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Oldesloe: 13000 Knöllchen — nur einmal kam der Abschlepper

Bad Oldesloe Oldesloe: 13000 Knöllchen — nur einmal kam der Abschlepper

Parksünder haben im vergangenen Jahr 180000 Euro in die Stadtkasse gezahlt — Sind Parkgebühren noch zeitgemäß?.

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Bad Oldesloe. Die Stadt Bad Oldesloe erzielt gute Einnahmen mit Falschparkern. 13000 Knöllchen verteilten die drei städtischen Politessen im vergangenen Jahr. „2015 hatten wir damit 180000 Euro an Einnahmen“, teilt der Sachbereichsleiter der Bußgeldstelle Hans Budnick mit. Das seien gut 1000 Tickets mehr als 2014 gewesen. „Meistens waren das Fälle, bei denen die Leute keinen Parkschein zogen“, weiß Budnick. Zehn bis 30 Euro koste ein Knöllchen an einer abgelaufenen Parkuhr, je nachdem, wie lange der Verstoß andauere. Und wer nicht zahlt, für den wird es noch teurer: „Dann ist man schnell bei 40 bis 60 Euro“, weiß der Leiter der Bußgeldstelle.

„Die beiden zentrumsnahen Parkplätze laufen am besten.“

Hans Budnick, Leiter der Bußgeldstelle

Noch höher sind die Einnahmen aus dem Verkauf von Parktickets. 765 000 Euro hat die Stadt für das Abstellen von Autos im vergangenen Jahr kassiert. „Da aber nicht alle Parkplätze der Stadt gehören, bekommen die Eigentümer von dem Kuchen etwas ab“, teilt Budnick mit. So gehöre der Parkplatz an der Hagenstraße zum Teil Delikatessen Peters und zum Teil der Volksbank, die an den Einnahmen beteiligt würden. „Die erstatten ihren Kunden ja auch die Parkgebühren.“

Überschüsse erziele die Stadt mit den Parkgebühren nicht. „Die Einnahmen fließen alle in den Haushalt — damit werden Kindergärten oder soziale Projekte finanziert“, sagt Budnick.

Der Parkscheinautomat, der am meisten frequentiert sei, sei der Parkplatz Hagenstraße. „Da sind 83 Stellplätze, die sind eigentlich immer ausgebucht. Zu Stoßzeiten stehen die Autos Schlange.“

Ebenfalls gut besucht sei der Trave-Parkplatz. „Die beiden zentrumsnahen Parkplätze laufen am besten — da hat man auch nur eine Minute Fußweg und ist schon in der Einkaufszone.“

Was Behinderungen des Verkehrs durch Parken anbelangt, da haben sich die Oldesloer Autofahrer anscheinend vorbildlich verhalten. „Abschleppen mussten wir so gut wie gar nicht“, sagt Budnick. Nur einen Abschleppvorgang hätten sie im vergangenen Jahr vornehmen müssen. „Da stand jemand so unglücklich im Parkhaus, dass keiner mehr durchkam.“ Auch sonst sei die Moral der Autofahrer gestiegen, hat Budnick festgestellt. „Als ich vor 20 Jahren in der Bußgeldstelle anfing, hatten wir noch 20000 Knöllchen im Jahr.“

Doch sind Parkplatzgebühren in der Innenstadt noch zeitgemäß? „Parkplatzgebühren müssen nicht nur gesenkt, sondern komplett abgeschafft werden“, forderte kürzlich Marco Pracejus von Mr. Happy‘s. Er machte die Parkplatzpolitik der Stadt für die vielen Ladenschließungen mitverantwortlich. So wie er denken viele Einzelhändler in Oldesloes Innenstadt. Als Beispiel führen sie das „Parkparadies“

Bargteheide an. Dort bezahle niemand Parkgebühren. Dafür kämen Kunden aus dem Umland zum Einkaufen.

„Einen mehrfach täglichen Umschlag auf den Parkplätzen kann man nur regeln, wenn man Gebühren nimmt“, ist Budnicks Erfahrung. Sonst würden die Parkplätze dauerhaft belegt sein.

Doch nach Auffassung der Verwaltung stehen ausreichend Stellplätze in Oldesloe zur Verfügung. „1278 Parkplätze haben wir allein in der Innenstadt“, so Budnick. Auch Gratis-Parkplätze gebe es. „Auf dem Exer haben wir 280 Stellplätze — bis zu drei Stunden kann man dort mit Parkscheibe stehen.“ Kostengünstig seien auch die vier Parkhäuser in der City — 50 Cent pro Stunde, maximal 2,50 Euro am Tag. Doch insbesondere Frauen meiden Parkhäuser in der Regel — sie fühlen sich auf abgeschiedenen Parkdecks unwohl und fürchten Belästigungen. Es gibt zwar ausgewiesene Stellplätze für Frauen, doch videoüberwacht sind die Parkhäuser der Stadt nicht.

Gut besucht sind die kostenlosen Park-and-Ride-Parkplätze rund um den Bahnhof und Zob. „Die sind zu 110 Prozent ausgelastet. Wer auf den letzten Drücker die Bahn erwischen möchte, bekommt mit Parkplätzen ein echtes Problem“, hat Budnick festgestellt. Genutzt würden die Parkplätze von vielen Auswärtigen. „Lübecker und Ratzeburger Kennzeichen sehen wir viele, auch zahlreiche Reinfelder parken hier.“ Grund: In anderen Städten sind die Parkplätze am Bahnhof gebührenpflichtig.

Britta Matzen

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