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Stormarn Oldesloer sichern sich schon eifrig Flächen in neuer Siedlung
Lokales Stormarn Oldesloer sichern sich schon eifrig Flächen in neuer Siedlung
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14:38 25.07.2016
Die große Plakatwand mit Werbeschild und der genauen Aufteilung der Grundstücke befestigten Mitarbeiter der Firma Hinzke an der Baustellenzufahrt in der Kampstraße. Quelle: von Dahlen

Mitten im Kornfeld, die Strohhüte im Nacken, blicken Vater und Sohn in die weite Landschaft. Eine Stellwand mit dieser Szene weist seit Neuestem auf das Wohngebiet Claudiusstraße in Bad Oldesloe hin, dessen Vermarktung bereits begonnen hat. Getreide wächst am Standort der geplanten Siedlung zwar nicht, aber sie liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Naturschutzgebiet.

Doch auch ohne große Werbung wird das neue Wohngebiet von den Oldesloern sehr gut angenommen. 50 Prozent der Grundstücke, auf denen Einfamilien- und Doppelhäuser errichtet werden können, haben sich Bauwillige aus der Kreisstadt schon reserviert. Sieben Notarverträge werden derzeit ausgearbeitet. Auch für Projektentwickler Axel Schulz, Geschäftsführer der Schulz & Partner Immobilien GmbH, ist es ein klares Zeichen, dass Wohnraum in Bad Oldesloe ein begehrtes Gut ist. „Die Nachfrage ist extrem hoch“, sagt er.

Dabei hatten jetzt erst einmal Einheimische die Chance, Grundstücke zu erwerben. Das war eine Bedingung, die die Stadt an die Vermarktung der Flächen gestellt hatte, um zu vermeiden, dass nur finanzkräftige Käufer von außerhalb ins Gebiet ziehen. Schulz hatte zu bedenken gegeben, dass eine deutliche Bevorzugung Ortsansässiger zu Klagen führen könnte, wie dies etwa schon auf Sylt geschehen ist. Er schlug eine Variante vor, die offenbar gerichtsfest ist. Demnach müssen im ersten halben Jahr 50 Prozent der Grundstücke ausschließlich an Oldesloer vergeben werden. „Dieses Ziel haben wir eigentlich schon erreicht. 80 Prozent der Ortsansässigen haben schon Bauland reserviert. Das müssen wir genau nachweisen, sonst setzt es eine Konventionalstrafe“, sagt Schulz.

Ihmzufolge besteht bereits Baurecht nach Paragraph 33. Das Beteiligungsverfahren ist bald abgeschlossen. Am 29. Juli endet die Einspruchsfrist. „Änderungswünsche können immer noch eingearbeitet werden. Alle Belange wurden aber sorgfältig geprüft. Es gibt Umwelt- und Lärmschutzgutachen, die auf alle Eventualitäten eingegangen sind“, sagt Schulz.

Ende September soll mit den vorbereitenden Arbeiten auf dem 11,9 Hektar großen Gebiet begonnen werden. Um Baufreiheit zu schaffen, werden Büsche und Bäume gerodet. Anschließend wird das Gelände der einstigen Farbenfabrik, das sich außerhalb des Wohngebiets befindet, umfangreich saniert. „Dazu werden auf den alten Tennisplätzen Planen ausgelegt und mit einem Wall abgeschirmt. Die belastete Erde wird dort abgelagert, beprobt und entweder auf eine normale oder eine Sondermülldeponie transportiert“, so Schulz. Diese Arbeiten zögen sich – sofern das Wetter mitspiele – bis in den Januar hinein. Wenn alles bereinigt sei, entstehe ein 1,3 Hektar großer See, der allerdings nicht zum Baden vorgesehen sei. Um Unfälle mit Kindern zu vermeiden, werde er mit einem Zaun gesichert. Parallel zu den Arbeiten werden sämtliche Versorgungsleitungen im späteren Wohngebiet verlegt, auch für die aus dem Blockheizkraftwerk der Stadtwerke stammende Fernwärme, mit der die Haushalte versorgt werden können.

Während der Bauphase soll der Schwerlastverkehr übrigens ausschließlich über die Kampstraße abgewickelt werden. Laut Schulz wird sie später zur Sackgasse mit einem Wendehammer. Nur Eltern oder Angestellten dient sie als Zufahrt zur Kita, die am Rande des Gebiets errichtet werden soll. Die Bewohner der Siedlung „Claudiussee“ gelangen zu ihren Häusern und Wohnungen später entweder über die Hebbelstraße oder die Claudiusstraße. Diese beiden Parallelstraßen, die bislang am Baugebiet enden, werden verlängert, so dass der Verkehr letztlich in Richtung Pölitzer Weg abfließen kann.

2013 kam der große Durchbruch

7 Jahre ist es her, dass mit den Planungen für das Wohngebiet „Claudiussee“ begonnen wurde. Investor Wolfgang Stumpf und seine Geschwister wollten Wohnraum schaffen und gleichzeitig das Gelände der alten Farbenfabrik, das sie geerbt hatten, nach allen Regeln des Umweltschutzes sanieren lassen. Zunächst fanden sie kein Gehör bei der Politik. Anfang 2013 kam dann der Durchbruch. Doch die Planung zog sich länger hin. Erschließung und Sanierung der Altlasten kosten rund sieben Millionen Euro.

64 Grundstücke entstehen im Wohngebiet Claudiussee. Acht sind für Geschossbau vorgesehen, der Rest für Einzel- und Doppelhäuser.

Geplant sind 260 bis 270 Wohneinheiten.

• www.claudiussee.de

Dorothea von Dahlen

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