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Stormarn Eichedes Pastorin wechselt nach Trittau
Lokales Stormarn Eichedes Pastorin wechselt nach Trittau
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12:56 30.01.2019
Pastorin Susanne Schumacher verlässt die Kirchengemeinde Eichede und geht nach Trittau. Quelle: Foto: Dorothea von Dahlen
Eichede

Überall in Stormarner Kirchen dreht sich das Personalkarussell. Meist werden Nachfolger für Pastoren gesucht, die in den Ruhestand gehen. Bei Susanne Schumacher, die vier Jahre lang die Kirchgemeinde Eichede betreute, ist das anders. Die 56-Jährige hat sich aus privaten Gründen dafür entschieden, noch einmal neu durchzustarten. Sie wechselt am 1. April auf die zweite Pfarrstelle der Kirchgengemeinde Trittau. Zwar steht noch eine finale Abstimmung im dortigen Gemeindekirchenrat im Beisein von Propst Hans-Jürgen Buhl aus, doch haben ihr die Mitglieder des Gremiums auf einer Klausurtagung bereits ihre Zusage signalisiert.

Sympathie beim Gottesdienst auf Probe

Ein positives Echo bekam die Pastorin auch schon beim Probegottesdienst in der Trittauer Martin-Luther-Kirche. „Ich wurde sehr freundlich empfangen. Es gab anschließend viele interessierte Nachfragen zu meiner Person“, erzählt Susanne Schumacher. Mit dem Gedanken, ihren Wirkungskreis zu verändern, hatte sie nach eigenem Bekunden schon nach ihrem dreijährigen Probedienst in Eichede gespielt. „Da hatte ich schon überlegt, ob ich bleibe oder weiter ziehe“, sagt sie. Den eigentlichen Ausschlag habe aber letztlich die Trennung von ihrem Mann gegeben. Da habe sie gespürt, dass die Zeit reif für einen Wechsel war.

Himmel oder Hölle auf Erden

Von Trittaus Kirchenmusikerin Barbara Fischer erfuhr die Pastorin von der Ausschreibung für die zweite Pfarrstelle. „Sie hat schon so etwas wie Head-Hunting betrieben. Schließlich war die Position seit Längerem vakant“, erzählt Susanne Schumacher. Doch statt gleich zuzusagen, nahm sie sich mit der Bewerbung etwas Zeit. Sie wollte sichergehen, dass die Kirchengemeinde Trittau ihr ein adäquates Betätigungsfeld bieten kann und – was nicht minder wichtig ist – dass die Chemie zwischen ihr und der bereits amtierenden Kollegin stimmt. „Die Zusammenarbeit zweier gleich gestellter Pastorinnen kann der Himmel auf Erden oder auch die Hölle sein. Anke Schäfer ist aber eine sehr gerade Person, was mir sehr entgegenkommt. Wir haben verschiedene Schwerpunkte und werden eine vernünftige Aufgabenteilung schaffen“, sagt Susanne Schumacher.

Mehr als Taufe, Trauung und Beerdigung

Im Hinblick auf die zurückliegende Zeit in Eichede sieht die Pastorin in Trittau ganz neue Entwicklungschancen für ihr kirchliches Engagement. „Ich will nicht schlecht reden, was war. Wir hatten gute Veranstaltungen wie etwa ,Wort trifft Ton’, bei der wir Solostücke mit einer Lesung kombiniert haben“, rekapituliert Schumann. Auch habe sie mit den Projekten „Kirche für Knirpse und Kids“ moderne religionspädagogische Konzepte umsetzen können. Doch all dies sei in der kleinen Gemeinde nur bis zu einem bestimmten Grad möglich gewesen. Zum Teil habe dies daran gelegen, dass sich die Mehrheit im jetzigen Gemeindekirchenrat Neuerungen gegenüber nicht sonderlich offen zeige oder nur zögerlich darauf reagiere. „Für die meisten Einheimischen bedeutet Kirche eben nur Gottesdienst, Taufe, Trauung und Beerdigung“, sagt Schumacher. Das sei ihr auf Dauer zu wenig.

Lob für kreative Projekte

Im bald erscheinenden Gemeindebrief kommen dagegen wohl all jene zu Wort, die der scheidenden Pastorin nachtrauern. Voll des Lobes ist der Beitrag für die Angebote, welche sie für Kinder und junge Familien geschaffen hat und die guten Kontakte, die sie zur Grundschule Mollhagen und der Kita Todendorf geknüpft hat. Auch ihre Bereitschaft, mit anzupacken sowie „schwierige Themen zielstrebig und manchmal sogar ein wenig kompromisslos“ anzugehen, findet darin positive Erwähnung. Wie Schumann jedoch versichert, sollen die kreativen Projekte für die Kleinen bestehen bleiben. Tim Ströver aus Bargteheide wird sie weiterführen.

Überzeugt von Trittauer Thesen

Mit drei kirchlichen Kindergärten, vier Konfirmandengruppen und gut funktionierenden Kooperationen mit den örtlichen Schulen vermag Trittau der engagierten Pastorin offenbar die Herausforderung zu bieten, die sie gesucht hat. „Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt mir sehr am Herzen“, sagt Susanne Schumann. Außerdem habe sich die neue Kirchengemeinde ein besonderes Leitbild geschaffen, die Trittauer Thesen. Demnach gehörten Religionspädagogik, Kirchenmusik und die theologische Seelsorge ganz eng zusammen und seien einander gleichberechtigt. Auf dieser Basis sei es möglich, den spirituellen und religiösen Bedürfnissen der Menschen, angefangen vom Kita-Kind über die Konfirmanden bis hin zu den Senioren besser gerecht zu werden. Und das sei einzigartig in der Nordkirche.

Pastorin verabschiedet sich Ende März

Auf seiner jüngsten Sitzung hat der Kirchengemeinderats im Übrigen Kerstin Coenen zur neuen Vorsitzenden gewählt. Die Pfarrstelle soll im März im kirchlichen Amtsblatt ausgeschrieben werden. „Sollte sich niemand bewerben, dann kann beantragt werden, dass ein Berufsanfänger in Eichede eingesetzt wird. Das wäre ab Februar 2020 möglich“, erklärt Susanne Schumacher. Da es eine Vollzeitstelle sei, handele es sich durchaus um ein attraktives Angebot, fügt sie hinzu. Sie selbst will in der dritten Märzwoche mit ihrem Sohn in eine Dienstwohnung nach Trittau ziehen. Von ihrer alten Kirchengemeinde in Eichede verabschiedet sie sich am 31. März.

Späte Berufung

Eine Pfarrstelle war für Susanne Schumacher zunächst nicht erste Wahl. Die gebürtige Schwäbin studierte Theologie in Tübingen und Hamburg. Kurz nach dem ersten Examen nahm sie davon Abstand Pastorin zu werden und schwenkte in eine andere Richtung um. Sie arbeitete als EDV-Dozentin, schulte Pastoren in Buchhaltung und anderen Verwaltungsprogrammen. Als die Nordelbische Kirche das Zentrum aus Kostengründen abstieß, wechselte sie zum Diakonischen Werk. Dort war sie für Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Mit Ende 40 entschied sich die Theologin letztlich doch für eine Vikarsausbildung, um Pastorin zu werden. Ihre erste Stelle trat sie vor vier Jahren in Eichede an.

Dorothea von Dahlen

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