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Stormarn Operation am Herzen von Reinfeld
Lokales Stormarn Operation am Herzen von Reinfeld
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21:19 25.09.2013
„Es ist noch nichts endgültig entschieden.“ Luis Gomes-Marthino, Stadtplaner. Quelle: LN

Zwar haben die Mitglieder von Pro Park den von ihnen kreierten Namen „Neuhöfer Park“ für das idyllische Stück Reinfeld gegenüber der Matthias-Claudius- Kirche offiziell noch nicht durchgesetzt. Ebenso wenig haben sie bei der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses die Genehmigung für eine Freilichtbühne bekommen, aber zufrieden mit den Entscheidungen bei dieser Zusammenkunft sind sie dennoch.

Denn eines ist nun sicher: Der im Zuge der Stadtmodernisierung erwogene Weg durch den Park zu den rückwärtigen Grundstücken der Paul-von-Schoenaich-Straße auf Seite des Neuhöfer Teiches ist vom Tisch. Einhellig lehnten die Ausschussmitglieder aller dort vertretenen Parteien diese Überlegung ab. Sie festigten das sogar, indem sie der den Park begrenzenden Hecke einen Bestandsschutz gewährten.

Mit dem Bebauungsplan 40, dessen Kerngebiet östlich des Parks ab Schoenaich-Straße 44 bis zur Bahnhofstraße 6 reicht, wird sich nach den Darstellungen von Stadtplaner Luis Gomes-Marthino und Landschaftsplanerin Ursula Zumholz das Stadtbild allerdings gründlich verändern. Unter anderem wird dem Einzelhandel auf 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche mit Parkplätzen für etwa 80 Fahrzeuge unter dem Gebäude und großer Rampe für die Anlieferung reichlich Platz eingeräumt.

Hinzu kommt ein Drogeriemarkt auf einer Verkaufsfläche von 600 Quadratmetern. Die Gebäude dort können dreistöckig sein mit Firsthöhen von bis zu 13 Metern. Ziel des Umbaus ist es, den Einzelhandel und die gesamte Reinfelder Innenstadt schlechthin zu stärken. Vergnügungsstätten und Sex-Shops, das hat die Reinfelder Politik jetzt schon festgeschrieben, sind allerdings nicht erlaubt. Nach Auskunft von Baubereichsleiter Stephan Kruse habe der Investor bereits mit Anwohnern und Grundeigentümern gesprochen. Dromarkt und Einzelhändler seien sehr interessiert. „Sie kommen aber nur bei entsprechender Größe.“ Ausschussvorsitzender Christian Röhr (CDU) empfahl: „Wir sollten da keine Steine in den Weg legen.“

Auf den Grundstücken rechts und links des Kerngebietes werden die Häuser zweigeschossig sein und eine Höhe von elf Metern erreichen. Die rückwärtigen Grundstücke zum Neuhöfer Teich hin können teilweise bebaut werden. Die dort eventuell entstehenden Häuser sollen über Zufahrten von Osten her erreichbar sein.

Doch mit dem Bauvorhaben und mit der einhergehenden Verdichtung des Gebietes gilt es, die Belange der Natur vor allem auf dem tiefer gelegenen Uferstreifen am Neuhöfer Teich. Dort, schlägt Landschaftsplanerin Zumholz vor, soll neben dem Weg zur Stadt hin eine etwa zehn Meter breite „Pufferzone“ entstehen. Eine „grüne Volumenzone“. Auszuschließen sei allerdings nicht, dass einige Bäume in Mitleidenschaften gezogen werden. Der Schaden soll an anderer Stelle ausgeglichen werden.

In seltener Einmütigkeit stimmen die im Ausschuss vertretenen Parteien dieser einschneidenen Umbaumaßnahme im Herzen der Stadt zu. Selbst die Grünen „unterschreiben diesen Bebauungsplan vorbehaltlos“, wie Geert Karnick formulierte. Allerdings dringt er auf eine schonende Lösung im Sinne der Natur. Walter Engel von der Wählerinitiative glaubt, „dass wir mit diesem Plan die Wünsche der Reinfelder erfüllen“. Sozialdemokrat Gerd Herrmann erkennt darin eine Stärkung der Innenstadt. Seine größte Sorge gilt der Vernünftigen Optik. Entsprechenden Bepflanzung könnte da eine zufriedenstellende Lösung bringen. Christdemokrat Wolfgang Raddatz hat zwar keine grundsätzlichen Einwände, schlägt jedoch in einem Bereich ein noch „größeres Baufenster“ vor, also eine Ausweitung der Möglichkeit zu bauen. Entschieden ist noch nichts. Planer Gomes-Marthino: „Wir sind erst in der Vorentwurfsphase.“ 

Uwe Krog

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