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Stormarn „Oldesloe kann stolz auf sich sein “
Lokales Stormarn „Oldesloe kann stolz auf sich sein “
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18:32 01.10.2016
Nicole Brandstetter an ihrem Lieblingplatz: Dort, wo Trave und Beste zusammenfließen, befand sich früher der Hafen. Quelle: Fotos: Matzen
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Bad Oldesloe

Vor fünf Jahren erst zog Nicole Brandstetter nach Bad Oldesloe. Mittlerweile gibt es wohl kaum jemanden in der Stadt, der das Gesicht der Frau mit den kurzen blonden Haaren nicht kennt. „Das ist doch die von der Kampagne ,Ich bin für Einkaufen in Bad Oldesloe‘“, sagen die Leute. Genau. Brandstetter hat es zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Angela Dittmar geschafft, nicht nur innerhalb kürzester Zeit so bekannt wie ein bunter Hund zu werden, sondern in Oldesloe auch richtig was zu bewegen. Rote Einkaufstüten, Modelwettbewerbe – für die Händler der Stadt rührt die Marketing-Expertin unermüdlich die Werbetrommel. „Wir wollen, dass der Handel wieder attraktiver und sichtbarer wird, und dass die Menschen sich bewusst fürs Einkaufen in ihrer Stadt entscheiden.“

Immer sonntags erzählen Menschen, warum ihr Herz für Bad Oldesloe schlägt: Den Anfang der neuen LN-Serie macht Nicole Brandstetter.

Mein Herz

schlägt für

Bad Oldesloe

Warum das ganze Engagement? „Dasitzen und abwarten, das ist nichts für mich. Bei mir gibt es nur zwei Möglichkeiten: gehen oder bleiben und das Projekt unterstützen.“ Da Umziehen zurzeit nicht in Frage kommt, gibt es für Brandstetter nichts anderes, als sich für Oldesloe einzubringen. „Die Stadt war mal Dreh- und Angelpunkt zwischen Hamburg und Lübeck. Dieser Stolz muss zurück, anstatt dem hinterher zu trauern, was nicht mehr ist.“ Doch die Zugezogene macht sich nicht nur für die Stadt stark, sondern auch für Kindergärten. „Die öffentlichen Mittel für Kindergärten sind bekanntlich begrenzt. Als meine Tochter in den St. Vicelin Kindergarten kam und ich gesehen habe, dass es dort an allen Ecken und Enden fehlt, habe ich mit einer anderen Mutter einen Förderverein gegründet.“

Wer etwas erreichen wolle, müsse selbst dazu beitragen, ist Brandstetter überzeugt. „Es heißt ja, die volle Leistung deines Autos hängt nicht von den Pferdestärken ab, sondern von deinem Fahrgeschick.“ So gesehen ist Brandstetter eine ziemlich gute Fahrerin. Was sie sich vorgenommen hat, schafft sie in der Regel auch. „Egal, wo ich war, es hat sich immer gezeigt, dass man mit Authentizität und Leidenschaft Begeisterung erzeugen kann.“ Viel zu viele Menschen identifizierten sich über Probleme – über ihre eigenen oder die der anderen, hat die Marketing-Expertin festgestellt. Das sei ihre Sache nicht. Sie sei eher positiv und optimistisch eingestellt. Ihr Motto: „Entweder du machst etwas 100 Prozent, oder du lässt es.“

Zu Hause habe sie eine Weinkiste: „Wein schenkt Freude“ steht darauf. „Das ist auch so. Ich bin freiberuflich tätig und berate Unternehmen zu ihren Marketingstrategien. Zwölf-Stunden-Tage sind die Regel. Da darf man sich auch mal mit einem Glas Wein eine Auszeit gönnen, um wieder Kraft zu tanken.“

Apropos Vino: Als die 43-Jährige das erste Mal nach Oldesloe kam, fand gerade ein Weinmarkt statt. „Super! Das ist ja wie in Mainz, wo ich vorher wohnte“, dachte sie sich und fühlte sich gleich wohl.“ Mittlerweile findet der Weinmarkt nicht mehr statt – zum Bedauern von Brandstetter. „Aber dafür haben wir die ,Weinwelt‘, meinen zweiten Liebling in der Stadt. Die ,Weinwelt‘ war der erste Platz im Ort, wo ich Portugieser und Grauburgunder angeboten bekam und nicht nur Rot- oder Weißwein“, erinnert sie sich schmunzelnd. Ansonsten gehe sie gerne italienisch essen – ins Laurent, Agostino oder Pinocchio. „Denn Bratkartoffelküche – das ist nicht so meins.“

Nur wenn man Nicole Brandstetter auf das Thema Haus und Garten anspricht, dann zieht sie die Stirn kraus. Sie und ihr Mann hätten sich vor fünf Jahren ein „gebrauchtes Haus“ gekauft. „Pflegeleicht sei der Garten, hieß es. Doch ich kämpfe mit Mirabellen, die von den Bäumen runter müssen, und mit Zucchini und Paprika.“ Bereits jetzt denke sie mit Schaudern an die Bäume voller Äpfel. „Aber Marmelade kann man total gut nachts einkochen“, meint sie und verdreht dabei die Augen. Nachts sei auch die Zeit, in der sie am Bügelbrett stehe. Ergebnis: „Fünf Stunden Schlaf – mehr ist nicht drin.“

Reisen sei ihr Hobby. Früher, vor der Geburt ihrer Tochter, bereiste sie ferne Länder: USA, Asien. „Heute muss ich immer noch regelmäßig raus, um Inspiration von außen zu bekommen. Es muss ja nicht immer New York sein, manchmal reicht auch Köln oder Bielefeld.“ Eines Tages möchte Brandstetter ihrer Tochter aber unbedingt Indien zeigen. „Weil die Menschen dort für den Moment leben.“ Außerdem überlegt sie, mit Tennis anzufangen. „Die Anlage im Kurpark ist so schön.“ Wenn Brandstetter den Schläger rausholt, sollten sich die Clubladies schon mal warm anziehen. Die 43-Jährige ist Ball-erfahren. Im Badminton war sie in ihrer Jugend Kreismeisterin. Wenn schon, denn schon.

Hafen und „Weinwelt“

Nicole Brandstetter ist zwar keine gebürtige Oldesloerin, aber die 43-Jährige gibt zu: „In Bad Oldesloe habe ich ein richtiges Heimatgefühl. Das liegt auch daran, dass die Stadt einen Hafen hat.“ Bad Oldesloe eine Hafenstadt? „Ja, ich meine den historischen mittelalterlichen Hafen an der kleinen Brücke hinter der Hude. Dort ist mein Lieblingsplatz“, verrät Nicole Brandstetter. Bei schönem Wetter und wenn es ihre Zeit erlaubt, sitzt die Marketing- und Kommunikationsexpertin, die vorher in Hafenstädten wie Hamburg und Mainz zu Hause war, unterm Baum auf den Steinbänken und hört dem Rauschen von Trave und Beste zu. Außerdem liebt die Oldesloerin die „Weinwelt“, „weil man dort so gute Tropfen serviert bekommt“.

Britta Matzen

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