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Stormarn Oldesloer Bündnis zeigt Film gegen rechte Hetze
Lokales Stormarn Oldesloer Bündnis zeigt Film gegen rechte Hetze
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17:05 15.03.2019
Heiko Winckel-Rienhoff (DGB), Heinz Wittern (Oho-Kino) und Walter Albrecht (Bündnis gegen Rechts) zeigen den Dokumentarfilm „Afro.Deutschland“ in Bad Oldesloe. Quelle: Dorothea von Dahlen
Bad Oldesloe

Die Europawahlen stehen vor der Tür, und es scheint, als stünde das Staatenbündnis vor einer besonderen Feuerprobe. Populistische Lager, die eine nationale Abschottungspolitik betreiben, Flüchtlinge und Menschen anderer Herkunft ausgrenzen wollen, gewinnen stärker an Boden.

Diese Befürchtung jedenfalls hegen die Mitglieder des Oldesloer Bündnisses gegen Rechts. Sie wollen deshalb ein starkes Zeichen setzen und Anfeindungen gegenüber Mitbürgern mit anderer Hautfarbe und ethnischer Herkunft entschieden eine Absage erteilen. Deshalb haben sie sich spontan mit dem DGB Stormarn und dem Oldesloer Oho-Kino zusammengefunden, um einen eigenen Beitrag im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus zu leisten. Wie in Flensburg, Kiel, Neumünster oder Lübeck wird es auch in Bad Oldesloe eine moderierte Veranstaltung geben. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Afro.Deutschland“.

Menschenwürde verbietet Rassismus

„Der Rassismus hat leider nicht nur in Europa, sondern weltweit zugenommen. Es kann aber nicht angehen, dass Menschen wegen ihrer Hautfarbe oder Herkunft diskriminiert werden“, sagt Bündnismitglied Walter Albrecht. „Fremdenhass und Antisemitismus haben bei uns nichts zu suchen. Dagegen müssen wir ankämpfen.“ Rechtsgerichtete gesellschaftliche Kräfte hätten scheinbar nichts aus der Geschichte gelernt. Deshalb sei es dringend geboten, insbesondere junge Stormarner für das Thema zu sensibilisieren.

Sammy Deluxe und Gerald Asamoah berichten

Im Zentrum der Veranstaltung am Donnerstag, 21. März, stehen die Erfahrungen der Journalistin Jana Pareigis. In ihrem Film „Afro.Deutschland“ beschreibt sie eindrucksvoll, wie es sich anfühlt, tagtäglich vermittelt zu bekommen, andersartig zu sein nicht dazu zu gehören. In Hamburg geboren, erlebte sie von Kindheit an, was es heißt, ständig mit Diskriminierung konfrontiert zu werden.

Doch es geht nicht nur um ihre eigene Geschichte. Sie lässt auch andere Afro-Deutsche in dem Beitrag zu Wort kommen, wie den Rapper Sammy Deluxe oder den Fußball-Profi Gerald Asamoah. Auch sie schildern, wie sie schon als Kinder in eine Außenseiterrolle gedrängt wurden, inzwischen aber wegen ihrer besonderen sportlichen und kulturellen Leistungen – und womöglich nur deshalb – allgemein akzeptiert werden.

Doch es gelingt der Filmemacherin auch, direkte Parallelen zwischen heutigen Verhältnissen und der NS-Zeit zu ziehen, deren geistiges Erbe viele als überwunden betrachten. Jana Pareigis hat einen Zeitzeugen ausfindig gemacht, der wegen seiner dunklen Hautfarbe von den Nationalsozialisten gezwungen wurde, in Völkerschauen aufzutreten.

In den 1980ern zogen Skinheads durch die Stadt

„Auch das Kino muss jetzt Gesicht zeigen“, sagt Heinz Wittern, der sofort bereit war, die Dokumentation zu zeigen. Er erinnerte daran, dass es auch Zeiten in Bad Oldesloe gab, da Rechtsradikale durch die Straßen gezogen sind. Mitte der 1980er Jahre hätten Skinheads das Geschehen in der Stadt dominiert. Nur der kontinuierliche Widerstand habe die Gruppen letztlich zurückdrängen können. Darauf dürfe man sich aber jetzt nicht ausruhen, sagt Werner Albrecht und führt die Schmierereien rechtsgerichteter Gruppen unlängst an der Ahrensburger Sporthalle an. Zudem sei immer wieder zu beobachten, wie Flüchtlinge gegen Hartz-IV-Empfänger ausgespielt würden.

Wie Heiko Winckel-Rienhoff ankündigt, gibt es nach dem Kinofilm übrigens die Gelegenheit für Fragen und gedanklichen Austausch. Die Rolle des Moderators nimmt dabei der Bezirksvorsitzende des DGB, Uwe Polkaehn, ein. Er wird einige einleitende Worte sprechen und anschließend mit dem Publikum über die Themen Rassismus und Menschenwürde diskutieren. Die Vorführung im Oldesloer Kino am 21. März beginnt um 19.30 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt drei Euro.

Dorothea von Dahlen

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