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Stormarn Plattdeutsches Stelldichein im „Fair Play“ auf St. Pauli
Lokales Stormarn Plattdeutsches Stelldichein im „Fair Play“ auf St. Pauli
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18:12 30.03.2016
Pause muss bei jeder Arbeit sein: Mona (Vanessa Sacharow, v. l.), Felicitas (Norbert Knoll), Hella (Sabine Büschjer) und Saskia (Ines Lachs). Quelle: Fotos: Petra Dreu
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Bad Oldesloe

In dem Erfolgsstück „Kerle, Kerle“ der Oldesloer Bühne fielen zum Schluss jegliche Hüllen. In ihrer neusten plattdeutschen Komödie „Een twee dree — St.

Frivol und lustig: Die Oldesloer Bühne führt dreimal die Komödie „Een twee dree — St. Pauli“ auf.

Pauli“ werden zwar nur Beine gezeigt, die allerdings sind dafür umso länger und schöner. Einen Blick darauf können die Theaterbesucher am 9., 16. und 17. April erhaschen, wenn Seebären, Heilsarmee, Nutten, Klofrauen und Transvestiten zu einem Stelldichein ins „Fair Play“ nach St. Pauli einladen.

Wie im normalen Leben treffen sich dort die unterschiedlichsten Typen: Wirtin Kiki (Heike Gräpel) wartet seit Jahren auf ihren Seemann Hein (Gründungsmitglied Günter Geffe), der sie sitzen gelassen hat. Seemann Jonny (Hans-Werner Thomasch vom Shantychor) erzählt mit Hingabe von seinen vielen großen Reisen. Lena aus Flensburg (Jennifer Urbigkeit) ist auf der Suche nach ihrem verschollenen Vater, den sie schließlich in einem Transvestiten (Norbert Knoll) wiederfindet. Unklar ist dabei, ob sie ihn Felix oder Felicitas nennen soll.

Lenas Mutter Heike (Marion Teller) versucht derweil, der Tochter die Entdeckung zu erleichtern und findet in Jonny einen neuen Partner. Mit einem bunten Programm, in dem alle Stammgäste ihren Auftritt haben, hilft sie Wirtin Kiki dabei, ihren Laden auf Vordermann zu bringen und zu einer neuen Attraktion auf dem Kiez werden zu lassen. Unterstützt werden sie dabei von Klofrau Molly (Birgit Kuhlke), die außerdem als Souffleuse von der Bühne aus agiert. Auch die Prostituierten Saskia (Ines Lachs), Mona (Vanessa Sacharow), Hella (Sabine Büscher) und Donina (Inga Priebsch) zeigen dabei vollen Einsatz — sehr zum Missfallen zweier Heilsarmee-Aktivistinnen (Hannelore Garber und Heidi Jurawitz).

Kurz vor Weihnachten haben die Akteure mit den Proben für das gleichermaßen frivole wie liebenswerte Theaterstück begonnen. Für Robin Koch, der Lenas Verlobten Siggi spielt, war es nicht nur eine schauspielerische Herausforderung, sondern auch ein Sprung ins kalte Wasser, denn erstmals hat er die Regie übernommen. Dass er auch dieses Feld beherrscht, zeigt die Reaktion seiner Schauspielkollegen. „Wir haben gleich gesagt, den müssen wir uns warmhalten“, verrät Heike Gräpel, Vorsitzende der Oldesloer Bühne. Nicht nur ihr, sondern auch den anderen Akteuren ist dabei die Spielfreunde anzumerken, mit der sie die Komödie von Norbert Tank auf die Bühnenbretter bringen.

„Dieses Theaterstück macht besonders viel Spaß, weil alle mitsingen — und das sogar live“, verrät Gräpel. Klassiker wie „Auf der Reeperbahn nachts um halb Eins“ und andere Seemannslieder schmettern die „Fair-Play“-Besucher zur Akkordeonmusik von Jonny, dem Seemann. Neben Hans-Werner Thomasch ist Hansjochen Beth (Kikis Bruder Bruno) eine „Leihgabe“ des Oldesloer Shantychors. Beide sind mit so viel Spaß dabei, dass aus der „Leihgabe“ ein festes Engagement werden könnte.

Nicht nur die Schauspieler können sich sehen lassen, sondern auch das von Norbert Knoll, Peter Clasen und Hans Evers gebaute Bühnenbild und die Dekoration von Ines Lachs haben das gewisse Etwas.

Eigene Geschichten haben die Einrichtungsgegenstände der Bar zu erzählen: Tische und Stühle standen früher in der Kultdisco Blockhütte am Wolkenweher Weg, und der von Bruno Jawinsky gebaute Tresen hatte seinen letzten Einsatz bei „Kerle, Kerle“.

Drei Vorstellungen

Zu sehen ist „Een, twee, dree — St. Pauli“ am Sonnabend, 9. April, um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Grabau. Am Sonnabend, 16. April, wird die Komödie um 20 Uhr in der Oldesloer Festhalle aufgeführt. Am Sonntag, 17. April, beginnt die Vorstellung in der Festhalle um 18 Uhr. Eintrittskarten gibt es für zehn Euro, an der Abendkasse für 13 Euro. Reservierungen unter Telefon 04531/84330. pd

Von Petra Dreu

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