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Stormarn Pläne für die Hagenstraße: Wirtschaft ist skeptisch
Lokales Stormarn Pläne für die Hagenstraße: Wirtschaft ist skeptisch
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19:40 13.02.2019
Die Oldesloer will an dieser Stelle den Durchgangsverkehr stoppen.   Quelle: mc
Bad Oldesloe

Nicht nur Bad Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke (parteilos) war verdutzt bis verärgert über den Beschluss des Bau- und Planungsausschusses, die Hagenstraße auf Höhe des Marktes zur Fußgängerzone zu machen und den Durchgangsverkehr auszusperren. Auch die Wirtschaft in der Kreisstadt reagiert überrascht.

„Wir begrüßen grundsätzlich die Sanierungspläne für die Hagenstraße“, sagt Nicole Brandstetter, Sprecherin der Wirtschaftsvereinigung Bad Oldesloe. „Mit Skepsis und einiger Verwunderung sehen wir es allerdings, wenn die Politik gravierende Nutzungsänderungen für die betroffenen Abschnitte quasi aus dem Bauch und ohne längere Erörterung und Abwägung der Folgen beschließt. Und das zu einem Zeitpunkt, an dem Fachplanungen zu den Baumaßnahmen bereits fortgeschritten sind.“ Es habe auch keine Bürgerinformation gegeben beziehungsweise eine Beteiligung der Betroffenen.

Die Hagenstraße von zwei Seiten zur Sackgasse zu machen und um eine Fußgängerzone zu erweitern, ist laut Wirtschaftsvereinigung ein erheblicher Einschnitt in die Rechte der Bürger und Anlieger. Daher sollten vor einer endgültigen Entscheidung die Folgen gründlich geprüft und besprochen werden.

Ein Blick in andere Städte zeige, dass in Kommunen der Einzelhandel nach Einführung einer Fußgängerzone über weniger Kunden und sinkende Umsätze klagt. Nicht zuletzt deshalb sollte die Politik laut Nicole Brandstetter genau prüfen, welche Auswirkungen die Erweiterung der Fußgängerzone sowohl auf die Absatzchancen des in der Hagenstraße ansässigen Handels als auch auf die örtliche Verkehrssituation haben. „Bei der Baustelle rund um den Bau des KuB wurde temporär eine ähnliche Situation geschaffen, wie sie jetzt von der Politik angedacht ist: eine Sackgassensituation aus Richtung Lübecker Straße mit Ampelschaltung zum Peters-Parkplatz. Die Erfahrung aus der Bauphase zeigt, dass anliegende Geschäfte bereits während dieser vergleichsweise kurzen Zeit Umsatzeinbußen hatten, weil die Geschäfte weniger stark frequentiert wurden“, erläutert Brandstetter. Führten kostspielige Ampellösungen in der Folge zu kleinen Staus wegen der Längen der Phasen, verlängere sich die Zufahrts- und Ausfahrtzeit zum Parken und verprelle potenzielle Kunden der Innenstadt.

Das Vorgehen bei der Sanierung der Hagenstraße zeige, so die Wirtschaftsvereinigung, dass Bad Oldesloe mehr denn je eine grundsätzliche sowie mittel- bis langfristige städtebauliche Überplanung der gesamten Innenstadt braucht. „Stückelplanungen für einzelne Abschnitte ohne Gesamtkonzept bringen uns nicht weiter. Ziel aller Beteiligten muss sein, die Bad Oldesloer Innenstadt an die stark veränderten Rahmenbedingungen hinsichtlich Handel, Dienstleistung und Wohnen anzupassen“, so Brandstetter abschließend. „Als Wirtschaftsvereinigung stehen wir den politischen Gremien, betroffenen Unternehmen und der Verwaltung für unterstützende Gespräche gerne zur Verfügung.“

mc

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