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Stormarn Quereinstieg in Stormarn
Lokales Stormarn Quereinstieg in Stormarn
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20:18 29.07.2016
Bürgermeister Oliver Mesch (l.) und der SPD-Mann Christian Winter.

Die Gemeinde Trittau beteiligt sich finanziell an dem Projekt Questo „Quereinstieg in Stormarn – Männer und Frauen in Kitas“. Das beschlossen die Gemeindevertreter auf ihrer letzten Sitzung vor den Sommerferien. Damit ist der Weg für einen bereits im Erwerbsleben stehenden Erwachsenen frei, sich mit finanzieller Unterstützung zu einem staatlich anerkannten Erzieher ausbilden zu lassen.

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Trittau bietet finanzielle Unterstützung bei Ausbildung zum Erzieher an.

„Der Antrag einer Person für einen Kindergarten liegt vor“, erklärt Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch (parteilos). Jetzt kann diese Person mit der Ausbildung in Trittau beginnen. Projektträger ist der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt Stormarn (Awo), finanziert wird Questo in erster Linie aus Mitteln des Bundesfamilienministeriums sowie des europäischen Sozialfonds für Deutschland. Gleichwohl kommen auf die Gemeinde für die drei Jahre dauernde Ausbildung noch Kosten von etwa 38000 Euro zu. Und genau aus diesem Grund gingen die Meinungen stark auseinander: „Ich bin dagegen, ich finde es nicht in Ordnung, knapp 38000 Euro in die Ausbildung einer Person zu investieren“, erklärte Ute Welter-Agatz (SPD), die sich damit von ihrer Fraktion löste. Sie würde durchaus den Bedarf sehen, qualifiziertes Personal für die Kindertagesstätten zu haben, aber „ich finde, es ist nicht gerechtfertigt, einzelne Personen zu unterstützen.“ Der Fraktionschef der CDU, Jens Hoffmann, stimmte Welter-Agatz zu. Wenn der Projektträger die Awo sei, dann stelle sich ihm die Frage, wo die Person tatsächlich ausgebildet werde, denn „einen Awo-Kindergarten haben wir hier gar nicht. Und ich finanziere doch nicht eine Ausbildung für eine andere Gemeinde“.

Peter Lange, der zum 1. August wieder Fraktionschef der SPD wird und damit Christian Winter ablöst, hält das Questo-Programm für eine gute Sache. „Das ist eine gute Maßnahme. Man kann doch von Arbeitgebern nicht verlangen auszubilden und wir bilden nicht aus, obwohl wir das Personal für unsere Kindertagesstätten brauchen.“ Stephan Burmester (CDU) hielt dagegen. „Wir können als Gemeinde nicht das Arbeitsamt spielen.“ Bei Questo handele es sich um eine klassische Umschulung und dafür sei das Arbeitsamt zuständig. Zumal nicht klar sei, ob die Person nach der Ausbildung auch in einer Trittauer Kita arbeiten würde.

Christian Winter machte klar: „Das ist doch eine gemeindliche Aufgabe. In der Verwaltung haben wir doch auch Azubis, die haben nach ihrer Ausbildung doch auch die freie Wahl, wo sie hingehen wollen.

Wir haben einen Mangel an Erziehern, mit diesem Projekt können wir dem Mangel begegnen“. Michael Amann von der Bürgergemeinschaft für Trittau (BGT) sprach sich ebenfalls für die Beteiligung der Gemeinde an Questo aus. „In der Hoffnung, dass wir diese Person für unsere Kindertagesstätten halten können.“ Damit rannte er bei Bürgermeister Oliver Mesch offene Türen ein. „Der Erziehermarkt ist leer. Wir müssen ein breites gesellschaftliches Bündnis schaffen, um für Nachwuchs zu sorgen. Die Gemeinde ist jetzt auf dem Weg. Mit elf Ja- und fünf Neinstimmen sowie drei Enthaltungen wurde Questo jetzt in Trittau auf den Weg gebracht.

Kerstin Kuhlmann-Schultz

LN

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