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Oldesloer Kino kämpft um seine Existenz

Bad Oldesloe Oldesloer Kino kämpft um seine Existenz

Heinz Wittern möchte den Kinostandort erhalten. Er denkt über eine Partnerschaft oder Verpachtung nach.

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Oldesloes Kinochef Heinz Wittern mit den modernen Vorführgeräten, in die er 2013 investierte. Nach einem guten Start bescherte ihm der schöne Sommer 2014 miese Besucherzahlen. Nun geht es um die Rettung des Kinos.

Quelle: Fotos: Susanna Fofana

Bad Oldesloe. „Wichtig ist, dass der Kinostandort Bad Oldesloe erhalten bleibt“, sagt Bürgermeister Tassilo von Bary. Das möchte auch Kinochef Heinz Wittern (55). Seit 23 Jahren betreibt er sein Kino in der Hamburger Straße mit Herzblut. Nun schließt er es erstmals — für eine Sommerpause. Der Grund für die vier Wochen Auszeit: Er will ein Konzept entwickeln, „um das Schiff wieder flott zu kriegen.“ Es sind existenzielle Fragen, die er sich stellt. Will er mit 55 Jahren noch weiter zwei Objekte betreiben, Kino und Hotel, nimmt er sich einen Partner mit ins Boot oder gibt er das Kino gar komplett an jüngere Pächter ab?

Schon seit Wochen haben sich die Oldesloer Bürger Gedanken darüber gemacht, was denn wohl mit dem Kino los ist. Gefühlt liefen monatelang die gleichen Filme — aber nie mehr die aktuellen. Schon seit Mai lief es nicht mehr richtig rund im Oldesloer Kino. Nicht einmal „Honig im Kopf“ von Til Schweiger wurde nach Bad Oldesloe ausgeliefert. Und das, obwohl ein Teil der Crew bei den Dreharbeiten in den Oldesloer Ortsteilen sogar bei Wittern im „Hotel Oldesloer Hof“ wohnte. „Das war sehr bitter“, sagt Wittern, der auch die „Hobbits“ nicht in sein Kino bekam.

Für ihn sei es im Jahr 2014 zum „worst case“ gekommen. Dem Jahr, als nach der verspäteten Digitalisierung eigentlich endlich alles wieder gut werden sollte. Der Start nach der Digitalisierung im Oktober 2013 mit „Fack ju Göhte“ war noch „sehr erfolgreich“, erzählt der Kinochef. Doch dann folgte „alles, was man als Kinobetreiber nicht gebrauchen kann.“ Dazu zählten ein Supersommer, schlechte Filme und dann noch die Fußball-Weltmeisterschaft. Die Besucherzahlen von 60 000 bis 70 000 im Jahr gingen um 20000 zurück.

So wenig Gäste gab es seit 1992 noch nie. Damals machte Wittern, der 1986 als Filmvorführer zum Oldesloer Kino gekommen war und später Theaterleiter wurde, sich selbstständig. 58000 war die niedrigste Besucherzahl, an die er sich seitdem erinnern kann. „Bad Oldesloe war immer ein guter Standort“, ist er sich sicher. Nicht etwa ein kleiner, sondern ein Mittelstandort. Deshalb sei er auch so sicher gewesen, dass es nach der Umstellung „locker weitergeht.“ Obwohl die Verleiher seitdem deutlich mehr Geld kassierten.

Nun ist es allerhöchste Zeit, eine neue Lösung zu finden, um das Überleben des Oldesloer Kinos zu sichern. Wittern: „Das müssen wir schnell hinbekommen.“ Erste Interessenten, die das Kino gern weiterbetreiben möchten, haben es sich bereits angeschaut. Es gilt zudem, den Filmeinkauf neu zu organisieren.

Denn das Geschäft mit den Filmen ist schnelllebiger geworden, hat Wittern festgestellt. Früher sei es kein Problem gewesen, einen Streifen nach vier Wochen zu spielen, heute sei ein Film schon nach drei Wochen nicht mehr interessant. Die Nachdenk-Sommerpause soll bis zum 3. September gehen.

Kino in Bargteheide verzeichnet großes Plus
Hans-Peter Jansen, der in Bargteheide das „Cinema Paradiso“ im Kleinen Theater betreibt, hat Grund zum Jubeln. „Die Situation in Bargteheide ist positiv“, sagt er, „der Bundestrend von 18 Prozent Plus bei den Besucherzahlen zeigt sich auch in Bargteheide.“ In seinem Programm, das schon vielfach ausgezeichnet wurde, haben auch Arthouse-Filme ihren Platz. „Seit einiger Zeit gibt es einmal im Monat ,Der besondere Film‘, der schon um 14.30 Uhr gezeigt wird“, sagt Jansen, „der ist stets aktuell und zieht oft 300 Besucher an.“ Das Ambiente des historischen Saals in Bargteheide und das große Angebot guter Filme dieses Jahr trügen weiter zum Kinoerfolg bei. „Ich habe ein Plus in allen meinen Häusern“, freut sich Jansen, der in Hamburg noch weitere Kinos betreibt, „ich habe keinen Grund zur Klage.“ 2016 will er ein neues Kino in Schleswig-Holstein übernehmen.
Im übrigen sei das extrem gute Kinojahr 2015 noch nicht zu Ende. „Die Knaller kommen noch“, sagt Jansen, „mit James Bond, Star Wars und dem zweiten Teil von ,Fack ju Göhte‘ werden die Kinos noch mal voll.“ ba

Susanna Fofana

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