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Stormarn Inklusion: Stormarner Sportprojekt ist einzigartig
Lokales Stormarn Inklusion: Stormarner Sportprojekt ist einzigartig
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17:38 05.12.2018
Sport für alle: Ein Inklusionsschwimmkurs des VfL Oldesloe. Quelle: Freundt
Bad Oldesloe

Der besondere Gast aus Kiel kam etwas später zur Pressekonferenz bei der Sparkassen-Stiftung in Grabau, hatte dafür aber ein besonderes Lob im Gepäck: „Sport für alle“, das Inklusionsprojekt des Stormarner Kreissportverbandes (KSV), sei landesweit ein Leuchtturmprojekt, sagte Professor Manfred Wegner, Sportwissenschaftler von der Kieler Christian-Albrechts-Universität. „Schleswig-Holstein ist weiß, Stormarn ist bunt“, sagte Wegner. Denn im gesamten Bundesland gebe es nichts vergleichbares. Selbst bundesweit fiel dem Experten in Sachen Reha- und Behindertensport kein ähnlich erfolgreiches Beispiel ein.

„Wir haben mittlerweile über 30 Gruppen, verteilt nahezu über den gesamten Kreis.“, bilanzierte Joachim Lehmann, KSV-Vorstandsmitglied mit dem Fachgebiet Inklusion/Integration. „Wir sind sehr stolz auf das Projekt, haben Schulen, Vereine und Behinderteneinrichtungen zusammengebracht.“ Besonders hob Lehmann die Zusammenarbeit des TSV Trittau mit der Hermann-Jülich-Werkgemeinschaft im benachbarten Köthel hervor.

Egal ob Leichtathletik, schwimmen, tanzen oder auch Rollstuhlbasketball: In vielen Stormarner Vereinen gibt es jetzt also Gruppen, in denen behinderte und nicht-behinderte Menschen zusammen Sport machen. „Und das mit sehr viel Freude“, sagt Professor Wegner, der diese These sogar mit einer Masterarbeit belegen konnte, die einer seiner Studenten zu dem Projekt „Sport für alle“ verfasst hat. Beide Seiten gingen demnach sehr offen miteinander um. Die wissenschaftliche Arbeit kommt außerdem zu dem Schluss, dass das Inklusionsprojekt unbedingt fortgeführt werden müsse.

Das war den Initiatoren des Projekts vor drei Jahren noch nicht so klar. „Es ist sehr beeindruckend, was dort entstanden ist“, sagte Jörg Schumacher, Geschäftsführer der Sparkassen-Stiftung, die das Projekt auch weiterhin unterstützt: mit 20 000 Euro jährlich sowie einem Auto für den Sportlehrer und alle entstehenden Kosten rund den Pkw wie tanken und Reparaturen.

Den Großteil der Finanzierung übernimmt nun der Kreis Stormarn bzw. die Aktion Mensch (die LN berichteten). 40 000 Euro benötigt der Kreissportverband pro Jahr. „Die Aktion Mensch bewilligt immer nur im Nachhinein Geld, so dass der Kreis zunächst in Vorleistung geht“, erklärte KSV-Geschäftsführerin Verena Lemm. Für den Kreis ist das Geld also ein durchlaufender Posten. Die Kreispolitiker seien auch sehr angetan von dem Projekt und unterstützten dieses gerne, betonte Kreispräsident Hans-Werner Harmuth.

Neuer Sportlehrer gesucht

Allerdings ist der Verband auf der Suche nach einem neuen Sportlehrer. Markus Kratz, der erheblichen Anteil an dem erfolgreichen Verlauf von „Sport für alle“ hat, ist schon gar nicht mehr dabei. Ihn hat es aus privaten Gründen nach Hannover verschlagen.

„Bei uns sind schon mehrere Bewerbungen eingegangen, die wir nun sichten und dann Gespräche mit den Personen führen“, erklärte Verena Lemm. Der Sportlehrer trägt das Projekt in die Vereine, bildet weiter und gibt auch selbst Kurse. Ihm zur Seite steht Bufdi Sebastian Rohland (19) aus Bargteheide, der das Projekt derzeit fast allein stemmt.

Markus Carstens

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