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Stormarn Perlen polnischer Kammermusik
Lokales Stormarn Perlen polnischer Kammermusik
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20:27 23.10.2017
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Reinfeld

„Wir sind die einzigen in ganz Schleswig-Holstein, die den Zuschlag für die Veranstaltung bekommen haben. Deutschlandweit gibt es nur sechs Konzerte“, sagt Britta Lammert von der Reinfelder Stadtverwaltung. Wie sie berichtet, hatte sich die Stadt schon vor mehr als einem Jahr für die Konzertreihe „Perlen der Polnischen Musik“ beworben und die Zusage bekommen. Und darauf ist nicht nur Bürgermeister Heiko Gerstmann sondern auch Irmi Mussack mit Recht stolz. Die Geschäftsführerin des Bildungszentrums der Deutschen Rentenversicherung in Reinfeld stellt ihr Haus für dieses Kulturevent zur Verfügung.

Im stylischen Ambiente des Audimax erklingen nun sowohl klassische Kompositionen als auch innovative Neubearbeitungen bekannter Stücke für Streicher und Klavier. Aufgeführt werden Werke, die symbolisch für die polnische Geschichte stehen und somit die Stimmung der verschiedenen Epochen musikalisch zum Ausdruck bringen. „Polen hat ja 135 Jahre gar nicht bestanden, ist dreimal geteilt worden. Die Sehnsucht nach einem eigenen Staat spiegelt sich deshalb auch stark in der Kultur wider“, erklärt dazu Irmi Mussack.

Zu hören ist etwa Michal Kleofas Oginskis Polonaise „Abschied vom Vaterland“, Karol Szymanowskis Etüde b-Moll sowie der „Fantastische Krakauertanz“ von Ignacy Jan Paderewski, einem bekannten Komponisten, Politiker und Freiheitskämpfer. Er wurde erster Ministerpräsident des neu gegründeten Staates Polen und unterzeichnete 1919 den Versailler Vertrag für sein Land. Aus der Oper das „Gespensterschloss“ von Stanislaw Moniuszko wird ein Mazurka gespielt und mit dem Stück „Oberek“ aus dem Jahre 1947 würdigt das Kammerorchester Grazyna Bacewicz, eine der bedeutendsten modernen Komponistinnen des Landes. Nicht zuletzt steht auch Kujawiak von Henryk Wieniawski auf dem Programm, einem polnischen Adligen, der im Salon seiner Mutter Kontakt zu musikalischen Zeitgenossen wie Robert Schumann, Artur Rubinstein und Fryderyk Chopin bekam. Als Sohn eines Franzosen und einer Polin in Warschau aufgewachsen, darf natürlich auch Letzterer nicht unter den polnischen Perlen fehlen.

Von Fryderyk Chopin ist Andante spianato und die Grande Polonaise Es-Dur op. 22 zu hören.

Mit Wojciech Waleczek und dem Acoustic Quartett ist ein genussvoller Abend programmiert. Der 1980 geborene Pianist, der in Katowice und im kanadischen Vancouver studierte, gehört zu den virtuosesten Interpreten romantischer Klaviermusik. Er erzielte etwa viele Erfolge bei nationalen und internationalen Liszt-Wettbewerben. Zum Acoustic Quartet gehören wiederum Absolventen der Musikakademie Katowice, die sich nicht nur auf klassische, sondern auch auf zeitgenössische Kompositionen spezialisiert haben.

Nicht nur musikalisch, auch politisch ist die Veranstaltung in Reinfeld etwas Besonderes. Gefördert wird sie vom Ministerium für Kultur und nationales Erbe in Warschau gemeinsam mit dem Polnischen Institut Düsseldorf, dem Verein Signum Glivice und Partnern aus der Wirtschaft. Ziel ist es, die Beziehung zu deutschen Kommunen auszubauen und den Menschen hier die Schätze polnischer Kultur nahezubringen. „Wir selbst pflegen ja die Freundschaft zu Polen seit 19 Jahren. Da passt dieses tolle Konzert hervorragend in diesen Rahmen“, erklärt Britta Lammert.

Von Dorothea von Dahlen

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