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"Pokémon Go": Auf Monsterjagd durch Bad Oldesloe

Bad Oldesloe "Pokémon Go": Auf Monsterjagd durch Bad Oldesloe

Die Spiele-App „Pokémon go“ lässt Stormarner Jugendliche den Kreis entdecken.

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Bad Oldesloe. „Birk, siehst du das Glumanda da vorne?“, fragt die 17-jährige Hannah Jacobsen aus Bad Oldesloe ihren Schulfreund. „Ja, genau das brauche ich noch in meiner Sammlung“, ruft Birk Beese aus Rehhorst. Freudig rennen die beiden mit erhobenen Smartphones auf einer Wiese herum. Wer sich in letzter Zeit in Bad Oldesloe und Umgebung umgesehen hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass die Jugendlichen sich zunehmend – in Erwachsenenaugen – seltsam verhalten. Immer öfter entdeckt man durch die Stadt laufende Gruppen von Teenagern, den Blick fest auf das Handy gerichtet. Aber was hat es damit auf sich?

LN-Bild

Die Spiele-App „Pokémon go“ lässt Stormarner Jugendliche den Kreis entdecken.

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Am Wetter kann es wohl kaum liegen, dass immer mehr junge Erwachsene draußen durch die Straßen ziehen. Der Grund dafür heißt „Pokémon Go“ und ist ein Spiel für das Smartphone. Bei der in den USA entwickelten App geht es darum, kleine Monster – eben diese Pokémon – zu jagen und zu fangen.

Dabei werden die Pokémon über die App in die reale Welt eingeblendet. „Das Spiel kann deinen Standort sehen und zeigt dir dann, wo das nächstgelegene Pokémon sich aufhält. Mithilfe einer Karte auf dem Bildschirm gehst du dann zu dem Ort und ,fängst’ es mit einem sogenannten Pokéball, welcher auf dem Display angezeigt wird“, erklärt der 17-jährige Anton Ohmstede. Der Reinfelder ist aufgrund des Spiels schon insgesamt 24 Kilometer durch die Karpfenstadt und Bad Oldesloe gelaufen. Was für viele erwachsene Personen unsinnig klingt, ist für Jugendliche ein Riesenspaß. „In der Stadt sind jetzt immer so viele Jugendliche, das habe ich noch nie gesehen“, berichtet Anton. „Es ist richtig toll, dass man draußen nun immer Gleichgesinnte trifft. Ich selbst habe durch Pokémon eine Menge neuer Leute kennengelernt.“ Auch Birk und Hannah sind von dem Spiel begeistert. „Es ist doch super, dass so viele Teenager jetzt gemeinsam mit Freunden draußen unterwegs sind, um gemeinsam Spaß an dem Spiel zu haben, anstatt nur zu Hause vorm Smartphone zu hocken“, sieht Birk den positiven Aspekt. Der 17-Jährige war schon als kleiner Junge Fan der Pokémon-Monster. „Ich habe schon in der Grundschule die Anime-Serie geliebt und Pokémonkarten gesammelt. Dass jetzt ein Spiel dazu rauskommt, ist quasi ein wahr gewordener Kindheitstraum!“, erzählt er stolz. Dank des Spiels kann er nun auch endlich nach Pokémons jagen, sie weiterbilden und sogar gegen die anderer Freunde kämpfen lassen, genau wie die Helden in der Fernsehserie. „Wenn Leute allerdings in Gedenkstätten oder in Krankenhäuser gehen, nur um Pokémons zu fangen, reicht es“, äußert Birk auch Bedenken. Und Spiele-Fan Hanna meint, man müsse trotz des Spaßes an der Sache immer auf seine Umgebung achten.

„Wenn man so vertieft ist, dass man nicht mehr darauf achtet, was um einen herum geschieht, kann das ganz böse enden“, warnt die 17-Jährige, welche schon von einigen Fällen in Amerika gehört hat, bei denen Kinder aus genau diesem Grund von Autos angefahren worden sind. Abschließend betont die Oldesloer Schülerin: „An sich ist ’Pokémon go’ in meinen Augen wirklich eine tolle Sache, aber nur, solange man Realität und Spiel unterscheiden kann!“

Pokémon – was ist das ?

Das Wort „Pokémon“ kommt aus dem Englischen und ist die Abkürzung für Pocket Monster, was auf deutsch Taschenungeheuer bedeutet.

Nach dem im Jahr 1996 von einer japanischen Softwarefirma veröffentlichen Videospiel, in welchem die kleinen Fantasiewesen das erste Mal auftauchten, wurden eine Anime-Fernsehserie, ein Sammelkartenspiel sowie mehrere Kinofilme über die Fabelwesen – der bekannteste ist dabei zweifellos Pikachu – herausgebracht.

Die kürzlich veröffentlichte „Pokémon Go“-App löste den schon etwas abgeklungenen Pokémon-Hype noch einmal neu aus. Die App kann sich jeder kostenlos auf sein Smartphone downloaden.

 Michelle Freundt

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