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Stormarn Polizei gibt Tipps zum Schutz vor Einbruchdiebstahl
Lokales Stormarn Polizei gibt Tipps zum Schutz vor Einbruchdiebstahl
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09:14 08.03.2016
Bettina Statz informierte sich bei Fenster-Fachmann Fabian Papke, wie man Fenster gegen Einbrecher sichern kann. Quelle: Fotos: B. Albrod

. Immer mehr Menschen leben hinter Gittern: Damit reagieren sie auf die wachsende Einbruchskriminalität im Hamburger Umland. Hinter Gitter gehören aber andere, deshalb hat die Polizeidirektion Ratzeburg einen Schwerpunkt bei der Bekämpfung von Wohnungseinbruchkriminalität gesetzt. „Das ist ein Schwerpunktthema für die Polizei in den Kreisen Stormarn und Lauenburg“, betont Hauptkommissar Gerd Dietel, Leiter der Präventionsarbeit. Besonders der Süden Stormarns sei stark betroffen. „Die Motivation ist bei der Polizei groß, auch wenn es eine schlechte Aufklärungsrate gibt.“ Er war am Freitag in Jersbek, um anschaulich darüber zu informieren, wie man Haus und Wohnung gegen Einbrecher schützen kann.

Polizeihauptkommissar Gerd Dietel: „90 Prozent aller Einbrecher wollen ins Objekt, während keiner da ist.“

Den gemeinen Einbrecher stellt man sich üblicherweise als maskierten Mann vor, der nachts mit einer Brechstange in der Hand versucht, ins Haus zu gelangen. Tatsächlich, so Dietel, sind es eher unauffällige Gestalten, die als Gelegenheitseinbrecher tagsüber mittels Schraubendreher versuchen, in Häuser und Wohnungen einzudringen. Um den ungebetenen Gästen das Leben möglichst schwer zu machen, gibt es Techniken und Verhaltensregeln, die man lernen kann. In Jersbek waren rund 70 gebetene Gäste gekommen, um zu erfahren, wie sie sich wirksam gegen Wohnungseinbruchdiebstahl schützen können.

Mit 51,7 Prozent ist die Terrassen- oder Balkontür die größte Schwachstelle. 31,7 Prozent der Diebe steigen durch Fenster ein, 9,1 Prozent kommen durch die Haustür, 6,8 Prozent durch den Keller. „Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster“, warnt Dietel. Den Einbrechern kann man buchstäblich einen Riegel vorschieben: „Sicherheitstechnik wirkt“, so Dietel. „Auf der Website der Polizei gibt es eine Liste mit Fachfirmen, die geschult sind.“ Ein Teil von ihnen präsentierte im Rahmen der Veranstaltung Möglichkeiten des Einbruchsschutzes. „Von 2004 bis 2013 ist die Zahl der Einbruchsversuche gestiegen“, erläutert Dietel, „das werten wir als Erfolg.“ Denn wenn der Einstieg schwierig wird, brechen Diebe ab und nicht ein. Das ist in über einem Drittel der Fälle der Fall.

„Ein Einbrecher bereitet sich nicht planerisch vor, geht wenig Risiko ein, will schnell rein und raus und keinen Bewohnerkontakt“, beschreibt Dietel die Wünsche der Ganoven. Die Bewohner machen es solchen Einbrechern leicht, wenn sie ein Fenster auf Kipp lassen, die Leiter in Hausnähe aufheben, Mülltonnen als Tritthilfe am Haus stehen haben und die Haustür nicht abschließen. Wer im Urlaub noch in sozialen Netzwerken oder auf dem Anrufbeantworter über 14 Tage Sonne jubelt, den Briefkasten überquellen und sein Haus dunkel lässt, lädt Einbrecher geradezu ein. „Vorsicht! Wachsamer Nachbar!“

nennt Dietel einen wichtigen Aspekt der Prävention. „Pflegen Sie eine gute Nachbarschaft“, rät er. Nachbarn haben ein wachsames Auge auf Haus und Grundstück und können bei Verdachtsmomenten die Polizei alarmieren, aber den Helden sollte keiner spielen.

„Kollegen im Kreis Segeberg haben einen Rundgang gemacht“, schildert Dietel die Realität. „In vier Stunden haben sie dabei 26 gekippte Fenster, 60 offene Garagen, 24 nicht abgeschlossene Fahrräder, 13 nicht abgeschlossene Haustüren, 15 Leitern und eine Haustür entdeckt, an der von außen der Schlüssel steckte.“ Den Leuten kann man nur raten, eine der Veranstaltungen zur Einbruchsprävention von Gerd Dietel zu besuchen.

Immer mehr Einbrüche in Stormarn

277 Einbrüche und Einbruchsversuche wurden in den Monaten Oktober und November 2015 in Stormarn insgesamt angezeigt. 122 davon lagen in der Zuständigkeit der Polizeistation Ahrensburg, 45 in Bad Oldesloe und weitere 77 in Reinbek. Im Vorjahr war die Zahl mit 174 Fällen noch erheblich niedriger. Die aktuelle Kriminalstatistik stellt die Polizeidirektion am Freitag vor. Danach ist die Zahl der Einbrüche im vergangenen Jahr um 47 Prozent gestiegen.

Die nächste Präventionsveranstaltung ist am 15. März in Meddewade, Alte Dorfstr. 1, Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“. Ab 18.30 Uhr kann man sich bei Fachbetrieben über Techniken des Einbruchsschutzes informieren. Um 19 Uhr beginnt der Vortrag von Polizeihauptkommissar Dietel.

Von Bettina Albrod

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