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Stormarn Poirot ermittelt wieder
Lokales Stormarn Poirot ermittelt wieder
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21:17 25.09.2013
Für seine Rolle als Hercule Poirot rasiert sich Sven W. Pehla täglich seine Halbglatze. Sogar das Haus von Agatha Christie hat er vor wenigen Wochen besucht, um die Rolle noch besser verinnerlichen zu können. Quelle: Petra Dreu

Das ist eine Horrorvorstellung für jeden Theatermacher: Kurz vor der Premiere fällt ein Schauspieler aus, eine Zweitbesetzung gibt es nicht. Eine solche Hiobsbotschaft ereilte die Oldesloer Bühne in der Endphase für die Proben zu ihrem Krimi „Monsieur Poirot und der schwarze Kaffee“. Hilfe in fast letzter Sekunde gab es durch die „Freie Schauspielschule Hamburg“ und deren Schülerin Lena Ahlreip — eine waschechte Oldesloerin mit Bühnenerfahrung.

Zwei Wochen hatte die junge Frau Zeit, den Part der „Barbara Amory“ zu lernen, eine der drei tragenden weiblichen Rollen. Was anderen ein entsetztes „um Gottes Willen“ entlockt, war für Lena Ahlreip kein Problem. Sie besucht seit 18 Monaten die Schauspielschule von Jürgen Lederer. Ihre ersten schauspielerischen Gehversuche unternahm sie mit dem Verein „Bad Oldesloe macht Theater“ bei „Hagelstein“, „Der Salzgraf“ und den Stadtführungen.

Lena Ahlreip ist jedoch nicht die einzige „Neue“ auf den Oldesloer Brettern, die die Welt bedeuten. Auch Werner Blohm, Chef des gleichnamigen Autohauses an der Lübecker Straße, und auch Peter Stoll, der seit zwei Jahren 2. Vorsitzender der Oldesloer Bühne ist, wagen ihr Theaterdebüt. Werner Blohm, der schon in der Schule gerne Theater gespielt hat, verkörpert den Sekretär Edward Raynor. Peter Stoll wurde aus einer „Bierlaune“ heraus angeheuert, weil Regisseur Sven W. Pehla und Co-Regisseurin Birgit Kuhlke einen Mann mit seiner Statur suchten. So wurde er zu Inspektor Japp.

Sven W. Pehla, der sich als großer Verehrer der Krimi-Autorin Agatha Christie outete, spielt die Rolle des belgischen Detektivs „Hercule Poirot“ mit Leib, Seele und Haaren - allerdings nur mit denen, die noch übrig sind. Extra für seine Rolle nämlich hat sich der Schauspieler und Wirt der Kulturkneipe „Old Esloe“ eine Halbglatze schneiden lassen. „Die muss ich jeden Tag rasieren“, erzählt der Mime mit gezwirbeltem Schnauzer, der sich intensiv auf seine Rolle vorbereitet hat. Bis nach London ist er gefahren, um das Haus Agatha Christies und die Schauplätze ihrer Krimis anzusehen. Sogar ein Foto vom Garten der Autorin hat er gemacht, das als Fototapete Teil der Aufführung sein wird. Als „absolutes Vorbild“ bezeichnet Pehla den Schauspieler David Suchet, der 25 Jahre den Detektiv Poirot gespielt hat. Um ihn imitieren zu können, hat er sich sämtliche Suchet-Filme besorgt.

Bei so viel Vorbereitung können sich die Theaterbesucher auf einen packenden Krimi mit mindestens einer Leiche freuen, dessen Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt. Denn: Mörder kann theoretisch jeder auf dem Landsitz von Sir Claude Amory (Manfred Thomsen) sein. Weitere Schauspieler sind Lucy Amory (Nadine Hamm), Tredwell (Hansjochen Beth), Dr. Castelli (Wolf-Rüdiger Lorenz), Richard Amory (Matthias Bockwoldt), Caroline Amory (Marlies Jacobs) und Jörg Peters (Captain Hastings).

Termine
Aufführungen sind am Freitag, 27.9., Sonnabend, 28.9. um jeweils 20 Uhr sowie am Sonntag, 20.10. um 18 Uhr in der Festhalle. Am Sonntag, 25. 10. wird das Stück um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Grabau aufgeführt. Der Eintritt kostet 10 Euro im Vorverkauf, 13 Euro an der Abendkasse. Kartenreservierung unter 04531/ 84330 oder per unter karten@oldesloerbuehne.de.

Petra Dreu

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