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Oldesloer Neubaugebiet startet erst im Herbst

Bad Oldesloe Oldesloer Neubaugebiet startet erst im Herbst

Eine komplizierte Planung bremst B-Plan „Claudiusstraße“ aus.

Bad Oldesloe. Wohnraum ist knapp in Bad Oldesloe, insbesondere ein für untere und mittlere Einkommensgrenzen bezahlbarer. Umso größere Hoffnungen hatten Häuslebauer und Wohnungssuchende darauf gesetzt, dass bald das neue Wohngebiet Claudiusstraße in der Kreisstadt erschlossen wird. Doch daraus wird wohl in absehbarer Zeit nichts. Eine komplizierte Planung verzögert das Projekt.

 

LN-Bild

Voller Hoffnung wurde im Sommer vergangenen Jahres schon das Schild zur Vermarktung der Flächen im geplanten Wohngebiet „Claudiusstraße“ aufgestellt.

Quelle: Foto: Von Dahlen

Noch im Sommer vergangenen Jahres hatte es so ausgesehen, als könne mit den Sanierungsarbeiten auf der Fläche südlich der Bahnlinie Hamburg–Lübeck schon nach Abschluss der Vegetationsperiode im Herbst begonnen werden. 50 Prozent der Flächen für Ein- und Zweifamilienhäuser waren zu diesem Zeitpunkt schon reserviert. Auf der Novembersitzung deutete sich an, dass es zum Baugebiet noch Abstimmungsbedarf gibt.

Und dieser scheint noch zu keinem positiven Ergebnis geführt zu haben. Wie Bürgermeister Jörg Lembke mitteilte, haben auseinander driftende rechtliche Auffassungen dazu geführt, dass das Baugebiet noch nicht genehmigt ist. Angrenzend an den B-Plan 107 befinde sich das brach liegende Gelände der einstigen Firma Soex, das als Gewerbegebiet ausgewiesen sei. Zwar werde es nicht mehr genutzt, doch allein die Tatsache, dass Wohn- und Gewerbegebiet nebeneinanderliegen, führe nach Meinung der Landesbehörden zum Konflikt. Um das auszuräumen, müsse nun der Flächennutzungsplan entsprechend geändert werden. „Wir arbeiten aber mit Hochdruck daran“, sagte Lembke.

Nach Auskunft von Bauamtsleiter Thilo Scheuber befand sich die Stadt bei der vorbereitenden Planung in einer Art Zwickmühle. Hätte sie den Status des Soex-Geländes als Gewerbegebiet unangestastet gelassen, wäre das Wohngebiet aufgrund von zu hoher Lärmemission abgelehnt worden. „Obwohl uns das nur als theoretisches Problem erschien. Denn weder vom Soex noch vom benachbarten Gebäude des Arbeiter-Samariter-Bundes geht eine nennenswerte Geräuschkulisse aus“, sagt Scheuber. Um aber sicher zu gehen, dass es keine Komplikationen gibt, habe die Stadt den vermeintlich sichereren Weg gewählt, den Flächennutzungsplan so zu ändern, dass das Areal zum Mischgebiet wird.

Doch da kam offenbar der Bodenschutz ins Spiel und verlangte den Nachweis, dass für diese Fläche kein Altlastenverdacht besteht. Obgleich es zwei voneinander getrennte Verfahren sind, blockiert die noch nicht abgeschlossene Umwidmung des Gewerbegebiets nun die Umsetzung des B-Plans 107.

„Wir hatten auch gedacht, die Planung sei in trockenen Tüchern“, sagte Wolfgang Stumpf, Angehöriger der Erbengemeinschaft, die das Wohngebiet Claudiusstraße erschließen will. Inzwischen aber sei das Problem mit den Nachbargrundstücken aufgekommen. Möglicherweise werde nun versucht, ein Mischgebiet als Puffer zur Wohnbebauung zu etablieren. Die Stadt Bad Oldesloe suche in allen Richtungen nach Lösungen.

„Für uns ist es ganz wichtig, dass diesen Winter noch eine Entscheidung fällt. Denn jedes Jahr, das wir verlieren, kostet viel Geld“, sagt Stumpf. Um das Gelände bebauen zu können, müssten zunächst Büsche und Bäume gerodet werden. Doch das sei nur bis zum 1. März erlaubt, weil sonst Vögel in ihrem Brutgeschäft gestört werden könnten.

Nach Auskunft von Thilo Scheuber wird dieser Wunsch aber nicht in Erfüllung gehen. „Es wird noch einen längeren Weg bedeuten, bis alle Belange abgearbeitet sind“, sagt er. Die Verwaltung werde im Sommer soweit sein, die Änderungen des Flächennutzungsplans öffentlich auszulegen. Nach dieser vierwöchigen Phase müssten alle Anregungen und Bedenken noch abgewogen und gegebenenfalls ausgeräumt werden.

Wolfgang Stumpf findet die Entwicklung, die das Projekt genommen hat, mehr als enttäuschend. Die Vermarktung des Gebiets habe eine so tolle Nachfrage ergeben, es sei so viel Vorbereitungsarbeit geleistet worden. Die Interessenten seien ebenso frustriert und würden abspringen. Geld für die Finanzierung des Projekts gebe es erst, wenn der B-Plan stehe. „Und irgendwann kommt bei uns der Zeitpunkt, wo es für uns unwirtschaftlich wird“, sagt der Investor.

Dorothea von Dahlen

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