Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Ida-Ehre-Schule platzt aus den Nähten
Lokales Stormarn Ida-Ehre-Schule platzt aus den Nähten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:40 06.09.2018
Die Oldesloer Ida-Ehre-Schule platzt aus allen Nähten. Quelle: Dorothea von Dahlen
Bad Oldesloe

An der Ida-Ehre-Schule herrscht akute Raumnot. Bereits im April 2017 und damit noch in der alten Wahlperiode hatte Leiter Andreas Bielke auf diesen Missstand im Oldesloer Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss hingewiesen. Das müsse eingehend geprüft werden, hieß es damals. Eine Machbarkeitsstudie wurde in Auftrag gegeben, die klären sollte, welche Möglichkeiten es gibt, Abhilfe zu schaffen Sie liegt inzwischen vor und wurde nun dem inzwischen neu zusammengesetzten Gremium vorgestellt.

Kleine Räume: aus zwei mach eins

„13 Räume sind einfach zu klein. Außerdem fehlen Gruppenräume für die Differenzierung, Musik- und Medienräume sowie Lehrerarbeitsplätze “, berichtete Architekt Sven Wobig eingangs. Nach dem für Schleswig-Holstein derzeit maßgeblichen Raumprogramm der Landeshauptstadt Kiel sei ein Mehrbedarf von 1211 Quadratmetern errechnet worden. Wobig wies darauf hin, dass sein Büro die drei Gebäudeteile der Schule genaustens inspiziert und nach Lösungen dieses Problems gesucht habe, ohne sich „sklavisch an die Raumregeln zu halten“. So wurden offenbar verschiedene Szenarien durchgespielt, wie sich eine bessere Arbeitsatmosphäre durch Zusammenlegung von zwei Klassenzimmern schaffen ließe oder durch die Umnutzung von Musik- oder anderen Fachräumen, die meist schon von vornherein großzügiger angelegt sind. Für Letztere muss Wobig zufolge dann freilich Ersatz geschaffen werden. Nach Abwägung aller dieser Varianten, die im Rahmen eines Umbaus möglich seien, fehlen nach seiner Expertise aber immer noch 778 Quadratmeter, um alle Schüler zufriedenstellend beschulen zu können. Die Gesamtkosten für eine entsprechende Erweiterung der Schule beziffert das Architekturbüro auf rund 3,2 Millionen Euro. Zur Debatte stehen drei Bauvarianten, die im Detail auf der kommenden Sitzung des Bau- und Planungsausschusses vorgestellt und diskutiert werden sollen.

Schulleiter Andreas Bielke brachte sich gleich in Position, als Matthias Adrion (Grüne) nachfragte, ob sich die Erkenntnisse des Architekturbüros mit den Erfahrungen der Schule decke. „Das ist alles schon vor Längerem ausführlich besprochen worden. Wir wollen ja kein Wolkenkuckucksheim“, entgegnete Bielke und verwies darauf, dass es einen Klassenraum gibt ohne Fenster, der oben nur durch ein schmales Lichtband aufgehellt werde. „Und dort findet Unterricht statt. Das ist die Lage. Wir sind über Jahre hinweg Kompromisse eingegangen. Wir weichen schon auf die Flure aus, wenn wir Gruppenräume brauchen. Die Situation eskaliert auch, weil der Integrationsbedarf an der Schule stetig zunimmt. In jedem Jahrgang gibt es inzwischen eine Differenzierung und eine I-Klasse. Das eine schließt das andere aber aus“, erläuterte Bielke.

Festhalle trägt Heiligenschein

Die von Anita Klahn (FDP) eingebrachte Idee, statt neu anzubauen, doch die benachbarte Festhalle so umzubauen, dass dort die benötigten Musik-, Kunst- und Kunsträume Platz finden, fand keinen Anklang. Wobig erläuterte, die Festhalle trage zum einen „einen großen Heiligenschein“, sie zu opfern lasse sich schlecht durchsetzen, und zum anderen sei diese Lösung im Unterricht nicht praktikabel.

Nicht zuletzt schaltete sich der Vorsitzende des Finanzausschusses Andreas Lehmann (CDU) ein. „Mir bereitet es jetzt schon Sorgen, wie wir 3,2 Millionen Euro aufbringen sollen bei unserem defizitären Haushalt, ganz zu schweigen von den laufenden Betriebskosten, die sich erhöhen“, sagte er. Auf seinen Vorschlag, doch die Zahl der Fremdschüler aus anderen Gemeinden zu reduzieren, damit das Raumangebot ausreiche, erklärte Bielke, dass es diese Option nicht gebe. Der Elternwille sei entscheidend für die Anmeldung an einer weiterführenden Schule. Kein Schüler könne abgelehnt werden.

In der Debatte zeichnete sich schon ab, dass das Thema auch noch in weiteren Gremien, die in nächster Zeit tagen, behandelt werden wird. Aus der bildungspolitischen Warte schien aber nichts gegen die Verbesserung der Raumsituation der Ida-Ehre-Schule zu sprechen. Deshalb fiel das Votum am Mittwochabend für einen Erweiterungsbau einstimmig aus.

Vier Varianten für Ausbau

847 Schüler besuchen mit Stand von September 2017 die Ida-Ehre-Schule in Bad Oldesloe, 598 davon werden in der Sekundarstufe I in 24 Klassen unterrichtet. Die Sekundarstufe II mit 249 Schülern ist in der Profiloberstufe drei- beziehungsweise vierzügig.

Vier Varianten gibt es für die mögliche Erweiterung der Schule: ein Neubau auf dem Parkplatz der Festhalle oder auf einer stadteigenen Freifläche zwischen Schulzentrum und Hamburger Straße beziehungsweise ein Aufstocken von Mensa oder Gebäude 3.

Dorothea von Dahlen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Donnerstag ist auf der Autobahn 24 Höhe Autobahnkreuz Ost ein Auto in Flammen aufgegangen. Bei dem Feuerwehreinsatz musste die Autobahn in Richtung Berlin komplett gesperrt werden.

06.09.2018

Zum Sommertalk lädt Eventmanagerin Christine Gebauer am Sonntag, 16. September, auf das Gut von Enno Baron von Ruffin in Basthorst ein. Viel Prominenz angekündigt.

06.09.2018

Die Kreisstraße 12 in Tremsbüttel wird 2019 endlich saniert. Allerdings kritisieren die Grünen die „Schmalspur“-Variante. Hintergrund: Anlieger wehren sich gegen den Grunderwerb.

06.09.2018