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Stormarn Niedrige Zinsen: Kein Grund für neue Schulden
Lokales Stormarn Niedrige Zinsen: Kein Grund für neue Schulden
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10:02 05.08.2016
„Wir müssen weiterhin Zinsen aufbringen. Ein Null-Zins-Angebot ist mir bisher noch nicht untergekommen", sagt Gerd-Heinrich Riemann, Kämmerer in Reinfeld.

Die Zinsen nähern sich fast der Nulllinie, und Banken könnten Geld fast im Überfluss vergeben. Da mag es eine Ironie des Schicksals sein, dass Kommunen in Stormarn in diesem Jahr ohne eine weitere Verschuldung über die Runden kommen wollen. „Wir wollen 2016 eigentlich ohne neue Kredite auskommen“, betonen die beiden Kämmerer in Bad Oldesloe und Reinfeld, Mandy Treetzen und Gerd-Heinrich Riemann.

Unsicherheitsfaktoren gebe es immer bei der Aufstellung eines kommunalen Haushaltes, weil sich Einnahmen und Ausgaben doch anders als zunächst vorhersehbar entwickelten. „Wir haben für das laufende Jahr einen ausgeglichenen Etat verabschiedet“, erläutert Gerd-Heinrich Riemann, Fachbereichsleiter für Finanzen im Reinfelder Rathaus. Deshalb sei bislang nicht vorgesehen, neue Schulden zu machen: „Wir haben die bisher letzten Kredite im Jahr 2010 aufgenommen.“

Ohne eine weitere Verschuldung will die Stadt auch die kommenden Jahre finanziell über die Runden kommen – so sieht es nämlich die aktuelle Finanzplanung vor. „Wir planen größere Vorhaben, die wir nach Möglichkeit mit eigenen Mitteln finanzieren wollen“, sagt der Kämmerer. Die Stadt gehe davon aus, auf erhebliche Zuschüsse zurückgreifen zu können. Gerd-Heinrich Riemann: „Wir prüfen dabei die Rahmenbedingungen.“ Dies sei auch beim Projekt zugunsten der künftigen Rettungswache der Fall.

Immerhin schiebt Reinfeld noch Verbindlichkeiten aus anderen Vorhaben in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro vor sich her. „Diese Altkredite müssen wir natürlich weiterhin bedienen“, so der Kämmerer.

Sollten Teile davon abgelöst werden können, „prüfen wir die günstigsten Konditionen, die uns von den Banken angeboten werden“. Die Bedingungen für Zinsbelastungen wollte der Finanz-Bereichsleiter nicht nennen: „Wir müssen allerdings weiterhin Zinsen aufbringen. Ein Null-Zins-Angebot ist mir bisher noch nicht untergekommen.“

Bei dem größten Teil der Verbindlichkeiten – rund fünf Millionen Euro – geht es um Belastungen, bei denen private Partner mit im Boot sind, so unter anderem bei der Erweiterung der Immanuel-Kant-Schule. Hier sei bei der Finanzierung eine längere Laufzeit vereinbar worden, so Gerd-Heinrich Riemann. Da sei es schwieriger, mit Banken neue Konditionen auszuhandeln, weil die Geldgeber nicht auf die vereinbarten Zinseinnahmen verzichten wollen.

Auch Bad Oldesloe will nach den Worten der Fachbereichsleiterin für Finanzen, Mandy Treetzen, in diesem Jahr ohne neue Schulden auskommen. Immerhin sei bei der Verabschiedung des Haushaltes für das laufende Jahr auch beschlossen worden, durchaus Kredite in Höhe von 8,2 Millionen Euro aufzunehmen. Und sollte es dazu kommen, so die Kämmerin, wolle sich auch die Stadt die aktuell sehr günstigen Zinsbedingungen unbedingt sichern. Das müsse bei der Verabschiedung eines Nachtragshaushaltes in Bad Oldesloe entschieden werden.

Zu Beginn des Jahres stand die Stadt noch mit 3,2 Millionen Euro in der Kreide. „Die können wir aber zurzeit nicht umschulden“, erklärt Mandy Treetzen. Sollte ein Kredit das Ende der vereinbarten Laufzeit erreichen, könnte er möglicherweise getilgt oder dank der niedrigen Zinsen verlängert werden. „Denn Festgeld anzulegen, das rechnet sich auch nicht“, erläutert die Kämmerin.

 Michael Thormählen

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