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Offene Drogenszene in Bargteheide?

Bargteheide Offene Drogenszene in Bargteheide?

Das Thema Drogen soll in Bargteheide Gegenstand eines Runden Tischs werden. Das regten die Kommunalpolitiker im Hauptausschuss an, nachdem der aktuelle Jahresbericht der Streetworker einen steigenden Drogenkonsum verzeichnet.

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Streetworker Jörn Brücken bei seiner Arbeit in den Straßen Bargteheides.

Quelle: Bertram Solcher/hfr

Bargteheide.  „Auffällig für eine Kleinstadt wie Bargteheide ist die nahezu ,offene Drogenszene‘ und die Problematik, die diese mit sich bringt“, heißt es im Jahresbericht der Fachkräfte von „Tohus“. Die gemeinnützige Gesellschaft ist in Bargteheide für die Betreuung von Menschen zuständig, die seelische Probleme haben. Ein hoher Anteil der Klienten ist suchtmittelabhängig.

Streetworker

Die Tohus gGmbH der Evangelischen Stiftung Alsterdorf unterstützt Menschen im Kreis Stormarn mit vielfältigen Angeboten. Das Streetwork-Projekt in Bargteheide gibt es seit 2011.

Mittlerweile stehen 20 Arbeitsstunden für zwei Streetworker zur Verfügung. Für die „Gemeinwesen orientierte Straßenarbeit“ (GoS), so der Name, gibt es ein Büro im Traberstieg 7.

• Info: tohus-alsterdorf.de

„In Bargteheide kursieren so ziemlich alle Drogen, die es auf dem Markt zu erwerben gibt“, erklärt Kirsten Kröger, Bereichsleiterin der Region West bei „Tohus“. „Es ist möglich, in Bargteheide jederzeit und an jedem Ort Drogen zu kaufen. Wir bekommen viele Anrufe von besorgten Eltern, die fürchten, dass ihre Kinder in den Schulen Drogen konsumieren.“ Besonders Amphetamine wie Speed und Ecstasy oder Crystal Meth seien bei Jugendlichen beliebt. „Crystal Meth ist sehr im Kommen“, warnt Kirsten Kröger, „diese Droge ist besonders gefährlich. Sie kann schon nach ein bis zwei Mal süchtig machen und führt zu einer hohen psychischen Abhängigkeit.“

Die Streetworker kennen ihre Klientel, wollen den Menschen helfen und Ansprechpartner sein, deshalb arbeiten sie anonym und geben keine Informationen weiter. Das, so Kirsten Kröger, würde die Straßensozialarbeit kaputt machen. Gleichzeitig wollen sie das Problem lösen. „Ich wünsche mir, dass es zum Thema Drogen noch mehr Austausch in der Stadt gibt“, so Kirsten Kröger, die auch mehr Polizeipräsenz in Bargteheide gut fände. „In Hamburg sind ständig Polizeistreifen am Hauptbahnhof, das wirkt.“ Der Bahnhof werde zusätzlich mit klassischer Musik bespielt, weil das dazu führe, die Drogenszene zu vertreiben.

„Wir wissen nichts von einer besonderen Drogenproblematik in Bargteheide“, erklärt dagegen Kriminalhauptkommissar Stephan Kröger von der Kriminalpolizei Ahrensburg. „Die Stadt ist bei dem Thema kein Schwerpunkt.“ Natürlich gebe es auch in Bargteheide Drogenkonsum, aber keine auffällige Häufung. Den Polizeibeamten seien oft auch rechtlich die Hände gebunden. „Wenn ein Delikt nicht zur Anzeige gebracht wird, können wir es auch nicht verfolgen.“ Eine offene Drogenszene kann Kröger für Bargteheide nicht bestätigen.

Joachim Brodmann, Sozialpädagoge beim Jugendarbeitsteam der Stadt Bargteheide (JAT), kennt die Drogenproblematik, sieht aber keine neue Entwicklung. „Wir haben keine offene Drogenszene wie in der Großstadt, aber es gibt auch in Bargteheide Drogenkonsumenten“, sagt er. „Es sind einige Bereiche bekannt. Aber an den Schulen wird nicht offen mit Drogen gehandelt.“ Das Thema werde natürlich Ernst genommen und sei Teil der Präventionsarbeit des JAT. Die setzt künftig auf eine Zusammenarbeit mit „to hus“. „In Zukunft ist eine Kooperation mit den Streetworkern in Bargteheide geplant, bei der es um die Drogenproblematik geht“, kündigt Brodmann an. „Wir planen gemeinsame Aktivitäten als Präventivmaßnahme.“

Wiebke Garling-Witt (Bündnis90/Grüne), Vorsitzende des Hauptausschusses in Bargteheide, sieht Aktionsbedarf anlässlich der Beobachtungen der Streetworker. „Ein Runder Tisch wäre angesichts der Drogensituation, die doch alle überrascht hat, das Richtige", erklärt sie. Jugendamt, Polizei, Schulen, JAT und die Streetworker sollten sich zusammensetzen, um an dem Thema zu arbeiten.

Von Bettina Albrod

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