Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Profis erleichtern die Integration

Bad Oldesloe/Reinfeld Profis erleichtern die Integration

Mitarbeiter des Diakonischen Werkes betreuen die Flüchtlinge im Norden des Kreises Stormarn.

Voriger Artikel
Eindringlicher Appell der Polizei an Hundehalter
Nächster Artikel
Feuerwehr rettet Gasflaschen aus brennendem Schuppen

Gehören dem Team an, das sein Büro an der Hagenstraße 31 in Bad Oldesloe hat: (v. l.) Udo Reichle-Röber, Ines Knoop-Hille, Raja Mustafa, Jennifer Risch-Kühn, Alireza Karimi, Kirstin Schwarz-Klatt und Ahmad Dastagir.

Quelle: Michael Thormählen

Bad Oldesloe/Reinfeld. „Ein Großteil der Flüchtlinge wird bleiben – die Familien vermutlich sogar in der Region, die Alleinstehenden zieht es wahrscheinlich eher in die größeren Städte“, betont Kirstin Schwarz-Klatt. Die Leiterin des Migrationsdienstes sowie weitere acht Mitarbeiter des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises – unter ihnen Sozialpädagogen sowie Sprach- und Kulturmittler – unternehmen erhebliche Anstrengungen, um Flüchtlingen im Kreisnorden die Integration zu erleichtern.

Die Profis kümmern sich seit Jahresbeginn um die Neuankömmlinge in den Städten Bad Oldesloe und Reinfeld sowie in den Gemeinden der beiden Ämter Bad Oldesloe-Land und Nordstormarn. Seit kurzem ist auch die Gemeinde Ammersbek mit dabei. Und zu tun gibt es bisher reichlich, denn rund 300 Flüchtlings-Haushalte wurden im ersten Quartal dieses Jahres betreut – 117 aus Syrien, 80 aus Afghanistan, 75 aus dem Irak und 24 aus dem Iran. „Die Zahl der Menschen ist größer, denn zu manchem Haushalt gehören ganze Familien“, rechnet Jennifer Risch-Kühn vor.

Für viele Flüchtlinge, die nach der Ankunft in Stormarn vom Kreis an die Kommunen weitergeleitet werden, geht es nach den Worten der Sozialpädagogin zunächst um ganz existentielle Probleme: die Unterbringung in einer geeigneten Wohnung oder auch ein erster Arztbesuch. Dafür bieten mittlerweile zwei Praxen in Bad Oldesloe Sammelsprechstunden an. Die Diakonie-Mitarbeiter sind auch dabei, vor allem die Sprachmittler.

Die Übersetzer spielen außerdem bei der ambulanten Betreuung der Flüchtlinge eine wichtige Rolle, die dezentral in angemieteten Wohnungen oder auch in Sammelunterkünften leben. „Für uns steht dann die Verständigung im Mittelpunkt. Wir selbst überprüfen nicht diese Angaben. Das gehört zu den laufenden Anerkennungsverfahren“, erklären Alireza Karimi und Ahmad Dastagir.

Das Gros der betreuten Flüchtlinge hat nämlich noch nicht alle bürokratischen Hürden bis zu Anerkennung genommen. Allerdings, so Kirstin Schwarz-Klatt, kommen mittlerweile überwiegend Menschen aus Ländern, für die eine sehr hohe Anerkennungsquote gelte. Doch selbst alle Bemühungen hielten einige Flüchtlinge nicht davon ab, Stormarn wieder den Rücken zu kehren. „Es gibt auch bei uns freiwillige Rückkehrer, ein großer Teil von ihnen ist aus dem Irak. Die Flüchtlinge sind oft mit falschen Vorstellungen gekommen, auch private Gründe, wie das Fehlen von Angehörigen, spielen eine Rolle“, so Kirstin Schwarz-Klatt.

Für diejenigen, die eine Bleibeperspektive haben, sind die Hilfestellung bei der Eingewöhnung notwendige Voraussetzungen. Vor allem der Verwaltungsaufwand sei enorm, so Jennifer Risch-Kühn. Für die Wohnungssuche oder die Belegung von Sprachkursen gebe es bestimmte Voraussetzungen: „Auch wir müssen unsere Arbeit mit genauen Zahlen dokumentieren.“

Nicht mit Daten messbar ist die individuelle Eingewöhnungsphase. Es gebe Flüchtlinge, so Udo Reichle-Röber, die bereits nach einem halben Jahr sehr selbstständig seien: „Andere dagegen leben noch zwei Jahren in ihrem geschlossenen Kreis.“ Die Diakonie-Mitarbeiter sind sich bewusst, dass sie eventuell Strukturen aufbauen, die schon in zwei Jahren nicht mehr benötigt werden, weil die Zahlen der ankommenden Flüchtlinge drastisch einbrechen könnten – einiges deute darauf hin. Deshalb, so Kirstin Schwarz-Klatt, gebe es für einige Kollegen auch nur zeitlich befristete Arbeitsverträge.

Ehrenamt bleibt wichtig

Die Zusammenarbeit mit den vielen Ehrenamtlern bei der Betreuung von Flüchtlingen ist für das Diakonische Werk weiterhin unbedingt erforderlich. „Man kann sich die Aufgaben zuschieben“, sagt Udo Reichle-Röber mit Blick auf die praktizierte Willkommenskultur in Reinfeld.

Finanziert wird die Tätigkeit der Sozialpädagogen und der Sprachmittler vom Kreis Stormarn, von den beiden Städten Bad Oldesloe und Reinfeld sowie den Ämtern Bad Oldesloe-Land und Nordstormarn.

Von Michael Thormählen

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stormarn
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. An dieser Stelle finden Sie die Galerie für den November 2016.

Sollten die Weihnachtsmärkte länger geöffnet haben?

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Essen und Trinken
    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich ausgefallene Restaurants und welcher Wein passt wozu.

    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich au... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und vieles mehr in Lübeck und Umgebung.

TSV Trittau

Alles zu den Badminton-Stars beim TSV Trittau.

Zweiter Weltkrieg

Dieses Dossier beschäftigt sich mit der Situation in Stormarn während des Zweiten Weltkriegs.