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Stormarn Pennäler reden jetzt demokratisch mit
Lokales Stormarn Pennäler reden jetzt demokratisch mit
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20:13 29.09.2016
Lehrer Hauke Seiler (l.) hat gemeinsam mit Sozialpädagoge Boris Hoppe (r.) das SV-Projekt auf den Weg gebracht. Theresa (ab 2. v. l.), Jasmin und Melanie gehören zum Schülerparlament, das Florim zum Präsidenten gewählt hat. Quelle: Bettina Albrod
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„Ich bin zum Verbindungslehrer gewählt worden und habe gesehen, dass die bisherige SV nach Ministerämtern organisiert war“, erläutert Hauke Seiler, der den Prozess gemeinsam mit Schulsozialpädagoge Boris Hoppe angestoßen hat. 15 bis 20 Schüler hätten zur SV gehört. „Aber keiner wusste, wer denn jetzt SV-Vertreter ist. Die Arbeit wurde als nicht transparent wahrgenommen“, so Seiler.

„Die Arbeit der SV wurde als nicht transparent wahrgenommen.“ Hauke Seiler, Verbindungslehrer

„Was ist gute SV-Arbeit?“, ließ Seiler deshalb über die Klassenlehrer bei den knapp 900 Schülern nachfragen. „Das Ergebnis war: Transparenz.“ Als Konsequenz daraus rief Seiler einen Workshop ins Leben, in dem Schüler aller Klassenstufen innerhalb von drei Tagen ein neues SV-Modell entwarfen, bei dem alle Schüler über Ausschussarbeit eingebunden sind. Entwickelt wurde dazu eine entsprechende Satzung mit einer Menge Paragraphen. Mit von der Partie war deshalb der Rechtskundelehrer, der Anwalt ist und das nötige Fachwissen beisteuern konnte. Das Ganze wurde mit dem Schulgesetz abgestimmt, und fertig war das Schülerparlamentspräsidium. „Die Schulleitung trägt die Umstrukturierung voll mit“, so Hoppe.

Das neue Parlament aus 80 Klassensprechern und ihren Stellvertretern kam nun erstmals zusammen, um einen Präsidenten zu wählen: Florim aus dem 11. Jahrgang errang die Mehrheit, Dolph aus Jahrgang zwölf wird sein Stellvertreter. Kassenwart Tom wird künftig das jährliche Budget von 100 Euro verwalten, und zwei Schriftführer protokollieren die 14-tägigen Sitzungen, um die Arbeit der Schülerselbstverwaltung über die Homepage der Schule öffentlich zugänglich zu machen. Dazu kommt der Schulsprecher, der mit in der Schulkonferenz sitzt, die sich aus je zwölf Lehrern, Eltern und Schülern zusammensetzt, und bei wichtigen Entscheidungen mitreden kann.

Das können in Zukunft auch alle Schüler. „Wenn ihr beispielsweise wollt, dass mehr Fahrradständer aufgestellt werden, gründet ihr künftig einen Ausschuss dazu mit Interessierten und erarbeitet ein Projekt“, gibt Seiler ein Beispiel. „Ihr sitzt hier als Vertreter der übrigen Schüler.“ Alle zwei Wochen soll es eine Klassenlehrerstunde geben, in der Ideen von Schülern für Verbesserungen und Anregungen gesammelt werden sollen, alle zwei Wochen tagt das neue Schülerparlamentspräsidium. „Das ist ein Projekt, das als Lehrstück für Demokratie gelten kann“, erklärt Hoppe.

 Bettina Albrod

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