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„Postbote Berti — das höre ich gern“

Grabau „Postbote Berti — das höre ich gern“

Die ZDF-Serie „Die Schwarzwaldklinik“ machte ihn zum Star: Frank Schröder alias Postbote Berti — Heute ist der Stormarner Schauspieler als Dschungel-Moderator unterwegs.

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Schauspieler, Moderator, Produzent: Frank Schröder ist ein Multitalent. „Den Job würde ich immer wieder machen“, sagt er.

Grabau. Hallo, Herr Schröder! Wo erwische ich Sie gerade?

Frank Schröder: Ich bin am Frankfurter Flughafen.

Wo geht‘s denn hin?

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Ende der 80er Jahre erschien Schröders Buch „Die ungewöhnlichen Geschichten des Postboten Berti“.

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Schröder: Rüber nach Japan — erst nach Tokio und dann weiter nach Shanghai.

Klingt ja spannend. Was machen Sie da?

Schröder: Ich drehe diverse Musikvideoclips, produziere diese selbst und arbeite auch mit anderen Künstlern zusammen.

Für Ihre Arbeit als Dschungel-Moderator?

Schröder: Genau. Ich versuche, im Dschungel dieser Welt Interessantes zu finden, Merkwürdiges, Spannendes und Neues. In Tokio tauche ich zum Beispiel in die verrückte Mangawelt ein. Tonnenweise verschlingen Japaner jeden Alters diese Comicgeschichten. Dem will ich mal auf den Grund gehen. Außerdem will ich rauskriegen: Was ist eigentlich nach Fukushima los? Ist Sushi, Lachs und all das noch genießbar? Oder lässt man lieber die Finger davon.

Sprechen Sie denn Japanisch?

Schröder: Nee. Aber ich bin ein sehr offener Mensch. Ich gehe einfach auf die Leute zu. Und dann klappt das auch irgendwie mit der Verständigung. Zur Not mit Händen und Füßen.

Sie nennen sich offizieller Dschungel-Moderator. Hat das irgendwas mit der RTL-Sendung „Dschungelcamp“ zu tun?

Schröder: Die Idee entstand, als „Dschungelcamp“-Moderator Dirk Bach 2012 starb. Da habe ich mit dem Gedanken gespielt, dass ich an seine Stelle treten könnte. Ich mache das aber mal anders, war meine Idee. Ich rufe nicht bei RTL an, sondern ich wollte, dass die Leute den Dschungelmoderator selbst wählen. Ich stellte Videos bei Youtube ein und hatte 250000 Klicks in wenigen Tagen. Der Wahnsinn, wie das abging. Was ich aber dabei nicht bedacht hatte: RTL hatte natürlich schon längst einen Nachfolger für Dirk Bach in der Schublade.

Und was haben Sie dann mit Ihrer Idee und Ihren Videoclips gemacht?

Schröder: Ich habe mich nicht davon abbringen lassen. Ich habe mich einfach Offizieller Dschungel-Moderator genannt und weiter gemacht. Und darüber bin ich froh. Inzwischen habe ich verschiedene Formate und produziere sehr viele Musikvideos — auch international — mit tollen Songs und toller Kulisse. Und das Schöne: Ich arbeite selbstständig. Kein Produzent kann mir was vorschreiben.

Musikvideos, Social Media, Youtube — kann man als Künstler damit auch Geld verdienen?

Schröder: Wenn man ein fleißiges Bienchen ist, ja. Aber man muss wirklich viel arbeiten. Oder man gehört zu den ganz großen Musikunternehmen und kauft die Werbung. Aber ich bin fleißig. Und bei mir beginnt jetzt die Zeit, wo Einnahmen stattfinden. Es kommen Anfragen, ob ich Werbung machen will.

Und? Wollen Sie?

Schröder: Klar. Ist für mich ja kein Neuland. Werbung habe ich ja schon vor 30 Jahren gemacht.

Gutes Stichwort — vor 30 Jahren. Da haben Sie in der ZDF-Fernsehserie „Schwarzwaldklinik“ den Postboten Berti gespielt. Werden Sie noch oft darauf angesprochen?

Schröder: Sehr oft. Ich war gerade auf der Spielwarenmesse in Nürnberg. Ich konnte es selbst gar nicht fassen, wer mich da alles angesprochen hat. Hallo, Sie sind doch der Postbote Berti. . .

Nervt das?

Schröder: Nein, nein — gar nicht. Das ist doch das Schönste. Das ist doch wie ein Lob. Wenn mich die Leute ansprechen, empfinde ich das als Art von Sympathie. Damals, als die Serie das erste Mal lief, war ich am nächsten Tag bundesweit bekannt. Das war für mich auch völlig neu, ein wahnsinniges Erlebnis.

Gerade ist der Produzent der „Schwarzwaldklinik“ Wolfgang Rademann gestorben.

Schröder: Da war ich ganz sprachlos. Dem Mann verdanke ich so viel. Ohne ihn hätte ich diese Rolle nie spielen können. Auch für „Hotel Paradies“ hat er mich engagiert. Da habe ich noch die großartige Schauspielerin Caterina Valente erleben dürfen. Irgendwann abends nach dem Dreh saß ich mit Wolfgang zusammen, wir tranken Cardenal Mendoza, einen fantastischen spanischen Brandy. Anfang zwanzig war ich damals. An dem Abend hat er mir gesagt, dass er ein ganz erfülltes Leben hat. Und er gab mir den Tipp: Du darfst nie aufhören, du musst immer weiter machen, denn wenn du aufhörst, das ist das Ende. Gestern Abend habe ich einen Cardenal Mendoza auf Wolfgang getrunken und ihm eine gute Reise gewünscht.

Sie haben auch bei den Karl-May-Spielen in Segeberg mitgespielt.

Schröder: Einige Male. Zuletzt bei der sehr erfolgreichen Produktion 2013. Das war ein echter Hype und Publikumsmagnet.

Da haben Sie für komische Momente gesorgt.

Schröder: Ja, ich spielte den britischen Lord Castlepool. An der Seite meines Lieblingskollegen Fried Wolff als Diener Smedley. Wir haben viel Spaß gehabt zusammen. Karl May ist einfach schön.

Sind Sie auch privat so lustig?

Schröder: Zu 99 Prozent ist bei mir gute Laune angesagt. Wenn man morgens aufsteht und schlechte Laune hat, mag man den Tag doch gar nicht beginnen. Außerdem ist das Leben zu kurz für schlechte Laune. Man hat zwar manchmal mit Menschen zu tun, die einem das Leben schwer machen, das ist aber zum Glück nur ein Prozent.

Gebürtig sind Sie vom Rhein, eine rheinische Frohnatur sozusagen. Wie kommen Sie denn mit den Norddeutschen zurecht?

Schröder: Ja, die Norddeutschen. Das ist schon faszinierend. Sie sind erst ein bisschen verschlossen, aber dann gehst du einen supen und hast einen Freund fürs Leben. Bei den Rheinländern ist das anders. Die sind abends deine Freunde und am nächsten Tag kennen sie dich nicht mehr.

Sie wohnen mitten in Stormarn — in Grabau. Haben Sie bestimmte Ecken oder Lieblingsplätze?

Schröder: Ich bin ganz begeistert vom Grabauer See. Das ist Idylle pur. Man kann sehr schön drumherum laufen oder vom Grabhügel hoch zum Fernsehturm wandern. Von da hat man einen tollen Blick über die Äcker, die die Bauern so gut in Schuss haben. Auch Bad Oldesloe mag ich sehr gern. Ich habe da ja mal mit den Menschen Theater gemacht — „Der Salzgraf“. Das war super.

Können Sie sich vorstellen, so was noch mal zu wiederholen?

Schröder: In dem Projekt steckte so viel Herzblut, das hat mich persönlich wirklich sehr berührt. Jetzt bin ich über 50, und da macht man keine oberflächlichen Sachen mehr, sondern sucht sich Dinge raus, die einem persönlich sehr am Herzen liegen. Ja, noch mal Theater mit den Oldesloern machen, das kann ich mir gut vorstellen. Dafür kehrt man dann auch gerne mal zurück.

 Interview: Britta Matzen

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LN

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