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Stormarn Dramatische Personalnot in Kita Hamberge
Lokales Stormarn Dramatische Personalnot in Kita Hamberge
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18:09 13.01.2019
Die Kita Regenbogen in Hamberge musste diese Woche zwei Betreuungsgruppen schließen wegen fehlendem Personal. Sechs Betreuerinnen sind schwanger, für sie gilt ein Beschäftigungsverbot. Zwei Mitarbeiter waren zudem erkrankt. Quelle: Britta Matzen
Hamberge

Der Fachkräftemangel erreicht in Hamberge eine neue Dimension. „In der Kita Regenbogen haben wir die Situation, dass von 22 Mitarbeitern aktuell sechs schwanger sind. Die dürfen wegen der Infektionsgefahr ab sofort nicht mehr arbeiten“, teilt Bürgermeister Paul Friedrich Beeck mit. Außerdem gebe es noch zwei Krankheitsfälle. „Am Donnerstag wurde deshalb eine der Krippengruppen geschlossen, am Freitag noch eine der Elementargruppen“, sagt Sebastian von Gehren, Sprecher des Trägers Kirchenkreis Plön-Segeberg. Das heißt: Von insgesamt acht Gruppen waren Freitag zwei geschlossen.

Eltern haben Angst vor Jobverlust

Einige Eltern machen sich jetzt große Sorgen. „Wir müssen unsere Kinder zu Hause lassen und dürfen unserem Arbeitgeber das erklären. Mein Mann und ich haben keine Verwandten hier und bekommen ein Jobproblem, wenn es sich nicht bessert“, schreibt eine Mutter an die LN. Der Träger der Kindertagesstätte habe ihr telefonisch mitgeteilt, dass es eventuell erst der Anfang gewesen sei. Es sei damit zu rechnen, dass das künftig öfter vorkomme. „Der Kindergarten braucht dringend Erzieher, sonst werden einige ihren Job verlieren“, fordert die Hambergerin.

Einige Eltern hätten sich am Donnerstag getroffen und überlegt, wie sie künftig mit solchen Betreuungsausfällen umgehen wollten. „Eventuell sollen einige Kinder zu anderen Müttern nach Hause gehen. Aber das kann eigentlich nicht die Lösung sein“, sagt eine Betroffene. Das Geld bekomme man von der Kita auch nicht erstattet, wenn keine Betreuung stattfinde.

Die Situation in der Kita Regenbogen sei durch den akuten Personalmangel schwierig, weiß Bürgermeister Paul Friedrich Beeck. „Ich kann die Eltern und ihre Sorgen sehr gut verstehen", so das Gemeindeoberhaupt. Quelle: Britta Matzen

Nach Auskunft des Bürgermeisters Paul Friedrich Beeck habe der Kirchenkreis bereits versucht, über Zeitarbeitsfirmen Ersatz zu besorgen. Aber das sei unheimlich schwierig. „So schnell war einfach keine Betreuung zu organisieren“, weiß Beeck, der als Gemeindeoberhaupt offiziell zwar nicht für den Kindergarten zuständig ist, den viele Eltern aber anrufen, wenn Probleme auftauchen.

Betreuungsschlüssel

Insgesamt werden 125 Kinder in der Hamberger Kita Regenbogen betreut. Davon sind 30 Krippenkinder und 95 im Regelkindergarten. Für jede der acht Gruppen werden zwei ausgebildete Betreuungskräfte benötigt. Bei den unter Dreijährigen gilt der Schlüssel zwei Betreuungspersonen für zehn Kinder, bei den über Dreijährigen werden zwei Erzieher für 20 Kinder benötigt.

„Die Kindergartenleiterin ist auch schon mit den Nerven am Ende. Eigentlich ist es schön, wenn Frauen schwanger sind. Das freut uns auch. Aber jetzt in dieser Situation – nun ja, wie soll man das regeln?“, fragt sich der Bürgermeister. Leiterin Sylvia Klaffack betreue inzwischen selbst die Kinder mit. Aber zwischendurch riefen ständig Eltern an, die Fragen hätten. Beeck: „Dabei haben die schon einen Elternbrief vom Kindergarten bekommen, da wurde das Warum und Wieso erklärt.“ In dieser Situation sei eben alles ein bisschen schwierig.

Ausschreibungen für sechs Stellen

Der Kirchenkreis versucht nun, mit aller Kraft neues Personal für die Hamberger Einrichtung zu akquirieren. Am Wochenende erscheinen in den LN Stellenanzeigen. „Insgesamt Ausschreibungen für sechs Stellen – Erzieher, Erzieherinnen und SPAs (Sozialpädagogische Assistenten), wo die Hoffnung ist, dass man schnell Bewerber findet und auch einstellen kann. Der Fachkräftemangel ist bei den Erziehern wirklich ganz extrem“, erläutert der Sprecher des Trägers.

„Das ist das Problem in den Kindergärten. Überall wird gebaut. Die kommen mit der Ausbildung einfach nicht hinterher“, fügt Beeck hinzu. Für Erzieher sei die Ausschreibung eine große Chance. „Es ist ein gesicherter Arbeitsplatz mit einem sehr guten Arbeitsklima“, sagt von Gehren. Der Kirchenkreis hofft auf viele Bewerbungen von Frauen und Männern. „Leider gibt es deutlich weniger Männer als Erzieher“, bedauert von Gehren. Dabei sei es eigentlich ein Beruf, der sowohl von Männern wie Frauen ausgeübt werden könne. „Auf jeden Fall suchen wir so lange neue Mitarbeiter, bis wir das Vakuum wieder gefüllt haben“, verspricht von Gehren.

Wie geht es nun in der Kita Hamberge weiter? Müssen einige Mädchen und Jungen auch in der nächsten Woche zu Hause bleiben? Sebastian von Gehren: „Stand jetzt ist, dass Montag wieder alles normal läuft, die Kita soll mit allen Gruppen geöffnet haben. Es sei denn, es wird beim Krankenstand Verlängerung geben.“

Britta Matzen

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