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Old Reinfelder Jungs lösen sich nach 67 Jahren auf

Reinfeld Old Reinfelder Jungs lösen sich nach 67 Jahren auf

Sie waren mal 130 Spielleute – Zur letzten Versammlung kamen noch elf Mitglieder – Die neuen Uniformen und die Instrumente sollen jetzt verkauft werden.

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Das war einer der letzten Auftritte beim Saisonstart im Asklepios Pflegezentrum am 1. Mai 2015.

Quelle: Fotos: Ukk/hfr

Reinfeld. Das Wunder, auf das die Handvoll Spielleute von den Old Reinfelder Jungs noch im Januar so sehr gehofft hatten, ist ausgeblieben. Seit Freitagabend gibt es den Verein nicht mehr. „Wir lösen uns auf“, sagt Thomas Giese, der damit auch nicht mehr Vorsitzender ist und nicht mehr Stabführer.

LN-Bild

Sie waren mal 130 Spielleute – Zur letzten Versammlung kamen noch elf Mitglieder – Die neuen Uniformen und die Instrumente sollen jetzt verkauft werden.

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Eine traurige, eine komplizierte war diese letzte Sitzung in der Matthias-Claudius-Schule. Dort, wo sie bis Februar noch geübt hatten, obwohl sie Einladungen zu öffentlichen Auftritten nicht mehr annehmen konnten, weil sie zu wenige waren. Erst mussten sie noch einmal ihre Statuten ändern, um das Vereinsvermögen einem sozialen Zweck zukommen zu lassen. Dann mussten sie entscheiden, was mit den Uniformen und Instrumenten geschehen soll. Mit den neuen Uniformen, die sie sich erst vor drei Jahren nach langem Einwerben von Spenden haben schneidern lassen. Mit den Trommeln, Flöten, Pauken, die so viele Jahre gute Laune bei Volksfesten verbreiteten. Die Instrumente sollen nun verkauft werden, ebenso die Uniformen.

Mit Wehmut blickten Thomas Giese und die letzten Verbliebenen zurück auf die vergangenen Jahre. „Es tut uns leid, dass wir es nicht geschafft haben, die Old Reinfelder Jungs zu retten“, sagt er. Aus dem Vorsitzenden ist ein Liquidator geworden. Er hat ein Jahr lang Zeit, den Verein abzuwickeln.

Der Anfang vom Ende begann im Sommer 2013. Damals, als die einreihigen Jacken mit den drei Knöpfen aus Feintrikot und mit dem Wappen auf der linken Brust und den blauweiß gestreiften Schulterstücken noch nagelneu waren. „Sieben Spielleute haben uns verlassen“, bedauerte Giese damals. „Sport ist wahrscheinlich doch interessanter als Musik“, fügte er hinzu.

Der Verein schrumpfte, auch weil sich der Nachwuchs teilweise der Ausbildung wegen anders orientierte. Weil das Smartphone und Computer die Kinderzimmer eroberten, wie Björn Möller von den Stormarn Magics noch im vergangenen Herbst aus eigener Erfahrung berichtete.

Vier Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges als reiner Männerverein gegründet, standen die Old Reinfelder Jungs damals für neu gewonnene Lebensfreude, für Geselligkeit, für Optimismus. Lange allerdings blieben die Jungs unter sich. Erst 1975, als Claus Sellmer, der von 1971 bis 1989 Vorsitzender war, die Jugendabteilung ins Leben rief, durften auch Frauen und Mädchen mitspielen. Zu Spitzenzeiten bestand der Spielmannszug aus knapp 50 Erwachsenen sowie 82 Mädchen und Jungen.

Allerdings standen sie schon einmal am Abgrund. Im Jahr 2000 war das, hatten die Lübecker Nachrichten zur 60-Jahr-Feier damals berichtet. Der Spaß am Musizieren habe letztlich Schlimmeres verhütet.

Sechs Jahrzehnte habe der Spielmannszug den Namen Reinfelds in ganz Deutschland und sogar in Amerika bekanntgemacht. Sogar bei der Steubenparade in New York 1982 repräsentierten die Spielleute ihre Stadt.

Am Freitagabend in einem Klassenzimmer der Matthias-Claudius-Schule endete die Geschichte des einst so stolzen Vereins. Thomas Giese gab symbolisch den Stab zurück an Claus Sellmer, Ehren- und Gründungsmitglied des Spielmannszuges. Den beiden standen Tränen in den Augen.

Uwe Krog

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