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Stormarn Onlineführerschein für die Bank der Zukunft
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21:54 09.01.2018
Kai Schubert (l.) und Heiko Ernst vom Vorstand der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln können auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück blicken. Quelle: Foto: B. Albrod
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Trittau

Durch das Wachstum beim digitalen Banking und veränderte Kundenbedürfnisse kommen einschneidende Veränderungen auf das Bankgewerbe zu. „Das Bankgeschäft wird sich immer mehr in Internet einerseits und persönliche Beratung andererseits aufteilen“, sagen Kai Schubert und Heiko Ernst vom Vorstand der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln voraus. Auf der Bilanzpressekonferenz in Trittau stellten sie gestern die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres vor und zeigten die Perspektiven für die weitere Zukunft auf.

Jetzt schon liege der Anteil des Online-Bankings von Privatkunden bei 60 Prozent mit steigender Tendenz. „Der Kunde erwartet in Zukunft eine Erreichbarkeit der Bank an 24 Stunden und sieben Tagen die Woche“, so Schubert. „Der Bankschalter wird ins Wohnzimmer verlegt.“Deshalb müssten die technischen Angebote ausgebaut werden. „Es hat sich auch gezeigt, dass junge Leute für den Zahlungsverkehr nicht mehr unbedingt die Bank brauchen.“

Die Erkenntnisse stammen aus einer Zukunftswerkstatt, in der Bankmitarbeiter und Kunden gemeinsam die Bedürfnisse der Zukunft ermittelt haben. „Wir haben dabei viele Handlungsfelder erarbeitet und wollen uns auf die Kunden einstellen“, betont Schubert. „Dafür sollen neue Zugangskanäle im Internet geschaffen werden. Für dieses Jahr sind Investitionen in das digitale Banking geplant.“ Bereits angelaufen ist ein Pilotprojekt in Breitenfelde, wo Kunden rund um die Uhr an Automaten auch Geld einzahlen und Geschäftskunden Münzrollen abholen können. Auch Videokonferenzen bei Beratungen könnten genutzt werden. „Wir werden nicht weniger Mitarbeiter brauchen, aber sie werden andere Aufgaben erfüllen“, erklärt Schubert. „Die Standorte sollen erhalten bleiben.“

Die bleiben wichtige Anlaufpunkte für die Kunden. „Wir brauchen eine Neuausrichtung“, sagt auch Heiko Ernst, „es wird zukünftig mehr Beratungszentren statt der klassischen Schalter geben. Die Begleitung des Kunden bleibt bestehen, auch wenn dafür zunehmend neue Medien genutzt werden.“ Dafür hätten alle Mitarbeiter einen Online-Führerschein gemacht. Baufinanzierung, Altersvorsorge oder Kreditfinanzierung blieben Gebiete, in denen die Kunden persönliche Beratung schätzen.

2017 hat sich das für die Raiffeisenbank Südstormarn Mölln ausgezahlt. „Wir konnten unser Betriebsergebnis gegenüber dem Vorjahr leicht ausbauen“, gibt Schubert bekannt. „Wir können Zuwächse in allen Bereichen verzeichnen und haben in der Bilanzsumme erstmals die 700-Millionen Euro-Grenze überschritten.“ Das Eigenkapital konnte um fünf Millionen Euro auf 90 Millionen Euro erhöht werden.

Für die Raiffeisenbank Südstormarn Mölln – mit 27 Prozent Marktanteil liegen die Genossenschaftsbanken auf Platz zwei nach den Sparkassen – bedeutet das allerdings zusätzliche Kosten. Die Zinspolitik in Brüssel führe dazu, dass Banken auf Kapital Negativzinsen zahlen müssten. Dadurch steige der Konkurrenzdruck auf dem Markt weiter an, weil große Banken auf Risiko setzten.

„Wir sammeln die Gelder in der Region ein, um sie auch wieder in der Region auszuleihen“, setzt Schubert dem entgegen. An Kundeneinlagen kann die Bank 2017 rund 490 Millionen Euro verzeichnen. Der Niedrigzins bei Kreditvergaben habe zu einem erfolgreichen Jahr bei der Immobilienfinanzierung geführt. Für regionale Projekte sind zudem 52 000 Euro aus Spenden der Raiffeisenbank Südstormarn Mölln geflossen.

 Von Bettina Albrod

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