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Stormarn Oldesloer Beste bekommt eine Sohlgleite
Lokales Stormarn Oldesloer Beste bekommt eine Sohlgleite
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20:34 07.09.2016
Dr. Kurt Soeffing vom Sachbereich Planung und Umwelt der Stadt Bad Oldesloe an der Sohlschwelle hinter der Hude. Hier soll eine sogenannte Sohlgleite den bisherigen Absatz ersetzen. Quelle: Fotos: Matzen, Stadt/hfr

Da werden die Fische aber jubilieren: Die Sohlschwelle der Beste im Bereich der Oldesloer Hude soll in eine sogenannte Sohlgleite umgebaut werden. Das ist eine Art Rampe, damit Forellen, Aale und Barsche besser wandern können. „Im Moment ist die Schwelle nur für gute Springer unter den Fischen passierbar – etwa für die Forellen. Aber für viele andere Fischarten und Kleintiere ist dieser Absatz ein unüberwindbares Hindernis“, erklärt Dr. Kurt Soeffing, bei der Stadt für Planung und Umwelt zuständig.

Hinter der Hude soll der Fluss barrierefrei gestaltet werden, damit Fische besser wandern können.

Die Beseitigung der Sohlschwelle sei eine sehr bedeutende Maßnahme für die Durchgängigkeit der Beste, insbesondere da im Oberlauf des Flusses bereits viele Projekte der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) umgesetzt worden seien. Die WRRL ist eine Richtlinie der Europäischen Union (EU), nach der alle Gewässer in den ökologisch natürlichen Zustand versetzt werden müssen. „Beste und Trave sind dabei vorrangige Gewässer in Schleswig-Holstein“, so Soeffing. Weshalb die Oldesloer Umbau-Maßnahme auch zu 100 Prozent gefördert werde. „53 Prozent der Kosten trägt die EU, den Rest übernehmen Bund und Land.“

Viele Fische wie Aale und Forellen wandern zum Laichen flussaufwärts, sie legen dort im seichten Kiesbett oder im Uferbereich ihre Eier ab. „Nach der Umsetzung erhofft man sich einen größeren Artenreichtum in der Beste. Wir wünschen uns zum Beispiel, dass sich das Neunauge ansiedelt“, so der Biologe. Er konnte bereits Erfahrungen mit Sohlgleiten in der Trave sammeln. 2001 wurde durch Umbau des Stauwehres am Oldesloer Pferdemarkt und 2007 durch den Umbau des Sohlabsturzes an der Lübecker Straße die Durchgängigkeit wieder hergestellt: „Nach Abschluss der Maßnahmen waren im Oberlauf der Trave neue Fischarten zu finden, wie zum Beispiel der Schnäpel.“

Dort, wo hinter der Hude die Beste in den Travearm fließt, gibt es aber noch ein weiteres Problem: „Der Travearm fließt viel schneller als die Beste. Da sich die Fische mit Hilfe ihres Nervensystems an der Lockströmung orientieren, verschwimmen sie sich in diesem Bereich.“ Statt in die Beste abzubiegen würden sie geradeaus schwimmen und hätten dann das Problem, dass sie am Stauwerk nicht weiterkommen. „Deshalb muss auch die Fließgeschwindigkeit des Travearms im Rahmen der Umbaumaßnahme verringert werden“, sagt Kurt Soeffing.

Zudem stehen auch Sanierungen an. Uferabbrüche und zwei Meter tiefe Ausspülungen in der Gewässersohle müssen beseitigt und stabilisiert werden. „Die Sohlschwelle wurde mit der Flussbegradigung in den 50er Jahren gebaut. Seit mehr als 60 Jahren wurde hier nichts zur Erhaltung unternommen, das sind ganz normale Schäden, die durch Hochwasser im Laufe der Zeit entstanden sind.“

Da der Gewässerausbau ein Planfeststellungsverfahren ist, wird sich der Umbau der Sohlschwelle in eine Sohlgleite noch einige Zeit hinziehen. „Ich gehe davon aus, dass die Umsetzung 2019 erfolgt.

Drei Jahre Planungszeit muss man für solch eine Sache kalkulieren“, weiß Dr. Kurt Soeffing aus Erfahrung. „Die Baumaßnahme selbst dauert nur drei Monate.“ Die Planungs- und Genehmigungsphase erfordere die Beteiligung zahlreicher Träger öffentlicher Belange.

Derzeit werden die Gesamtkosten für die Baumaßnahme mit 407000 Euro veranschlagt. „Im nächsten Jahr muss ein Ingenieurbüro beauftragt werden, eine Machbarkeitsstudie und ein Ideenkonzept zu erstellen, um besser kalkulieren zu können“, so Soeffing.

Da der Gewässerausbau bisher nicht im Haushaltsplan der Stadt vorgesehen ist, sollen für die Beauftragung des Ingenieurbüros zunächst außerplanmäßig Haushaltsmittel in einer Höhe von 5000 Euro bereitgestellt werden. Das zumindest sieht die Beschlussvorlage des Umwelt- und Energieausschusses vor, der heute Abend tagt.

Umweltausschuss tagt

Heute Abend findet im Sitzungszimmer des Verwaltungsgebäudes am Markt eine öffentliche Sitzung des Umwelt- und Energieausschusses der Stadt Bad Oldesloe statt. Auf der Tagesordnung steht neben dem geplanten Gewässerausbau an der Beste auch die Beratung über ein neues Konzept für den Oldesloer Kurpark. Bildhauer Thomas Helbing macht Vorschläge zur Umgestaltung der Salzquelle.

Außerdem geht es um Forstangelegenheiten, Klimaschutz und Quartiersmanagement für das Haushaltsjahr 2017. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr.

Britta Matzen

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