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Stormarn Oldesloer Wohnstätten GmbH verliert Vertrag
Lokales Stormarn Oldesloer Wohnstätten GmbH verliert Vertrag
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20:22 01.07.2013
Von Martin Stein

An eine derart lange und teilweise chaotisch verlaufende Versammlung können sich selbst die älteren Mitglieder der Gemeinnützigen Kreisbaugenossenschaft im Kreis Herzogtum Lauenburg kaum erinnern. Ungeachtet aller Fragen, aller Kritik und allen Unmuts war das Ergebnis der bis Mitternacht dauernden fast fünfstündigen Beratungen aber eindeutig: Die 745 Wohnungen der Genossenschaft werden vom 1. Januar 2014 an nicht mehr von der Oldesloer Wohnstätten GmbH, sondern von der Lauenburgischen Wohnungsgesellschaft mbH verwaltet.

Fast 180 Genossenschaftsmitglieder — und damit etwa dreimal so viele wie bei solchen Versammlungen üblich — füllten den großen Saal im Möllner Quellenhof, um über den Jahresabschluss, die Verwendung des Gewinns und andere Fragen zu beschließen. Vorstandsmitglied Werner Hölker leitete die Beratungen, obwohl das die Aufgabe von Aufsichtsratschef Herbert Günther gewesen wäre, Wortmeldungen wurden ungeachtet der Reihenfolge der Tagesordnung zugelassen, Abstimmungen ohne Bekanntgabe des Ergebnisses absolviert. Kommentar von Volkmar vom Hofe, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen und gesetzlicher Prüfungsverband für die Kreisbaugenossenschaft: „Die Leute sind hier nicht sehr sattelfest mit der Satzung.“

Der Unmut zumindest eines Teiles der Baugenossen entzündete sich an der Vorstandsentscheidung, den Vertragspartner zur Bewirtschaftung der Wohnungen im Alleingang zu wechseln. Im Aufsichtsrat war dieser Kurs nur knapp mit drei zu zwei Stimmen gebilligt worden. Dass es in der Mitgliederversammlung letztlich bei einzelnen Proteststimmen blieb, lag offensichtlich am Argument des Vorstands, bei den Zahlungen an den Pächter künftig 100 000 Euro und damit fast ein Viertel der jährlichen Verpflichtung zu sparen und so mehr Geld für die Sanierung von zum Beispiel Küchen und Bädern zu haben.

Eine Rede von Klaus Schlie setzte ebenfalls ein Zeichen.

Der Landtagspräsident ist Mitglied der Genossenschaft und Aufsichtsratsvorsitzender der Lauenburgischen Treuhand GmbH, der Muttergesellschaft der Lauenburgischen Wohnungsgesellschaft, der neuen Pächterin. Schlie versprach einen „ehrlichen und fairen Umgang mit unseren Kunden“, also den Genossenschaftsmitgliedern, und gab eine Garantie für stabile Mieten ab. Außerdem bekannte er sich zur Genossenschaftsidee, und er sprach die Versammlungsteilnehmer auch direkt an: „Es geht darum, dass Sie anständig, vernünftig wohnen.“ Bei der geheimen und sich deshalb lange hinziehenden Wahl des neuen Aufsichtsrates der Kreisbaugenossenschaft wurden die Kritiker der Vorstandsarbeit nicht wieder gewählt. Neuer Chef des Aufsichtsrates ist Klaus Schlie.

Ob jetzt wieder Ruhe in die lauenburgische Kreisbaugenossenschaft einkehrt, ist unklar. Wie zu hören ist, wollen Kritiker des Vorstands eine neue Mitgliederversammlung erzwingen.

M. Stein

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