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Stormarn Oldesloe: Bleibt das neue Wohnheim leer?
Lokales Stormarn Oldesloe: Bleibt das neue Wohnheim leer?
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20:41 10.05.2016
Weil Asklepios keine Verwendung mehr hatte, stand das Schwesternwohnheim zuletzt lange leer. Quelle: Matzen

Die Zahl der nach Deutschland kommenden Asylsuchenden sinkt weiter. Das macht sich auch in Bad Oldesloe bemerkbar. „Wir haben erheblich weniger Zuweisungen seit einigen Monaten“, erklärt Thomas Sobczak von der Stadtverwaltung. Als Grund gilt die Schließung der Balkanroute.

Für die Stadt könnte das teure Folgen haben. Denn Ende Mai, Anfang Juni soll das ehemalige Schwesternwohnheim bezugsfertig sein, das die Stadt in den vergangenen Monaten mit Hochdruck saniert hat.

Die Unterkunft soll Platz für 80 Personen bieten. Vier Wohnungen können von Familien bezogen werden, 60 Einzelzimmer sind für männliche Einzelpersonen vorgesehen. „Aber wenn wir weiter so wenige Zuweisungen haben, müssen wir sehen, wie wir die Einzelzimmer adäquat nutzen“, so Sobczak.

Rund 1,4 Millionen Euro hat der Umbau des Schwesternwohnheims gekostet. Aus der Landeskasse kam ein Zuschuss von 25000 Euro. Die Refinanzierung soll über die Unterbringungskosten erfolgen. „Bei fünfjähriger Laufzeit ist das nahezu kostendeckend“, hatte Bauamtsleiter Thilo Scheuber im Herbst 2015 erklärt. Doch was, wenn die vielen Zimmer jetzt leer stehen? Dann geht die Rechnung nicht mehr auf. Denn die Stadt bekommt die Kosten vom Land nur pro untergebrachtem Flüchtling erstattet.

„Zurzeit gibt es keine gesicherten Erkenntnisse beziehungsweise Prognosen, wie sich die Zuweisungszahlen in den kommenden Monaten entwickeln werden“, so Sobczak. Die zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen seien aktuell bei weitem nicht ausgelastet, einige sogar bereits geschlossen.

Beispiel Lübeck: Dort ist die landeseigene Erstaufnahme auf dem Volksfestplatz mit 1152 Schlafplätzen nur noch zu 14 Prozent ausgelastet. Beabsichtigt sei, teilt Thomas Sobczak mit, ausgewählte Landeseinrichtungen zu sogenannten Qualifizierten Erstaufnahmeeinrichtungen mit vollem Leistungsspektrum zu entwickeln, in denen über das Asylverfahren von Geflüchteten aus unsicheren Herkunftsländern binnen weniger Tage entschieden werden soll. Hilfegewährung würde dann bei den Jobcentern nach dem Sozialgesetzbuch erfolgen und nicht mehr nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bei den Kommunen.

Rund 210 Flüchtlinge hat die Stadt Bad Oldesloe derzeit untergebracht. Dezentral in Wohnungen und in der Gemeinschaftsunterkunft am Sandkamp. Dort in den ehemaligen Räumen der Familienkasse ist Platz für 52 Personen. „Wir haben dort ein Drei-Bett-Zimmer, ansonsten Doppelzimmer“, so Sobczak. Freie Plätze gebe es derzeit dort nicht. Auch die angemieteten Wohnungen seien alle besetzt.

Ausschuss tagt heute

Das Thema Flüchtlinge und deren Betreuung nimmt heute im Oldesloer Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss großen Raum ein. Dabei geht es nicht nur um die Unterbringung, sondern auch die Aufnahme in Schulen und Kindertagesstätten, um Integrations- bzw. Sprachkurse der Volkshochschule Bad Oldesloe und die Koordination von haupt- und ehrenamtlichen Betreuern. Der vollständige Sachstandsbericht der Verwaltung ist auch im Internet unter der Adresse www.badoldesloe.de zu finden.

Sitzungsbeginn ist um 19 Uhr in Zimmer 2.09 des Rathauses.

Von Britta Matzen

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