Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Noch einmal Karpfen Blau, bitte
Lokales Stormarn Noch einmal Karpfen Blau, bitte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:21 27.09.2013
Wolfgang Tietgen bediente den jetzigen Bürgervorsteher Gerd Herrmann (l.) und seinen Vorgänger Hans-Peter Lippardt. Der eine in der SPD, der andere in der CDU, aber bei der Wertschätzung des Reinfelder Karpfens sind sie stets einer Meinung: „Der ist etwas ganz Feines.“ Quelle: Fotos: ukk
Reinfeld

Für Stormarns neuen Kreispräsidenten Hans-Werner Harmuth war es eine Premiere — und für Reinfelds neuen Bürgervorsteher in einem Sinne auch: Denn Gerd Herrmann musste die Stadt bei der jüngsten Karpfenprobe erstmals nach außen repräsentieren.

Der Unterschied zwischen beiden war nur, dass Herrmann als echter Reinfelder bereits Erfahrungen mit dem Wappentier der Stadt hatte. Der Kreispräsident nicht. Von Reinfeld kennt er eigentlich nur den Fußballplatz, weil sein Sohn dort bisweilen spielt. „Ich habe noch nie Karpfen gegessen“, sagte Harmuth zur Begrüßung der etwa 70 geladenen Gäste.

Insofern kann er als glaubhafter Zeuge eingeführt werden, wenn es darum geht, die Qualität und den Geschmack des in Reinfeld erzeugten Holsteiner Karpfens zu unterstreichen. Harmuths Kommentar nach Zucchinisuppe mit Streifen von gebratenem Karpfenfilet und Claudius-Karpfen Blau mit zerlassener Butter, Sahne, geriebenem Merrettich und Salzkartoffeln: „Ich weiß nicht, warum ich 40 Jahre lang keinen Karpfen gegessen habe. Danke für dieses tolle Essen.“

Damit bestätigte er, was Stormarns oberster Veterinär Dr. Paul-Gerhard Domke aus wissenschaftlicher Sicht beschrieb. Er hatte einen 1813 Gramm schweren, 43 Zentimeter langen dreijährigen Fisch aus der Teichwirtschaft von Fischwirt Rüdiger Wenskus entnehmen und an das Landeslabor Schleswig-Holstein in Neumünster weiterleiten lassen.

Die Untersuchung des Tieres erbrachte, wie erwartet, einmal mehr ein hervorragendes Ergebnis. Der Fettgehalt der Rückenmuskulatur lag gerade mal bei vier Prozent. „Der Reinfelder Karpfen“, stellte der Veterinär zusammenfassend fest, „weist in diesem Jahr eine ganz besonders gute Qualität auf.“ Und das, obwohl die klimatischen Bedingungen im Winter und im Sommer auch für Reinfelds Karpfen nicht die idealsten waren. Domke sieht jetzt „eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Karpfensaison.“

Die Gundlagen dafür haben die Stadt und der Wirteverein als Gastgeber bei dieser jüngsten Probe schonmal gelegt. Küche und Kellner im Forsthaus Bolande gaben alles im renovierten Gästezimmer. Anders als vor zwei Jahren standen die Tische nicht in Reihen, sondern waren locker über die Fläche verteilt. Oberkellner Wolfgang Tietgen und seine Kolleginnen bemühten sich um ihre vielen Gäste, reichten reichlich Karpfen nach. Dazu gab es trockene und halbtrockene Qualitätsweine.

Hinzu kamen die von Radiosatiriker Richard Berkowski organisierten Hamburger Hafenmusikanten um den Ohnsorg-Schauspieler Jasper Vogt. Sie machten unter anderem mit dem Lied vom Äppelklauen mächtig gute Stimmung bei den Gästen, die aus den Partnerstädten Kaliska und Neubukow und aus ganz Stormarn angereist waren. Stormarns Dehoga-Chef Axel Strehl war dabei genauso wie der gerade bestätigte christdemokratische Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens.

Und einer war gekommen, der diesmal in aller Ruhe und ohne Festrede seine Leibspeise genießen konnte: Reinfelds ehemaliger Bürgervorsteher Hans-Peter Lippardt. „Wichtig ist, wer da ist“, hatte sein Nachfolger Gerd Herrmann zur Begrüßung gesagt. „Und wer wichtig ist, ist da.“

Ohne Britta Lammert und Silke Caro aus dem Rathaus, betonte der Bürgervorsteher, wäre dieses traditionelle gesellschaftliche Ereignis gar nicht möglich geworden. Und ohne Teichwirt und -wirtin Alfred und Annegret Wenskus schon gar nicht. „Machen sie weiter so“, ermunterte Herrmann die beiden Produzenten von „Reinfelds Alleinstellungsmerkmal, das sich mit Flossen fortbewegt“.

Uwe Krog

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gottesdienste in geschmückten Räumen.

27.09.2013

Eigentlich sehen es die Wirtsleute Anja und Guido Freyer lieber, wenn die Gäste zu ihnen kommen, anstatt den Karpfen in der eigenen Küche zuzubereiten.

27.09.2013

Nichtöffentliche Anhörung nach dem Bergrecht beginnt. Ergebnis erst im Sommer.

27.09.2013