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Norovirus: 35 Verdachtsfälle in Stormarner Seniorenheim

Barsbüttel Norovirus: 35 Verdachtsfälle in Stormarner Seniorenheim

Wegen des Infektionsverdachts wurden zunächst vier Bewohner ins Krankenhaus gebracht. 20 weitere kamen auf eine Isolierstation. Das Virus ist besonders langlebig und Hygiene ist der beste Schutz.

Die Rettungskräfte trugen Schutzanzüge, mehrere Personen mussten in Krankenhäuser gebracht werden.

Quelle: Christoph Leimig

Barsbüttel. Inzwischen ist die Zahl der Erkrankten auf 35 Fälle gestiegen, von denen zehn im Krankenhaus behandelt werden. Weil Verdacht auf eine Norovirus-Infektion besteht, wurde das Gesundheitsamt eingeschaltet.

„Bei einigen Bewohnern besteht der Verdacht auf eine Noro-Virus-Infektion“, bestätigt Thorsten Garves, Leiter der Barsbütteler Einrichtung. „Sie sind ins Krankenhaus gekommen.“ Es sei das erste Mal, dass es den Verdacht darauf im Haus gebe. „Wir haben feste Standards, wie man mit Infektionskrankheiten umgeht“, so Garves weiter. „Die Mitarbeiter werden dafür jährlich geschult. Wir wollen natürlich keine weiteren Ansteckungsfälle. Wir haben engen Kontakt zum Gesundheitsamt, die Erkrankung ist meldepflichtig.“

Hygiene-Tipps

Oft die Hände waschen und öffentliche Toiletten meiden – dazu rät Professor Hartmut Fickenscher, Leiter der Landesmeldestelle für übertragbare Krankheiten, in diesen Norovirus-Tagen. Erkrankte würden das Virus vor allem beim Erbrechen weit streuen. Und: Für eine Infektion brauche es keine große Verunreinigung, wenige Viren würden dazu reichen. Handelsübliche Desinfektionsmittel töteten sie nicht ab.

„Wie bei allen Patienten mit Verdacht auf Norovirus haben wir auch bei den am Wochenende eingelieferten Patienten alle Isolierungs- und Vorsichtsmaßnahmen getroffen“, erklärt Dr. Peter Wellhöner, Ärztlicher Direktor der Asklepios Klinik Bad Oldesloe. „Dass es sich bei dem Auslöser der Erkrankungen tatsächlich um das Norovirus handelt, ist noch nicht bestätigt, weil das Ergebnis von Labor-Untersuchungen noch aussteht. Mit den Untersuchungsergebnissen wird Mitte dieser Woche gerechnet.“

Dass sich Menschen mit dem Norovirus infizierten, sei nicht untypisch für die Jahreszeit. Nicht immer könne die Gefahr sofort erkannt werden, denn die Erkrankten könnten die Erreger bereits ausscheiden und so andere Menschen infizieren, bevor sie selbst Symptome aufwiesen: „Und auch nachdem die meist ein bis drei Tage dauernde akute Erkrankung überstanden ist, kann der Erreger noch tage- oder sogar wochenlang ausgeschieden und weiterbreitet werden. Das macht die Norovirus-Erkrankung so heimtückisch.“

„Vor allem im Winter kommen Norovirus-Infektionen laufend vor“, sagt Dr. Jörg Günther, Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen beim Kreis Stormarn. „Meist sind Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Heime betroffen.“ Vor zwei Wochen habe es bereits acht Fälle im Kreis gegeben, Barsbüttel sei bislang der größte Fall in diesem Jahr. „Wir gehen noch von weiteren Fällen aus, das Norovirus ist sehr ansteckend und sehr langlebig.“ Meldepflichtig sei die Krankheit, um möglichst schnell eingreifen und eine Ausbreitung verhindern zu können.

„Beim Norovirus handelt es sich um einen sehr widerstandsfähigen Keim, der sich lange hält“, so Günther weiter. „da ist eine besondere Desinfektion nötig.“ Die heftige Magen-Darm-Erkrankung sei zwar nach zwei bis drei Tagen vorüber, könne aber für geschwächte Menschen wie Senioren und Kinder wegen des Flüssigkeitsverlusts gefährlich werden. „Die Symptome sind sehr heftig und dadurch schnell zu identifizieren“, sagt Günther. „Es reichen schon wenige Viren aus, um eine Infektion auszulösen.“ In Stormarn seien 2016 bisher 124 Erkrankungen bekannt geworden. „Stormarn liegt damit landesweit im Mittelfeld“, so der Arzt. Helfen könne nur eins: „Hygiene! Hygiene! Hygiene!“

Bettina Albrod

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