltet (120 Euro). Trainingsinhalte sind unter anderem das Erkennen typischer Unfallsituationen, das Verbessern des Handlings durch Langsamfahren im Stop-and-Go-Verkehr, enges Wenden auf der Straße, Slalom fahren, plötzliches schnelles Ausweichen mit Lenkimpulstechnik bei Hindernissen sowie gebremstes Ausweichen mit ABS-Technik.

Auf dem Travering in Bad Oldesloe darf ohne Führerschein ab 16 Jahren Auto-und Motorradfahren geübt werden, ebenso Personen ab Vollendung des 13. Lebensjahres mit dem Mofa für den Erwerb des Mofa-Führerscheins. Üben können auch Motorradfahrer, die ihr Fahrzeug längere Zeit nicht im öffentlichen Straßenverkehr bewegt haben und sich unsicher fühlen. Der Travering bietet vielfältige Möglichkeiten: Steigungen bis 28 Prozent, Fahren auf zweispurigen ampelgeregelten Straßen oder Üben im Kreisverkehr. Das Areal ist freitags von 14 bis 18 Uhr sowie sonnabends, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Weitere Termine unter Telefon 04531/85411 oder 0171/5246603.

Von Michael Thormählen

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