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Stormarn Oldesloer „Mühle“ unterzieht sich einer Schönheitskur
Lokales Stormarn Oldesloer „Mühle“ unterzieht sich einer Schönheitskur
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10:15 01.08.2018
Hat jetzt die Schlüsselgewalt: Alessio Zagari, seit 25 Jahren Gastronom, freut sich schon darauf, der modernisierten Traditionsgaststätte in der Oldesloer Mühlenstraße neues Leben einzuhauchen. FOTOS (2): VON DAHLEN
Bad Oldesloe

Bereits im Februar hatten die früheren Eigentümer des Hauses in der Mühlenstraße bekannt gegeben, dass sie die Immobilie an den Pächter des „Café Laurents“ veräußern wollten. Fußballidol Harry Struppek und seine Ehefrau Ute hatten die „Mühle“ selbst über Jahrzehnte hinweg mit Herz und Seele geführt. Und nach ihrer Geschäftsaufgabe im Jahr 2014 war es einem nachfolgenden Pächter nicht gelungen, an diesen Erfolg anzuknüpfen. Aus dem Zapfhahn floss lange Zeit kein Bier mehr.

Auch jetzt sind wieder einige Monate ins Land gegangen. „Die Abwicklung des Verkaufs hat sich dann doch etwas hingezogen“, sagt Alessio Zagari. Seit Juni ist er nun aber rechtmäßiger Eigentümer der Immobilie. Dass er dem Lokal einen frischen Anstrich geben würde, war dem Gastronom von Beginn an klar. Doch bei näherer Inspektion stellte sich heraus, dass es damit allein nicht getan sein würde.

„Wir wollten alles möglichst im Originalzustand lassen, aber vieles war nicht mehr intakt“, erklärt Alessio Zagari. Und so gebe es letztlich noch viel zu tun in der Immobilie. Das Lokal müsse von Grund auf renoviert werden, angefangen von der Decke, die noch mit Schilfrohr isoliert sei, über marode elektrische Leitungen bis hin zum Einbau eines professionellen Kühlungs- und Lüftungssystems.

Den Gästen solle später auch auf dem Weg zur Toilette der Gang ins Freie erspart bleiben, der im Winter unangenehm sein könne. Der Sanitärtrakt werde komplett ummauert und überdacht. Zu allen baulichen Veränderungen komme, dass sich die gesetzlichen Auflagen verschärft hätten. Aus Sicht des Brandschutzes und der Hygiene würden die Behörden ohne eine gründliche Sanierung keine Konzession für die Gaststätte vergeben. Ihm als Eigentümer seien Auflagen erteilt worden, die er nun erfüllen müsse.

Hergerichtet wird zugleich auch die über dem Lokal liegende Wohnung. Auch sie wird von der Pieke auf erneuert. Sie bekommt nicht nur Bad und Küche nach modernem Standard, sondern auch einen separaten Treppenaufgang, der durch eine Mauer vom eigentlichen Gastraum abgetrennt wird.

„Viele fragen auch schon, wann die ,Mühle’ wieder öffnen wird. Aber es gibt noch viel zu tun“, sagt Zagari. Er hofft, dass die frisch renovierte Gaststätte spätestens zur Eröffnung des Oldesloer Weihnachtsmarktes fertig wird. Wie das Innere gestaltet werden soll, stehe noch nicht ganz fest. In der kommenden Woche treffe er einen Einrichter, um über Stil und Form des Tresens und der Bestuhlung zu entscheiden. „Alles soll moderner wirken, aber nicht kalt, sondern gemütlich. Die Leute sollen sich wohlfühlen“, sagt Zagari.

Ihm zufolge soll die „Mühle“ später eine Mischung aus Bar und Kneipe sein, in der sowohl Bier, aber auch Wein und Cocktails konsumiert werden. Von Zeit zu Zeit soll es dort auch Veranstaltungen geben. Mit einigen Oldesloer Musikern, die bereit wären, kleine Gitarrenkonzerte zu geben, ist Zagari bereits im Gespräch. Doch soll auch andere Kleinkunst eine Bühne in dem wieder eröffneten Lokal finden.

Angst, dass er sich selbst als Betreiber des „Café Laurent“ Konkurrenz machen könnte, hat der Gastwirt offenbar nicht. „Ich bin seit 25 Jahren Gastronom und liebe Konkurrenz. Von mir aus könnte es noch viel mehr Lokale und Restaurants in Bad Oldesloe geben, um mehr Leben in die Stadt zu bringen und auch Gäste von außerhalb anzuziehen“, sagt er. Portugiese, Italiener, Spanier – je mehr Auswahl die Leute hätten, desto größer sei der Anreiz, abends auszugehen.

Von Dorothea von Dahlen

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