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Stormarn Oldesloe erinnert an Leid von Kriegsopfern und Flüchtlingen
Lokales Stormarn Oldesloe erinnert an Leid von Kriegsopfern und Flüchtlingen
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22:29 28.08.2018
Hoffen auf große Resonanz für die öffentliche Veranstaltung: (v. l.) Heiko Winckel-Rienhoff, Hildegard Pontow und Walter Albrecht. Quelle: Foto: M. Thormählen
Bad Oldesloe

Am 1. September 1939 begann mit dem Überfall der deutschen Truppen auf das Nachbarland Polen der Zweite Weltkrieg, der am 8. Mai 1945 mit der deutschen Kapitulation in Europa zu Ende ging.

Am Antikriegstag wollen das Bündnis gegen Rechts und der deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Bad Oldesloe an die Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnern. Während der geplanten öffentlichen Veranstaltung geht es auch um die Situation von Flüchtlingen – ein aktuelles Thema.

Prominente Gäste

Die Kundgebung für den Frieden beginnt am Sonnabend, 1. September, um 11 Uhr auf der Hude in Bad Oldesloe. Bürgermeister Jörg Lembke spricht ein Grußwort. Weitere Redebeiträge gibt es von Ingo Schlüter vom DGB-Bezirk Nord, Stefan Schmidt als Flüchtlingsbeauftragtem in Schleswig-Holstein und Pastor Gerhard Pfau von der evangelischen Kirchengemeinde Bad Oldesloe.

Erinnert wird alljährlich mit dem 1. September als Antikriegstag auch an den Ersten Weltkrieg (1914-1918). In beiden Kriegen kamen rund 80 Millionen Menschen ums Leben – die Zahl der Opfer entspricht in etwa der aktuellen Einwohnerzahl Deutschlands.

„Der Antikriegstag ist und bleibt ein Tag der Erinnerung und des Mahnens, dass sich Faschismus und Krieg nie wiederholen dürfen“, betonte DGB-Kreisvorsitzender Heiko Winckel-Rienhoff. Das Erstarken rechtsgerichteter und demokratiefeindlicher Kräfte auch in Deutschland bedrohe den inneren Frieden. „Frieden ist für den DGB schon immer ein Thema gewesen“, hob der Kreisvorsitzende hervor. Es gebe eine „zunehmende Aggressivität auch in der Sprache“. Wenn es jedoch keinen Frieden im Inneren gebe, dann könne so ein Krieg vorbereitet werden.

Der DGB betrachte auch die Entwicklung in Deutschland mit Sorge. „Heute machen Kräfte, namentlich die AfD, Flüchtlinge pauschal zum Ziel aggressiver verbaler Angriffe. Tätlichen Angriffen wird damit der Boden bereitet“, sagte Heiko Winckel-Rienhoff. Es bleibe abzuwarten, welche Vorschläge von der AfD im Kreistag Stormarns auf den Tisch kämen.

Walter Albrecht vom Bündnis gegen Rechts wies darauf hin, auch in Bad Oldesloe habe sich der Ton vor dem Hintergrund rechtspopulistischer Äußerungen geändert: „Ich will das nicht dramatisieren, aber auch nicht bagatellisieren.“ Teilweise werde offen Kritik an der Situation von Flüchtlingen geübt und dabei unverblümt mit drastischen Worten Fremdenhass geäußert. Es müsse verhindert werden, dass diese Meinungen „auch in Bad Oldesloe in der Mitte der Gesellschaft ankommen“. Dies sei leider bereits in anderen Regionen in Deutschland geschehen.

Die Menschen hätten, so Walter Albrecht weiter, in den vergangenen Jahrzehnten in Frieden und Freiheit in Deutschland gelebt: „Wir müssen dafür kämpfen, dass dies auch so bleibt.“ Die Veranstalter der Kundgebung für den Frieden schlugen auch einen Bogen zu aktuellen Themen – zur Situation von Flüchtlingen. Werner Albrecht wies auf Schätzungen hin, dass mittlerweile rund 16000 Menschen im Mittelmeer bei dem Versuch ertrunken seien, eine Küste in Europa zu erreichen. Eine ablehnende Haltung gegenüber Flüchtlingen habe dazu geführt, dass der Rechtspopulismus in Deutschland stärker geworden sei.

Das Bündnis gegen Rechts und der Gewerkschaftsbund bekommen für ihre Veranstaltung Unterstützung aus der Oldesloer Politik. Bürgerworthalterin Hildegard Pontow betonte, auch der jüngeren Generation müsse vermittelt werden, dass von Kriegen erhebliche Gefahren ausgingen, weil sie vor allem Schrecken für die Menschen bedeuteten. Glücklicherweise gebe es auch in Bad Oldesloe sehr viele Ehrenamtler, die sich für Migranten engagierten. Auch Heiko Winckel- Rienhoff lobte das große Bürgerengagement bei dieser wichtigen Aufgabe – so etwa in Bad Oldesloe und Reinfeld.

Michael Thormählen

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