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Stormarn Digitales Stormarn Lexikon für den Kreis
Lokales Stormarn Digitales Stormarn Lexikon für den Kreis
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16:29 22.11.2018
Kreisarchivar Stefan Watzlawzik: Das Lexikon in Buchform wird zur Datenbank. Quelle: Bettina Albrod
Bad Oldesloe

Nachdem das Stormarn Lexikon vor 15 Jahren in Buchform herausgekommen ist, bekommt der Kreis jetzt ein neues digitales Stormarn Lexikon. Das Stormarn Lexikon Online bündelt das Wissen über den Kreis in einer eigenen Datenbank, die als wissenschaftliche Quelle angelegt ist und als eine Art „Stormipedia“ genutzt werden kann. Gleichzeitig kann das Online Lexikon fortlaufend ergänzt und erweitert werden. Hier sind alle Stormarner aufgerufen, sich zu beteiligen. „Das digitale Lexikon ist als Projekt einzigartig in Norddeutschland“, betonte Kreisarchivar Stefan Watzlawzik bei der Vorstellung am Donnerstag. „Ab sofort denken wir das Lexikon vom Internet her, nicht mehr vom Buch aus.“

Grundlage ist eine neue Datenbank, die nach und nach mit Wissenswertem zu Stormarn gefüttert wird. Dabei findet ein Teil der 700 Themen aus der gedruckten Form wieder Aufnahme in die Digitalversion, allerdings werden sämtliche Texte überarbeitet. „Die Artikel werden praktisch neu geschrieben“, erläutert Watzlawzik. Die 15 Jahre seit Erscheinen des gedruckten Lexikons hätten viele neue Erkenntnisse gebracht. „Was gerade gedruckt ist, ist schon wieder alt.“

 

Start für das Digitale Stormarn Lexikon: Jörg Schumacher (v.l.), Hans-Werner Harmuth, Stefan Watzlawzik und Andy Adiwidjaja. Quelle: Bettina Albrod

Das digitale Lexikon startet mit 50 Artikeln, die jedes Jahr um weitere 100 bis 150 ergänzt werden, Ende offen. „Das digitale Lexikon ist ein lebendiges Objekt, das in dem Maße wächst, wie Stormarn sich entwickelt“, so Watzlawzik. Lexikontauglich sind alle Themen, die für Stormarn Bedeutung haben. „Wir sammeln Wissenswertes zwischen Alster und Trave.“ Sei es der Dichter Matthias Claudius, seien es der Schwan als Wappentier des Kreises oder die Kreistags-Ausschüsse von 1974 bis 1978 - im Lexikon erscheint alles, was Stormarns Identität ausmacht. „Es ist wichtig, sich mit Geschichte auseinanderzusetzen“, erklärte Kreispräsident Hans-Werner Harmuth. „Das Online-Lexikon zeigt: Wo waren wir? Wo sind wir? Wo werden wir in Zukunft sein?“

Finanziert wird das jährlich 40.000 Euro teure Projekt vom Kreis und von der Sparkassen-Kulturstiftung zu gleichen Teilen. „Wir halten das Lexikon für ein zukunftsweisendes Projekt“, betonte Jörg Schumacher, Geschäftsführer der Sparkassen-Stiftungen. Das Stormarn Lexikon Online wolle einen schnellen, wissenschaftlich gesicherten Zugang zu stormarnspezifischen Themen geben. „Jeder Bürger hat so die Möglichkeit, sich selbst zu informieren.“ Sinn des digitalen Lexikons sei es, zum einen komprimiert Wissen zur Verfügung zu stellen, zum anderen die Identität des Kreises herauszuarbeiten, und schließlich soll es auch die Vorgänge im Kreis transparent machen, so Harmuth. Indem alte Kreistagsbeschlüsse festgehalten sind, kann man zurückverfolgen, wer für welche Entscheidung verantwortlich ist.

Das „Stormipedia“ ist dabei wesentlich regionaler in der Faktensammlung als das Internetlexikon Wikipedia. „Bei Wikipedia gibt es beispielsweise keinen Eintrag zu Johannes Suck, da fehlt die regionale Tiefe“, hat Watzlawzik im Zusammenhang mit der Suck´schen Kate in Glinde bemerkt - in dem Fachwerkhaus hatte einst Johannes-Hinrich Suck, der 28 Jahre lang Gemeindevorsteher war, gelebt.

Ein Lexikon zum Mitmachen

Im Stormarnlexikon soll sich das Regionale wiederfinden. Ein Redaktionsteam aus Fachleuten wird die Autoren aussuchen, die ihr Wissen nach einer vorgegebenen Form in die Datenbank einspeisen. Gleichzeitig können sich alle mit eigenen Artikeln an der Erstellung des Lexikons beteiligen. Die Beiträge, für die es ein Honorar gibt, werden mit der Redaktion abgesprochen und von ihr geprüft. Für neue Autoren wird im Frühjahr ein Workshop dazu angeboten.

Das digitale Stormarnlexikon ist nicht nur Nachschlagewerk, sondern auch der Zugang zum Kreisarchiv, denn das Online Lexikon zeigt die Quellen an und stellt sie zur Verfügung: Hier macht das Kreisarchiv seine Materialien sowohl einsehbar als auch nutzbar. Neben Texten würden mit multimedialen Inhalten wie Grafiken, Karten, Plänen, Bildern, Film- oder Tondokumenten zusätzliche Formen angeboten, die über ihren audiovisuellen Zugang neue Vermittlungsmöglichkeiten schaffen, so Watzlawzik. Verlinkungen zur Deutschen Nationalbibliothek ergänzen die Recherche.

Stefan Watzlawzik zeigt vergrößerte Abbildungen aus dem Fotofundus des Kreisarchivs. Quelle: B. Albrod

Der Blick des Archivars geht auch in Richtung Schulen. „Wir wollen mit dem digitalen Stormarnlexikon zusätzlich neue Angebote für lokale und regionale Themen machen“, kündigt er an. Denkbar seien gemeinsame Projekte, um die Geschichte eines Ortes oder einer Persönlichkeit in Schülerprojekten als Artikel zu erstellen. Dafür gebe es Unterstützung durch einen Autor, der die Schüler begleite. Das Lexikon wolle nicht für sich stehen, sondern suche die Verlinkung mit Institutionen in Stormarn.

Autoren gesucht

Jeder Interessierte kann einen Lexikon-Artikel erstellen. „Wir wollen nicht nur Fachleute als Autoren anwerben“, erklärt Kreisarchivar Stefan Watzlawzik, „jeder, der Lust dazu hat, kann sich am Fortschreiben des Lexikons beteiligen.“ Dafür gelten bestimmte Regeln, die auf der Seite des digitalen Lexikons unter dem Unterpunkt „Mitarbeit“ erläutert sind. Für die Artikel gibt es ein Honorar. Das Stormarn Lexikon ist ab sofort unter www.stormarnlexikon.de freigeschaltet.

Bettina Albrod

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