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Pegelstand der Bille bei Reinbek gesunken

Lage entspannt sich Pegelstand der Bille bei Reinbek gesunken

Der Dauerregen der vergangenen Tage hatte dazu geführt, dass der Pegelstand der Bille bei Reinbek ein historisches Hoch erreicht hatte. Zwischenzeitlich überschritt er die Marke von 2,20 Meter. Der Fluss drohte über die Ufer zu treten, die Lage entspannte sich erst am Sonnabendvormittag. Auch die Trave und die Schwartau verzeichneten hohe Pegelstände.

Eine Feuerwehrfrau steht am Freitag in Kuddewörde (Lauenburg) an einer Sandsack-Barriere am Fluss Bille. Der Fluss tritt wegen starker Regenfälle an mehreren Stellen über die Ufer. 

Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

Reinbek. Bille: Das Wasser könnte Geröll und Steine mitreißen, falls sich der Abfluss-Kanal der Bille am Mühlenteich in Reinbek zusetzt. Im schlimmsten Fall ist ein Wohnhaus in der Bahnhofstraße bedroht. Oberstes Ziel der Feuerwehr ist es deshalb, den Kanal am Mühlenteich-Wehr offen zu halten.

Eine Barriere aus Sandsäcken verhindert in Aumühle (Herzogtum Lauenburg), dass der Fluss Bille in den Wintergarten eines Hotels läuft.

Eine Barriere aus Sandsäcken verhindert in Aumühle (Herzogtum Lauenburg), dass der Fluss Bille in den Wintergarten eines Hotels läuft.

Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

In der Nacht zum 4. Januar war in Brunstorf ein Lagezentrum des Katastrophenstabes für den Kreis Herzogtum Lauenburg und die Stadt Reinbek (Kreis Stormarn) eingerichtet worden. Das Technische Hilfswerk (THW) wurde zur Unterstützung angefordert, um Äste und Hindernisse vor dem Kanal abzufangen, ehe sie einen Pfropfen bilden und den Kanal verschließen.

Und die Gefahr an der Bille ist noch lange nicht gebannt. Das Hochwasser werde noch bis zu drei Tage nachlaufen, sagt Reinbeks Wehrführer Hans-Jörg Haase. Aufgrund der nassen Böden könne das Wasser auch nicht auf den Feldern versickern. Reinbek liege so tief, dass das Wasser der Bille, das nicht abfließen kann, sich dort sammele.

Die Bille hat einen historischen Höchststand erreicht und droht über die Ufer zu treten. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie.

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Normalerweise werde die Bille in die Elbe abgeleitet, die habe aber ihrerseits Hochwasser, so dass das Wasser sich zurückstaut. Dadurch droht auch eine Überflutung des Grundstücks des Museums Rade in Reinbek – dort steht ein Fußgängerweg entlang der Bille bereits unter Wasser.  

Großeinsatz in Reinbek 

Der Pegelstand am Schlosswehr stand am Sonnabendmorgen noch immer bei über 2,20 Meter, auch die Fließgeschwindigkeit der Bille blieb unverändert stark. Die Häuser in Ufernähe wurden mit Sandsäcken geschützt, falls der Pegel weiter steigt stehen auch Big-Bags zum Schutz bereit.

In der Nacht zu Sonnabend wurden die ersten Kräfte ausgetauscht, damit sie wieder fit sind für den Folgeeinsatz. Premiere hatte das neue Wechselladerfahrzeug 80/63 der FF Glinde. Es rückte zum ersten Einsatz nach Reinbek aus. Inzwischen hat auch die Technische Einsatzleitung Stormarn (TEL) ihren Standort an der Reinbeker Feuerwache eingerichtet.

Von dort werden die Einsätze koordiniert. Entspannung zeigte die Lage an der Grander Mühle in Kuddewörde . Dort hielten mehrere ehrenamtliche Helfer des THW Nachtwache und pumpten rund 3000 Liter Wasser pro Minute von dem historischen Gebäude weg, zurück in den Fluss.

Entwarnung am Sonnabendvormittag

Nach aktuellen Informationen der Technischen Einsatzleitung Stormarn (TEL), stationiert in der Feuerwache Reinbek, hat sich die Hochwasserlage der Bille im Bereich der Stadt Reinbek entspannt. Der Pegel hat sich innerhalb der vergangenen Stunden zwischen drei und sieben Zentimetern gesenkt, hieß es am Sonnabendvormittag.

Mögliche Gefährdungspunkte im Flussverlauf bzw. an Objekten werden durch Einsatzkräfte der Feuerwehr Reinbek sowie Fachpersonal des THW nach wie vor regelmäßig, in Abständen von ca. 30-45 Minuten, überwacht. Speziell an kritischen Gebäudepunkten sind seitens des THW laserbasierte Monitoring-Maßnahmen installiert worden, um kleinste Veränderungen sofort erkennen und eventuelle Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Die Kontrolle beziehunsgweise das Beseitigen von Treibgütern im Flussverlauf ist weiterhin ein bestehender Einsatzabschnitt um die Einsatzprämisse des störungsfreien Ablaufs der anstehenden Wassermengen weiterhin nicht zu gefährden.

Aktuell sind rund 30 Kräfte der unterschiedlichen Einheiten vor Ort. Im Gesamtverlauf des bisherigen Einsatzes sind über 130 Mitglieder von Feuerwehren, THW und Versorgungsgruppen des ASB / DRK im Wechselbetrieb im Einsatz gewesen. Weitere Informationen werden in den anstehenden Lagebesprechungen erwartet.

Noch während die Einsatzkräfte in Lauenburg und Stormarn gegen die Regenmassen kämpften, wurden Forderungen aus den Gemeinden nach finanzieller Unterstützung laut. Wolfgang Gerlach, Bürgermeister der Gemeinde Kuddewörde (Kreis Herzogtum Lauenburg), in der auch die Grander Mühle liegt, sagt: "Da das hier nicht unser Wasser ist, kann es nicht sein, dass wir regelmäßig die Einsätze von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk bezahlen müssen, nur weil bei hier bei uns das Wasser aus dem gesamten Einzugsgebiet der Bille vorbeiläuft. Wir erwarten finanzielle Unterstützung vom Kreis."

Trave: Die Wiesen an der Bundesstraße 75 zwischen Reinfeld und Benstaben haben sich in den letzten Tagen in eine riesige Seenlandschaft verwandelt. Für die Karpfenstadt seien die hohen Wasserstände noch nicht bedrohlich, betont Bürgermeister Heiko Gerstmann. Dies treffe auch für die Region am Kalkgraben zu – einst ein durchaus neuralgischer Punkt: „Aber auch da haben wir noch keine Probleme. Wir haben ein fähiges Ablaufsystem geschaffen.“ Etwas höher sei zurzeit der Wasserstand im Herrenteich. Deshalb musste der untere Bereich der Seepromenade für Passanten gesperrt werden. Auch in Bad Oldesloe sind die aktuellen höheren Wasserstände in der Trave für die Stadt kaum besorgniserregend.

Hohe Pegelstände der Trave im Kreis Stormarn. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. 

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Auch in Lübeck ist der Pegel gestiegen: Nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Lübeck ist der Stand bereits am Donnerstag auf 5,60 Meter gestiegen. Das ist 60 Zentimeter höher als normal. Für die Schifffahrt auf dem Kanal habe das keine Konsequenzen, sagt WSA-Leiter Henning Diercken. Kritisch könnte es allenfalls werden, wenn Wind aus Nordosten hinzukäme. Die auffällige, gelblich-braune Färbung des Wassers komme von Lehm in dem Regenwasser, das in die Trave und ihre Zuflüsse gespült werde.

Wegen des durchnässten Bodens können gefällte Bäume aus dem Stadtwald nicht abtransportiert werden. Dicke Eichenstämme liegen im Lauerholz auf morastigem Boden, jeder davon ungefähr 200 Euro weit. Wenn man sie jetzt herauszöge, würde das schwere Schäden im Waldboden anrichten. "Der Boden ist satt, der nimmt nichts mehr auf", sagt Revierförster Kai Neumann. 

Und auch in der Kleingartenanlage Mühlentor in St. Jürgen bereitet das Hochwasser Probleme: Hier stehen mehrere Gärten und ganze Wege unter Wasser. Gerd Stöver, stellvertretender Vorsitzender des Kleingartenvereins, fürchtet, dass auch Lauben überschwemmt werden könnten. "Dass das wieder wegtrocknet, das dauert eine Ewigkeit", prophezeit er.

Die Fußballplätze an der Falkenwiese sind wegen der Nässe bis auf Weiteres unbespielbar. Wenn am Montag das Training des SV Viktoria 08 wieder beginnt, werden die Mannschaften auf andere Sportanlagen ausweichen. "Bei trockenem Wetter und Wind ist der Platz nach einer Woche wieder bespielbar", sagt Vorstandsmitglied Dieter Szillat.

Schwartau:  Der Dauerregen der vergangenen Tag wirkt sich auch auf die Wasserlandschaft am Kurpark aus. Die Fußwege und Wiesen sind matschig – eine Herausforderung für die Spaziergänger und ihre Hunde. Nebenan zieht braun und breit die Schwartau vorbei. In diesen Tagen führt der Fluss sehr viel Wasser und tritt dabei leicht über die Ufer. Auch der Kurparksee ist bis zum Rand gefüllt: Der Uferbereich und teilweise auch Gehwege stehen unter Wasser. Grund dafür ist der Wind, der das Hochwasser der Schwartau in den künstlich angelegten See drückt.

Der Dauerregen hat die Schwartau über die Ufer treten lassen. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie.

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Die Bille: Verästelung zur Elbe: 

Die Bille ist ein Nebenfluss der Elbe. In der verästelten Bille landet ein Großteil der Wassermassen im Kreis Herzogtum Lauenburg. In Reinbek ist die Bille zum Mühlenteich angestaut. Eigentlich soll über die Bille das Wasser in die Elbe abfließen, damit es dann die Nordsee erreichen kann. Durch den Dauerregen stieg der Pegelstand aber in den vergangenen Tage auf ein Rekordhoch an, sodass die Bille zunächst über die Ufer treten würde, bevor sie abfließen könnte. Da in Reinbek das gesamte Wasser der Nebenflüsse zur Elbe zusammenläuft, ist der Ort vom Hochwasser besonders gefährdet.

Weiterlesen: Land unter im Südkreis - Helfer kämpfen gegen Wassermassen

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reinbek
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