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Stormarn Prävention gegen Rechtsextremismus
Lokales Stormarn Prävention gegen Rechtsextremismus
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19:14 13.10.2016
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Bargteheide

. Aktive rechtsextreme Strömungen sind in Stormarn derzeit nicht zu erkennen, aber Prävention ist dennoch nötig – so lautet das Fazit eines Informationsabends in Bargteheide, zu dem am Mittwoch der Arbeitskreis „Zivilcourage Bargteheide“ unter der Überschrift „Rechtsextremismus im Jugendalter. Was können Eltern tun?“ geladen hatte.

Janet Mitzkat ist Lehrerin an einer Bargteheider Schule. Quelle: Fotos: Ba
Lisa Hempel von der Fachstelle Rechtsextremismus und Familie.
Janet Mitzkat ist Lehrerin an einer Bargteheider Schule. Quelle: Fotos: Ba
Lisa Hempel von der Fachstelle Rechtsextremismus und Familie.

Demokratie lernen

Zu Beginn des Schuljahres 2014/2015 bildete sich in Bargteheide eine schulartübergreifende Steuerungsgruppe zum Thema „Demokratie lernen“ mit dem Schwerpunkt „Prävention gegenRechtsextremismus“. Vier Bargteheider Schulen machen im Laufe des Schuljahres unterschiedliche Projekte zu Rassismus, Mobbing, Willkommenkultur und Demokratie.

Bargteheider Schulen, die Volkshochschule Bargteheide, Petra Linzbach, Jugendschutzbeauftragte des Kreises, und das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus SH haben sich vor gut zwei Jahren in einem Modellprojekt zusammengeschlossen, um mit unterschiedlichen Projekten vor allem an Schulen Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus zu leisten.

„Rechtsextremismus ist in den Bargteheider Schulen bisher kein Thema“, erklärt Janet Mitzkat, Lehrerin in Bargteheide. Allerdings, so Askja Aydemir, ebenfalls Lehrerin, tauchten manchmal Sprüche auf, die Schüler aufgeschnappt hätten, ohne genau zu wissen, was sich dahinter verberge. „Das wird dann aufgearbeitet.“ Denn rechtsextreme Propaganda erreicht jedes Kinderzimmer über das Internet.

Referentin Lisa Hempel von der Fachstelle Rechtsextremismus und Familie in Bremen zeigte Beispiele typischer Propaganda-Clips aus dem Netz. „Rechte Einstellungen gibt es auch in der Mitte der Gesellschaft“, betonte sie. „Das geht da los, wo eine Ideologie der Ungleichwertigkeit von Menschen vertreten wird.“ Homophobie und Rassismus seien nur zwei Aspekte rechten Denkens. „Antisemitismus gibt es bei jedem elften Deutschen“, so Lisa Hempel. „Das Thema Rassismus hat einen hohen Mobilisierungsgrad.“ Eine im April veröffentlichte Regionalanalyse der Universität Kiel zu Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein offenbare, so VHS-Leiterin Ute Sauerwein-Weber, dass zwölf Prozent der Jugendlichen rechtsextreme Einstellungen befürworteten und viele Jugendliche schon einmal Kontakt zu rechtsextremen Personen hatten.

Die sind immer schwerer zu erkennen, denn die klassische Uniform mit Glatze und Springerstiefeln werde mittlerweile durch unauffälligere Outfits ersetzt. Allerdings gibt es einen Code, der auf die rechte Szene hinweist. „Die 88 für HH ist bekannt“, sagt Lisa Hempel, „es gibt Thor Steinar-Kleidung, Motive aus der germanischen Mythologie oder eindeutige Zeichen.“ Decodiert werden können sie unter www.dasversteckspiel.de im Netz.

In Schleswig-Holstein gibt es laut Antja Groeneveld vom Regionalen Beratungsteam Kiel, bedenkliche Gruppen vor allem im Kreis Ostholstein und im Kreis Lauenburg, wo sich so genannte völkische Familien ansiedelten: „Auch um Lübeck, Flensburg, Kiel und Neumünster herum lassen sich zurzeit rechtsextreme Tendenzen erkennen.“ In Bargteheide hatte es zuletzt im Jahr 2010 einen Aufmarsch von rund 50 Neonazis gegeben, eine Szene existiert dort laut Beratungsteam derzeit aber nicht. „Vor zehn Jahren gab es mal eine rechtsextreme Gruppe in Bargfeld-Stegen“, sagt Ute Sauerwein-Weber. „Aber die ist heute nicht mehr als Gruppe aktiv.“  

ba

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