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Stormarn Oldesloer demonstrieren für Frieden und Freiheit
Lokales Stormarn Oldesloer demonstrieren für Frieden und Freiheit
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20:17 14.08.2017
1. September 1939: Beim Einmarsch deutscher Truppen in Polen reißen Soldaten der deutschen Wehrmacht einen rot-weißen Schlagbaum an der deutsch-polnischen Grenze nieder. Es ist der Beginn des 2. Weltkriegs. Quelle: Foto: Dpa
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Bad Oldesloe

Das Oldesloer Bündnis gegen Rechts hat schon so einige Veranstaltungen auf die Beine gestellt, doch diese ist eine Premiere: Erstmals ruft das Bündnis zu einer Demonstration am 1. September auf, dem weltweiten Antikriegstag. 78 Jahre ist es dann her, dass Deutschland mit dem Überfall auf Polen den 2. Weltkrieg auslöste, seit 60 Jahren wird an dem Tag an die Schrecken und Leiden des Krieges erinnert.

Bündnis gegen Rechts will am 1. September an die Kriegsleiden erinnern.

In Bad Oldesloe rechnet Organisator Walter Albrecht mit 200 bis 500 Teilnehmern, die sich an dem Freitag um 14 Uhr vor dem Bahnhof treffen und dann durch die Innenstadt bis zur Hude marschieren. Dort gibt es ab etwa 15 Uhr eine Kundgebung mit mehreren Rednern. Die Parteien sind ebenfalls fast alle vertreten, nur FDP und FBO beteiligen sich laut Albrecht erneut nicht. „Das haben sie leider noch nie getan“, sagt der 69-Jährige und verweist auf das fünfjährige Bestehen des Bündnisses.

„Der 1. September ist einer der dunkelsten Tage in der deutschen Geschichte“, sagt Albrecht. Das Datum stehe für Millionen von Toten und Vertriebenen sowie am Ende die deutsche Teilung. „Wir Generationen danach haben das Glück, in Frieden leben zu können. Und deshalb ist es unsere Pflicht, dafür zu kämpfen, dass es so bleibt“, erklärt Albrecht. Nach UN-Angaben seien derzeit 65 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, „da dürfen wir es uns nicht im Fernsehsessel bequem machen, sondern müssen Flagge zeigen für Frieden, Freiheit und Demokratie“.

Wie schon bei der Demo gegen Rechts vor rund anderthalb Jahren ist auch Oldesloes Bürgerworthalter Rainer Fehrmann an vorderster Stelle mit dabei. „Es ist toll, wie das Bündnis auf sich aufmerksam macht und Themen besetzt“, sagt Fehrmann. Das tue der Stadt auch gut in der Außendarstellung. „Deshalb schließe ich mich der Aktion wieder gerne an“, so Fehrmann und dankt dem Bündnis, dass es die gewaltige Organisationsarbeit auf sich nimmt.

Hilfe und sogar finanzielle Unterstützung bekommt das Team dabei vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). „So eine Demonstration ist wichtig in der aktuellen Situation, in der es überall auf der Welt brennt“, sagt Stormarns DGB- Kreisvorsitzender Heiko Winckel-Rienhoff. Deutschland habe da eine stabilisierende Funktion und müsse mäßigend einwirken. Aus Sicht der Gewerkschaft interessierten ihn auch immer die Folgen für die Arbeitnehmer. Und das seien bei Kriegen immer Leid und Armut, Tod und Zerstörung.

Wolfgang Gerstand von der Oldesloer CDU schlug am Montag beim Pressetermin den Bogen noch weiter bis zum 1. Weltkrieg. „Vor exakt 100 Jahren zog die europäische Jugend gegeneinander in den Krieg, heutzutage sitzt sie in einem gemeinsamen Parlament.“ Trotzdem müsse man vor allem in der jetzigen Zeit verstärkt für den Zusammenhalt kämpfen.

Mehrere Redner

Die Demo am 1. September beginnt um 14 Uhr vor dem Bahnhof. Über Reimer-Hansen- und Mewesstraße, Kurparkallee, Königstraße, Hamburger, Hindenburg- und Mühlenstraße geht es bis zur Hude. Ab 15 Uhr gibt es dort eine Kundgebung.

Die Redner sind Oldesloer Bürgerworthalter Rainer Fehrmann, Walter Albrecht vom Bündnis gegen Rechts, Heiko Winckel-Rienhoff (DGB), Volker Hagge (evangelische Kirche Bad Oldesloe), Sedat Simsek (Oldesloer Moschee), Wolfgang Gerstand (CDU), Alexander Wagner (SPD), Ingrid Nestle (Grüne) und Cornelia Möhring (Linke).

mc

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