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Stormarn Pendler-Ärger: Stellflächen dicht belegt
Lokales Stormarn Pendler-Ärger: Stellflächen dicht belegt
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21:24 10.08.2016
Hamburg-Pendler Thomas Garde parkt seinen Roller schon immer im Freien, um den Radlern keinen Platz in den Ständern zu nehmen.

Ahrensburg, Bad Oldesloe, Bargteheide, Reinbek und Reinfeld seien zu 100 Prozent oder mehr ausgelastet, antwortete das in Kiel für Verkehr zuständige Ministerium. Dabei hat Bad Oldesloe erst neulich einen weiteren Parkplatz für etwa 100 Fahrzeuge in der Mommsenstraße hinzu bekommen. „Und der war sofort ausgelastet“, bestätigt Bürgermeister Tassilo von Bary.

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Tjorven Lüth muss sein Rad aus Platzmangel am Zaun abstellen.

„Radhäuser in Oldesloe gibt es wohl erst nächstes Jahr.“ Tassilo von Bary

Der Grund für die hohe Parkerdichte am Oldesloer Bahnhof sei die Mitgliedschaft im Hamburger Verkehrsverbund mit dessen günstigen Tarifen. Das würden viele Autofahrer aus Lübeck und dessen Umland nutzen, zumal das Parken auch noch kostenfrei sei. Und der Oldesloer Bahnhof ist zudem vollgestellt mit Fahrrädern.

Hunderte stehen in Boxen zwischen den Gleisen und im Parkhaus. Die vor knapp zwei Jahren von den Oldesloer Stadtverordneten mit knapper Mehrheit beschlossenen sogenannten Radhäuser sind allerdings noch nicht aufgestellt. Von Bary rechnet damit erst im kommenden Jahr: „Wir warten noch auf eine Genehmigung der Bahn.“

Vergrößert werde die Enge durch Mitarbeiter der gegenüber liegenden Kreisverwaltung und durch die Patienten im Ärztehaus, wie eine Autofahrerin berichtet. Anwohner im weiteren Bahnhofsumfeld, wo keine Garagen oder sonstige Stellplätze zur Verfügung stehen, besetzen die restlichen Plätze. Je nach Lebenssituation empfinden sie die Enge allerdings unterschiedlich. „Ich konnte noch immer mein Auto hier abstellen“, sagt eine ältere Dame. „Zur Not warte ich, bis der nächste Zug kommt und dann ein Platz frei wird.“

Der promovierte Jurist Breyer und seine Piraten-Partei fordern Nachbesserungen. Doch die vom Kieler Verkehrsministerium gesehene hohe Belegung am Oldesloer und Reinfelder Bahnhof mit Pendler-Fahrzeugen kann Stephan Kruse von der Reinfelder Bauabteilung so nicht nachvollziehen.

280 Parkplätze sind dort nach Auskunft aus der Bauabteilung fest vergeben, hinzu kommen 20 bis 30 Plätze als Puffer. Und kürzlich wurde eine weitere Fläche in der Straße Fünfkaten unweit des Bahnhofs als mögliche zusätzliche Parkfläche von den Stadtverordneten festgelegt.

Völlig sorgenfrei ist das Parken am Reinfelder Bahnhof freilich nicht. Zwar beobachtet Taxifahrer Wolfgang Schwermer das Parkplatzgeschehen am Reinfelder Bahnhof, dass „um sieben Uhr alles vollgestellt“ sei. „Dabei geht es aber sehr gesittet zu“, sagt er. Walter Engel, Fraktionschef der Wählerinitiative, beklagte allerdings unlängst viele Wildparker ohne Parkschein und eine fehlende Überwachung. Und vor allem die Radler unter den Pendlern wie Engels Parteifreund Manfred Schönbohm fordern weitere Fahrradständer.

Wenn Tjorven Lüth zum Beispiel erst etwa gegen acht Uhr ankommt, um mit dem Zug nach Lübeck zu fahren, sind alle Ständer belegt. „Und ich muss an den Zaun gegenüber ausweichen, um mein Rad fest und sicher anschließen zu können.“ Das sei wichtig. „Ich habe hier schon jede Menge geknackte Schlösser gesehen.“

Wegen der zwei Plätze, die sein Roller in den überdachten Ständern einnehmen würde, weicht Hamburg-Pendler Thomas Garde aus Rücksicht auf die anderen auf ein kleines Stück Freifläche neben den Ständern aus. Wenn er aber zu spät kommt, „wird es selbst dort kritisch“. Schon deshalb würde er sich wünschen, „dass die vielen ,Fahrradleichen’ am Bahnhof irgendwann mal abgeholt würden, um Platz zu schaffen.“ Und vielleicht eine größere Überdachung unmittelbar neben dem Bahnhof, „damit man bei Regen einen trockenen Sitz behält.“

Besserung ist in Sicht, wenn nach dem Bau der Brücke über die Gleise und des barrierefreien Zugangs zum Bahnsteig der Bahnhofsvorplatz neu gestaltet ist. Im September, Oktober soll mit dem Bau des Zugangs begonnen werden. „Dann müssen die Radfahrer“, sagt Baubereichsleiter Kruse, „auf die andere Seite des Bahnhofs ausweichen.“ Dorthin, wo früher der alte Holzschuppen stand.

Das bedeutet zunächst eine weitere Einschränkung, aber damit ist Reinfeld schon mal auf dem Weg, den Pirat Breyer vorschlägt: „Bahnfahren ist praktisch und schont die Umwelt – aber dazu muss man erst einmal zum Bahnhof kommen.“ Breyer fordert für seine Partei: „Geld für Bahnhofsumbauten sollte das Land nur noch zahlen, wenn gleichzeitig ausreichend Abstellplätze geschaffen werden.“

 Uwe Krog

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