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Stormarn Nordstormarn hat einen neuen Bauamtsleiter
Lokales Stormarn Nordstormarn hat einen neuen Bauamtsleiter
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13:16 09.01.2019
Thomas Reinertz ist der neue Bauamtsleiter im Amt Nordstormarn. Er will auf nachhaltige Projekte und Kooperationen setzen. Quelle: Britta Matzen
Reinfeld

Er ist noch ganz frisch im Amt: Am 2. Januar hat Thomas Reinertz seine Stelle als Bauamtsleiter angetreten. Sein Vorgänger Peter Mowka war 2018 nach Timmendorfer Strand gewechselt. „Ich freue mich, dass ich jetzt in meiner Wahlheimat auch arbeiten kann“, sagt der 53-jährige Neuzugang, der seit 2010 in Zarpen zu Hause ist, aber beruflich immer auf Achse war. Zuletzt war der ausgebildete Stadt- und Regionalplaner auf der nordfriesischen Insel Föhr im Einsatz. „Mein Zuhause habe ich nur nachts und am Wochenende gesehen“, so der neue Abteilungsleiter im Nordstormarner Bauamt. „Jetzt kann ich auch mal mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Das habe ich mir zumindest ab dem Frühjahr vorgenommen.“

Ein Westfale im Norden

Ursprünglich kommt Reinertz aus Solingen in Westfalen. Seine Ausbildung als Stadt-und Regionalplaner absolvierte er an der Technischen Universität in Berlin. „Meine berufliche Tätigkeit habe ich zunächst in den neuen Bundesländern aufgenommen, ganz zu Beginn als Sachbearbeiter im Bau-Ordnungsamt im Landkreis Havelland. Ich bin aber recht schnell in die Stadt Nauen gewechselt, wo ich das Bauamt geleitet habe.“ Nach sieben Jahren zog es ihn in die Privatwirtschaft, wo er hauptsächlich in der Städtebauförderung tätig war – in verschiedenen Gemeinden von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen.

Vor zehn Jahren verschlug es Reinertz beruflich in den Norden. Er wurde er in den Gemeinden und Städten Schleswig-Holsteins tätig und bediente dabei ein breites Spektrum. „Ich habe die Wettbewerbe und Auftragsvergaben für den Kleinen Kiel-Kanal vorbereitet, die Sanierung vom Stadthafen Wedel habe ich begleitet, das Sanierungsgebiet der Pinneberger Innenstadt, nur um ein paar Beispiele zu nennen“, so Reinertz. Auch bei den Anfängen des Bad Oldesloer KuBs war der neue Nordstormarner Bauamtsleiter dabei. Zuletzt war er mit der energetischen Quartierssanierung von vier Dörfern auf der Insel Föhr betraut.

Die ersten zwei Jahre seiner schleswig-holsteinischen Tätigkeit pendelte Thomas Reinertz noch von Berlin. „Dann habe ich mir ganz bewusst den Standort Nordstormarn zum Leben ausgesucht. Erstes Kriterium: Verkehrsgünstige Lage in der Metropolregion, zweites Kriterium ist die wunderschöne Landschaft, und das dritte Kriterium ist für mich ein bezahlbares Preis-Leistungs-Verhältnis, was man hier noch vorfinden kann.“

Nachhaltige Projekte und kooperatives Denken

Auf sein neues Aufgabenfeld freut sich der Bauamtsleiter sehr. Das Investitionsprogramm für 2019 stehe durch die Haushaltsplanung bereits fest. „Da gehe ich von routinierten Abläufen aus. Aber vom Grundsatz her lege ich Wert auf zwei Dinge: Ich möchte, dass die Projekte, die wir durchführen, nachhaltig sind. Das heißt, dass wir zeitlich im Sinne der Daseinsvorsorge nachhaltig denken. Die Kindertagesstättenplätze, die wir heute bauen, die brauchen wir in drei bis sechs Jahren spätestens als Schulplätze. Aus dieser Generation werden Arbeitsplätze und Bedürfnisse für das Leben im Alter erwachsen.“

Bauprojekte für 2019

In Badendorf wird 2019 ein neues Baugebiet ausgewiesen. 19 Grundstücke werden erschlossen. Auch für Heidekamp gibt es einen B-Plan für 15 Grundstücke, davon vier Doppelhaushälften. Der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan steht. Es ist vorgesehen, dass in diesem Jahr die entsprechenden Erschließungsarbeiten durchgeführt werden können – also Straßenbau und technische Erschließung mit Strom-, Wasser- und Abwasserversorgung. „Es gibt sehr großes Interesse an den Baugrundstücken“, teilt das Amt Nordstormarn mit.

In Stubbendorf (Gemeinde Wesenberg) wird der Neubau für die Erweiterung des Kindergartens Mäuseburg fertiggestellt. Außerdem sollen Investitionen in Straßen und Wege zur Erhaltung der kommunalen Infrastruktur stattfinden. „Wir haben eine ganze Liste an Straßenbauprojekten angemeldet und hoffen, dass wir entsprechende Zuschläge für die Förderung bekommen“, sagt Amtsleiter Stefan Wulf. Bis auf Heidekamp, Klein Wesenberg und Mönkhagen haben alle Nordstormarner Gemeinden Förderanträge gestellt, um die Straßenbaumaßnahmen zu 60 Prozent nach dem Finanzausgleichsgesetz gefördert zu bekommen. Es sind Gesamtkosten in der Antragsphase von runden einer halben Million Euro. Das Amt rechnet im ersten Quartal mit den ersten Förderbestätigungen.

„Dann müssen wir die Marktsituation abwarten. Im Moment ist die Auslastung nicht nur der Handwerksfirmen, sondern auch der Tiefbaufirmen sehr groß. Teilweise kommt es auch zu Baumaterialschwierigkeiten“, so Bauamtsleiter Thomas Reinertz. Bei der Ausschreibung werde sich zeigen, wie der Rücklauf sei, ob man Baufirmen bekomme – und wenn ja, zu welchen Preisen.

Kooperatives Denken sei der zweite Punkt, auf den er Wert lege. „Das heißt nachbarschaftlich auch über die Gemeindegrenzen jeweils hinaus zu denken. Wie eine gute Nachbarschaft funktionieren kann, so kann das auch zwischen den Gemeinden funktionieren“, so das Credo des Bauamtsleiters. Gute Ansätze seien Kindertagesstätten- und Schulkooperationen. Daneben seien auch Verbandskooperationen möglich. „Diese Ansätze sind in Zukunft noch ausbaufähig. Ich glaube auch, dass man weitere Bereiche erschließen und gemeinsam mehr erreichen kann.“ Reinertz freut sich darauf, die Bürgermeister entsprechend beraten zu können.

Alle Fördermöglichkeiten ausschöpfen

Auch beim Thema Förderung möchte der neue Bauamtsleiter alle Möglichkeiten ausschöpfen. „Es gibt eine große Breite neuer Fördertendenzen, das sind im Wesentlichen energetische und klimatische Förderungen, die der Bundesregierung sehr wichtig sind, zumal sie die Klimaziele eigentlich verfehlt hat und deshalb verstärkte Anstrengungen vornehmen muss.“

Einzelne Ansätze seien in den Gemeinden Westerau und Hamberge bereits realisiert worden. „In Hamberge ist es die Sporthallenbeleuchtung. In Westerau ist ein energetisches Quartierskonzept entwickelt worden – unter anderem mit dem Schwerpunkt, dort eventuell eine Nahwärme einzurichten. Das Konzept wurde erstellt, nun muss man sehen, wie man das umsetzen kann“, so Reinertz.

Auf Föhr habe er bereits Erfahrungen auf ähnlichem Gebiet gesammelt.

An seinem zweiten Arbeitstag im Amt Nordstormarn habe er bereits Kontakt zum Deutschen Institut für Urbanistik aufgenommen. Eventuell gebe es eine Fördermöglichkeit für Abwasserbeseitigungsanlagen, so die gute Nachricht. Man müsse nun prüfen, ob das für die ein oder andere Gemeinde passe oder ob es vielleicht ein Thema für eine übergemeindliche Zusammenarbeit sei.

Aufgaben warten auf jeden Fall genug auf den neuen Bauamtsleiter. „Es sind alles keine kurzfristigen Projekte, wir reden da über recht langfristige Entwicklungszeiträume nicht unter fünf Jahren. Aber die Grundsteine werden jetzt gelegt. Jetzt gibt es die Förderungen für die Sachen, die innovativ angegangen werden.“ Deshalb sei es besser, vorausschauend zu arbeiten.

Im Bauamt hat Thomas Reinertz fünf Mitarbeiter, außerdem steht er dem Bauhof vor mit sechs Beschäftigten. Reinertz ist verheiratet, seine Hobbys sind Fußball und Fotografieren.

Britta Matzen

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