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Stormarn Oststeinbek: Zurück zur Normalität
Lokales Stormarn Oststeinbek: Zurück zur Normalität
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22:23 25.05.2018
Alles Müll: Werner Grünitz musste seinen gesamten Keller ausräumen. Dort stand das Wasser bis unter die Decke. Quelle: Fotos: Jens Burmester
Oststeinbek

Am Tag nach dem Unwetter war das ganze Ausmaß deutlich sichtbar. Riesige Sandablagerungen und Geröll lagen auf den Wegen. Anwohner hatten bereits erste Habseligkeiten aus den Kellern geräumt und an die Straßen gestellt. Noch immer liefen Pumpen, um das Wasser aus den Kellern zu pumpen. Wie hoch die Schäden sind, konnte vor etwas mehr als 14 Tagen noch niemand endgültig sagen. Fest stand nur, dass viele Hausbesitzer und Mieter keine Elementarversicherung abgeschlossen hatten und wohl auf ihren Schäden sitzenbleiben würden.

Nach dem Unwetter am Himmelfahrtstag ist in Oststeinbek fast wieder Normalität eingekehrt. Wassermassen schossen seinerzeit durch die Straßen, Grundstücke wurden überflutet, Keller und Tiefgaragen liefen voll. Die Feuerwehr zählte 500 Einsätze. Der Schaden geht in die Millionen.

Besonders betroffen war die alte Wassermühle in Oststeinbek. Dort war eine ganze Wand weggebrochen, das gesamte Gebäude wurde als einsturzgefährdet deklariert und evakuiert. Inzwischen konnte eine Mieterin, die dort einen Bastelshop betrieben hat, ihre Geschäftsräume leeren. Sie hat einen neuen Laden in Glinde gefunden und wird von dort aus weiterarbeiten können. Auch ein Mieter hat seine Sachen aus der Wohnung geholt und kommt in der Nähe der Mühle unter.

Der Bausachverständige Werner Grünitz ist damit betraut, den Zustand der Mühle genau zu untersuchen und die Schäden festzustellen. Er geht davon aus, dass das Gebäude in absehbarer Zeit wieder instandgesetzt wird. So lange bleibt es gesperrt. Die Wand wird auf einer extra dafür gegossenen Betondecke abgestützt.

Grünitz, der in Oststeinbek wohnt, war auch selbst vom Unwetter betroffen – so wie viele andere Bewohner der Straße Am Südhang in Oststeinbek. Er ist immer noch damit beschäftigt, seinen Keller auszuräumen. Auf der Straße steht ein Container, der 30 Kubikmeter fasst. Er ist schon mehr als zur Hälfte gefüllt. „Wir haben den gesamten Keller ausgeräumt, denn der stand komplett bis zur Decke unter Wasser. Jetzt muss noch die gesamte Heizungsanlage ausgebaut werden, denn auch die stand unter Wasser und ist nicht mehr zu gebrauchen“, erzählt Grünitz. Er geht allein in seinem Haus von einem Schaden im sechsstelligen Bereich aus.

Für Anwohner, die keinen eigenen Container bestellt haben, wird die Müllabfuhr tätig. „Die Abfallwirtschaft Südholstein ist uns sehr entgegengekommen, um den Betroffenen zu helfen“, sagt Bürgermeister Jürgen Hettwer. Ursprünglich sollten die Mitarbeiter des Unternehmens nur an einem Tag im Ort mit anpacken. Am Ende wurden es drei. 700 Kubikmeter Müll sammelten die Männer ein.

Auch die Umgebung mit ihren Wanderwegen, die Straßen, Gehwege und die Kanalisation in Oststeinbek waren vom Unwetter betroffen. Mit mehreren Spülwagen, auch von privaten Anbietern, wurden die Leitungen und Straßeneinläufe gereinigt.

Eines steht noch nicht fest: die Höhe des gesamten Schadens, den das Unwetter in Oststeinbek angerichtet hat. Geht man davon aus, dass allein bei dem Bausachverständigen Grünitz ein Schaden von mehr als 200000 Euro eingetreten ist, dürfte der Gesamtschaden im zweistelligen Millionenbereich liegen.

 Von Jens Burmester

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