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Stormarn Pläne für das neue Jugendcamp geraten ins Stocken
Lokales Stormarn Pläne für das neue Jugendcamp geraten ins Stocken
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19:12 08.07.2016
Olaf Sahling ist Objektleiter im Gästehaus Lütjensee. Eigentlich sollten die Zelte im Hintergrund bald ersetzt werden – das wird erst einmal nichts.
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Lütjensee

Das neue Jugendcamp, das auf dem Gelände des Jugendgästehauses Lütjensee vom Kreisjugendring (KJR) als Holzdorf geplant war, kann vorerst nicht gebaut werden.

Über die Zusage freute sich Uwe Sommer damals, jetzt ist ihm das Lachen vergangen. Quelle: kks

Eigentlich sollten Fördergelder von über 586000 Euro unter anderem aus Mitteln der Europäischen Union (EU) fließen, die der Kreisjugendring mit dem Projekt bei einem Wettbewerb gewonnen hatte.

Jetzt aber hat ein Schulverband, der sich ebenfalls beworben hatte und sich im Wettbewerb benachteiligt sieht, gegen die Entscheidung Widerspruch eingelegt. Bis zur Klärung der Rechtslage ruhen alle Pläne.

„Das ist sehr enttäuschend“, erklärt Uwe Sommer, Geschäftsführer des Kreisjugendrings Stormarn. „Wir wollten im September mit dem Bau beginnen, um nächstes Jahr fertig zu sein. Jede Verzögerung führt dazu, dass wir in diesem Jahr nicht mehr bauen können.“ Das Holzdorf aus 16 Hütten sollte die großen Zelte ersetzen, die derzeit auf dem Gelände als Unterkünfte für Jugendliche dienen. Weil sie alle zwei bis drei Jahre erneuert werden müssen, wollte der KJR mit Holzhütten nachhaltige Unterkünfte schaffen, die besser haltbar sind. „Die Zelte stehen unter hohen Linden, die 1980 gepflanzt wurden“, erläutert Sommer. Insekten auf den Bäumen sonderten ein Sekret ab, das den Stoff der Zelte innerhalb von ein bis zwei Jahren zersetze, weil die Stoffe mittlerweile schadstoffarm hergestellt würden.

Zu den Vorteilen der Holzhütten gehöre auch, dass die Saison, die jetzt von Mai bis September laufe, von April bis Oktober verlängert werden könnte.

„Wir haben deshalb ein Gesamtprojekt entwickelt, mit dem wir uns als Leitprojekt bei einem landesweiten Wettbewerb für den ländlichen Raum beworben haben“, sagt Sommer. Antragsteller war der Kreis Stormarn, über die Bewerbung hat die Aktivregion entschieden, auch das Landwirtschaftsministerium ist beteiligt. „Im Mai hat der Kreis die Bewilligung für die Fördermittel bekommen“, so Sommer, „sie stammen großteils aus EU-Mitteln.“ Die Differenz zu den geschätzten 804000 Euro Baukosten wollte der Kreis Stormarn übernehmen. Weil mündlich schon die Zusage da war, fingen die Vorarbeiten für das Projekt bereits an. „Wir haben die Arbeiten schon ausgeschrieben“, sagt Sommer, „die Aufträge sollten jetzt verteilt werden. Am 5. September wollten wir anfangen zu bauen.“

Jetzt traf unerwartet ein Schreiben beim Kreis ein, das alle Pläne auf Eis legt. „Der Widerspruch richtet sich nicht gegen unser Projekt, sondern gegen den Entscheid des Wettbewerbs“, betont Sommer.

Zwar hat der Kreis sofort von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, einen Antrag auf sofortige Vollziehung der Wiederherstellung des Vollzugs des Zuwendungsbescheids zu stellen, sprich die Zusage wieder gültig zu machen. Aber, so Sommer, nun habe die widersprechende Seite noch Zeit zu überlegen, ob sie vor dem Verwaltungsgericht dagegen Klage erheben will. „Wenn der Schulverband sieben Wochen überlegt, ob er klagt, ist es für einen Baubeginn in 2016 zu spät“, fürchtet Uwe Sommer. „Auch ist noch offen, ob die Kläger nach einem Urteil nicht auch noch vor das Oberverwaltungsgericht gehen.“

Dann könne es zwei bis drei Jahre dauern, bis eine Entscheidung da sei. „Damit gehen sie auch das Risiko ein, dass das Geld, weil es nicht abgerufen wird, nicht mehr zur Verfügung steht.“ Der Zeitraum, bis das Geld frei werde, sei nicht abzusehen.

„800000 Euro sind zu viel Geld, als dass der Kreis sie vorstrecken könnte“, sagt Sommer. Seine Hoffnung ist nun, dass der Widerspruch zurückgezogen oder zeitnah darüber entschieden wird. „Aber selbst ein Eilverfahren würde ein bis drei Monate dauern.“ Oder aber es findet sich ein Geldgeber, der die Summe zur Verfügung stellt, ohne zu wissen, wann er das Geld zurückbekommt. „Das Projekt ist so gut“, findet Sommer, „das muss einfach gemacht werden, egal, wer es finanziert.“

Neues Holzdorf

Das Jugendlager 2.0, so der Arbeitstitel des Holzdorfs, sieht 16 Holzhütten auf dem Gelände des Gästehauses am Lütjensee vor, auf dem Kinder und Jugendliche aus dem Kreis und von außerhalb seit 1954 ihre Ferien verbringen. Weiter sind ein überdachter Grillplatz, ein Tartanplatz und drei Sitzecken geplant.

Der Reinfelder Rollenspiel-Club „Farmion“ hat laut Uwe Sommer vom Kreisjugendring sein nächstes Projekt bereits so geplant, dass Holzhütten in dem Spiel vorkommen.

Bettina Albrod

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