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Stormarn Oldesloer zeigt Jugendlichen Kunst, die aus der Dose kommt
Lokales Stormarn Oldesloer zeigt Jugendlichen Kunst, die aus der Dose kommt
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20:16 17.08.2016
Philip Beyer ist freier Künstler in Bad Oldesloe.

Delingsdorf. Oft genug schleichen Gestalten im Halbdunkel an leere Wände heran und besprühen sie mit Texten oder Bildern, die nicht jedermanns Sache sind. Wie Graffiti bei Tageslicht geht und dass das wirklich Kunst ist, das zeigte Graffiti-Künstler Philip Beyer aus Bad Oldesloe bei einem Projekt des Kreisjugendrings. Zusammen mit zwölf Kindern und Jugendlichen machte er aus dem einfarbig braunen Jugendtreff in der Lohe einen künstlerisch ansprechenden Treffpunkt.

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Der Nachwuchs aus Delingsdorf konnte Kunstwerke auf Wände sprayen.

„Graffiti ist mittlerweile als Kunst anerkannt.“Philip Beyer

„Graffiti ist eigentlich Wandkritzelei, aber mittlerweile ist sie als Kunst anerkannt“, sagt Beyer. Anfangs als Subkultur verachtet, hat Graffiti sich längst als eigene Ausdrucksform etabliert.

„Schon die Höhlenmenschen haben ihre Wände bemalt“, sagt Beyer, der in Hamburg ein Grafikstudium absolviert hat. War da die Lebenswirklichkeit noch Ur, Krieger oder Mammut, so sind es heute Cola-Automat, Ufo oder ein Einhorn vor dem Regenbogen, zumindest für die Jugendlichen in Delingsdorf. „Die Gruppe macht ihre Entwürfe selbst und zeichnet sie vor“, erläutert Beyer, „anschließend wird das Konzept auf den Wänden umgesetzt.“ Dafür stehen Dosen mit bunten Farben und Schutzmasken bereit. „Auf diese Weise sollen Kinder und Jugendliche dazu gebracht werden, sich mit Kunst auseinanderzusetzen“, so Beyer weiter. „Ich bin überrascht, wie kreativ die Gruppe ist. Alle hatten gute Ideen, die sie super umgesetzt haben.“

„Ich wollte etwas machen, das zu einer Wand passt“, erläutert Fabian (13), der sich schließlich für einen Cola-Automaten entschieden hat. Darunter lauert ein Flugdrache, daneben sitzt ein Alien in einer fliegenden Untertasse. „Die Vorhänge sollen zeigen, dass hier auch Kino läuft“, erläutert Beyer, „für andere Aktivitäten stehen die Skatkarten, das Fußball-Logo oder das Tischtennismotiv.“ Dazu kommen phantasievolle Wesen aus der Welt der jungen Künstler, Pokémon inbegriffen. Für Beyer ist es das dritte Projekt dieser Art im Kreis, neben Delingsdorf hat er auch in Siek und in Bad Oldesloe im Tunnel am Exer die Farbdosen ausgepackt. „Die Kunstwerke gibt es, solange die Farbe hält“, sagt er.

• www.beyerez.de

Bettina Albrod

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