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Stormarn Polizei stoppt Amokfahrer mit Schüssen in die Reifen
Lokales Stormarn Polizei stoppt Amokfahrer mit Schüssen in die Reifen
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20:17 29.01.2016

/Trittau. Nur noch mit dem Gebrauch ihrer Schusswaffen konnten Polizisten offenbar eine Amokfahrt am Donnerstagabend in Wentorf stoppen. Der 59-jährige Trittauer, der für die Beamten der Polizei vor Ort kein Unbekannter ist, sollte zuvor in seinem Wohnort kontrolliert werden. Doch er gab Gas statt anzuhalten. Dabei fuhr er fast noch Fußgänger um, die dort gerade unterwegs waren.

Bei der anschließenden wilden Hatz durch Grönwohld, Schönberg bis nach Sandesneben war der Audi Q5 mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs und fuhr zeitweise sogar ohne Licht. Etwa 200 Meter hinter dem Ortseingang von Sandesneben zog der Fahrer den Audi plötzlich scharf nach rechts und weiter ging die Verfolgungsjagd nach Wentorf im Amt Sandesneben (AS).

„Plötzlich rauschte ein dunkles Auto an mir vorbei und die Polizei hinterher“, beobachtete Yasmine von Rumohr, die gerade mit ihrem Hund Gassi ging. Sie hatte schon zuvor Martinshorn in einiger Entfernung gehört, dem aber zunächst keine Bedeutung beigemessen. „Ich habe mich richtig erschrocken, als die beiden Autos an mir vorbeifuhren. An der Kreuzung sind die einfach weitergefahren, ohne anzuhalten. Kurz darauf fielen mehrere Schüsse. Da hab ich es mit der Angst gekriegt und bin schnell nach Hause gelaufen.“

Bevor es zu den Schüssen eines Polizeibeamten kam, rammte der Trittauer bei seiner Amokfahrt noch einen Streifenwagen der Polizei und raste dann auf einen Beamten zu, der ihn anhalten wollte. Dieser konnte sich gerade noch durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen. Mindestens zwei Polizeikugeln trafen die beiden Reifen auf der Beifahrerseite des Audis, ein weitere ging offenbar in die hintere Seitentür. Trotz der platten Reifen fuhr der Trittauer zuerst weiter. Doch nach wenigen hundert Metern blieb er vor einer Tischlerei stehen. Inzwischen waren vier weitere Polizeiautos eingetroffen. Nachdem ihn die Beamten aus dem Audi gezogen hatten, brach der Mann zusammen. Herbeigerufene Rettungssanitäter und ein Notarzt behandelten ihn, ehe er in Begleitung der Polizei in die Uniklinik nach Lübeck gebracht wurde.

Der zentrale Kriminaldauerdienst aus Lübeck übernahm noch in der Nacht die Spurensicherung und sammelte Patronenhülsen von der Straße ein. Der Audi wurde sichergestellt und abgeschleppt. Menschen wurden nicht verletzt. Der Trittauer war in der Klinik bereits wieder ansprechbar. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass der Mann unter dem Einfluss von Medikamenten und Alkohol stand. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen.

Auf den Fahrer kommen etliche Strafen zu
Immer mal wieder käme es vor, „dass es zu Verfolgungsfahrten kommt, weil sich Autofahrer der Kontrolle durch die Polizei entziehen wollen“, sagt der Leiter der Stabsstelle der Polizeidirektion Ratzeburg, Torsten Gronau.



Nur selten müssten die Beamten ihre Dienstwaffe einsetzen. Vielmehr kommt seit einiger Zeit der „Stopp- Stick“
zum Einsatz, der die alten Nagelketten abgelöst hat. Vor einem Jahr wurde so auf der B 404 bei Todendorf ein Geisterfahrer gestoppt. Jetzt in Wentorf war dies aber nicht möglich.



Der Trittauer muss sich wegen Straßenverkehrsgefährdung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie wegen des Fahrens unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss verantworten. Seine Fahrerlaubnis muss er abgeben, auch ist ein medizinisch-psychologisches Gutachten fällig. jeb

Jens Burmester

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