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Stormarn Pendler unter Strom: Wer will Elektroautos testen?
Lokales Stormarn Pendler unter Strom: Wer will Elektroautos testen?
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09:47 08.03.2018
Die Stormarner Kreisverwaltung hat eine kleine Flotte mit Elektroautos: Isa Reher und Fuhrparkleiter Holger Donner. Quelle: Foto: Markus Carstens
Bad Oldesloe

Das Gerichtsurteil zu Fahrverboten für Diesel-Fahrzeuge in größeren Städten dürfte den Verantwortlichen für das neue Projekt nicht ungelegen kommen. Schließlich geht es darum, 715 Elektroautos unter Pendler aus sechs Hamburger Randkreisen zu bringen, darunter Stormarn, Segeberg und das Herzogtum Lauenburg.

Ein einfaches Formblatt genügt, auf dem versichert wird, dass man täglich von außerhalb nach Hamburg einpendelt. Federführend ist das Unternehmen Hysolutions, das das Projekt mit diversen Leasingfirmen managt. Diese wiederum kaufen die Autos und vermitteln diese dann direkt an die Pendler. Die Leasingbanken der Kfz-Hersteller nehmen dann auch die Anträge entgegen. Noch ist es aber nicht so weit, denn noch ist die Förderung durch den Bund gar nicht bewilligt. „Es sieht aber sehr gut aus“, sagt Oliver Mau, Verkehrsreferent der Metropolregion. Umsonst wird das Autofahren freilich nicht, aber es gebe günstige Konditionen, versichert Oliver Mau. Das Projektvolumen liegt bei vier Millionen Euro.

Sechs Kreise beteiligt

Der Förderbescheid werde im April erwartet. Projektstart könnte im Mai oder Juni sein. Laufzeit: wahrscheinlich zwei Jahre. Genaueres – auch die Kosten für die Pendler – wollen die Verantwortlichen nach erfolgter Förderzusage bekanntgeben.

Hintergrund des Projektes ist das Sofortprogramm „Saubere Luft“ des Bundes, das Abgasminderungen vor allem in belasteten Städten – wie eben Hamburg – fördert. Weitere adressierte Kommunen im Norden waren zum Beispiel Kiel und auch Norderstedt. In der Metropolregion wurde eben dafür das Projekt „Pendlerströme unter Strom entwickelt.“ Weitere Kreise sind Pinneberg, Stade und Harburg. Weder für die Kreise noch für die Geschäftsstelle der Metropolregion fallen eigene Kosten an. Die Projektabwicklung erfolgt über Hysolutions und die Leasinggesellschaften.

„Damit soll eine mittel- und langfristige Elektrifizierung von Pendlerverkehren in Metropolräumen entwickelt werden“, sagt Stormarns Klimaschutzmanagerin Isa Reher und spricht von einem bundesweit bislang einmaligen Modellprojekt. „Eine sehr gute Lösung. Wir freuen uns, dass Hamburg an uns gedacht hat.“

Einmalig deshalb, weil sich das Angebot direkt an Pendler richte und nicht an Kommunen oder Unternehmen, ergänzt Oliver Mau. Von den Autoherstellern machen laut Isa Reher allerdings nur VW und Renault mit.

41 Ladestellen

400 Kilometer könne man laut Stormarns Klimaschutzmanagerin Isa Reher bereits mit einem vollgeladenen Elektroauto zurücklegen. Momentan seien die Batterien jedoch aufgrund des Wetters schneller leer. Denn unter anderem die Auto-Heizung schwäche die Batterie und reduziere so die Reichweite.

Die Anzahl der Ladeorte hat sich in Stormarn 2017 fast verdreifacht – von 15 auf 41. Vor allem an der A 1 komme das „Schnellladen“ voran.

 Markus Carstens

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