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Stormarn Jetzt richtig gut in „Stadt, Land, Fluss“
Lokales Stormarn Jetzt richtig gut in „Stadt, Land, Fluss“
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14:31 30.11.2018
Einen Zeltplatz für die Nacht zu finden, war viel einfacher als anfangs angenommen, stellten Jakob (links) und Felix sehr schnell fest. Quelle: Sandra Freundt
Bad Oldesloe

„Wir sind jetzt richtig gut in „Stadt, Land, Fluss“ schmunzeln die beiden Oldesloer. Kein Wunder –waren Felix und Jakob doch knapp 7000 km quer durch Europa geradelt und haben dabei so einiges gesehen. Nach fünf Monaten sind sie jetzt wieder in der Heimat angekommen.

Mit dem Rad unterwegs

Im Juli begann die Rundtour der frischgebackenen Abiturienten. „Zunächst war sechs Tage strammes Radeln angesagt, da wir in Galtür (Österreich) mit Verwandten zum Wandern verabredet waren und dazu natürlich rechtzeitig am Treffpunkt sein mussten“, beschreibt Felix den ersten Teil der Reise, auf der auch schon mal 160 km am Tag absolviert worden sind. Sportlich ging es weiter, denn in Galtür wurden die Räder eingeschlossen und es ging per pedes auf eine zehntägige Hüttentour. Anschließend wurde es etwas entspannter, „nur noch“ 80 bis 90 km wurden täglich geradelt.

Andere Länder, andere Sitten

„Es war schon sehr beeindruckend, andere Länder, Leute und Sitten kennenzulernen“, haben die beiden festgestellt. Eins der Highlights war natürlich die geführte Tour zum Stromboli, dem Vulkan, der alle zehn Minuten ausbricht. „Die Lava hat im Dunkeln geleuchtet, das war sehr faszinierend !“ Auch dem Vesuv in Neapel, den Ruinen von Pompeji und dem Louvre in Paris statteten Felix und Jakob einen Besuch ab. „Und in London haben wir uns alle Sehenswürdigkeiten noch mal angesehen, die wir zuvor schon einmal auf Klassenfahrt besichtigt hatten“, berichtet Jakob. Spannend waren aber vor allem die Begegnungen mit den Menschen. „In der Schweiz hatten wir unser Zelt auf einer Wiese gerade aufgestellt, als der Besitzer der Wiese kam und meinte, dass wir dort nicht zelten können. Wir waren ganz frustriert, weil wir nun im Dunkeln alles abbauen sollten und einen neuen Platz suchen mussten, da kam er zurück, erklärte, wir könnten auf seinem Hof zelten und half uns beim Umzug. Morgens bekamen wir dann sogar noch Frühstück“, erzählt Felix von einer Begebenheit. Überhaupt waren die Menschen allgemein freundlich, boten den beiden jungen Männern stets einen Platz für ihr Zelt an und luden sie am nächsten Morgen oftmals noch auf Kaffee und Brötchen ein. In Florenz trafen die beiden auf vier Mallorcaner, die auf Interrailtour waren. „Diese haben wir dann witzigerweise in Rom und auch noch in Barcelona zufällig wieder getroffen, so dass da jetzt eine Freundschaft entstanden ist“, so Jakob. In Italien – wo tatsächlich kaum ein Einheimischer englisch spricht – schlossen die beiden dann Bekanntschaft mit zwei Syltern, die ebenfalls auf Radtour waren.

Radweg ist nicht gleich Radweg

Spannend war es, die unterschiedlich ausgebauten Radwege kennenzulernen. „Die besten sind eindeutig in Holland, zudem sind diese dort auch überwiegend eben“, sind sich Felix und Jakob einig. In Süditalien dagegen mussten die beiden dagegen streckenweise auf Straßen fahren, die Autobahn-ähnlichen Charakter hatten. „Das war schon etwas unheimlich.“ Befremdlich auch, dass einige Radwege sogar Treppen beinhalteten. „Da blieb uns nichts anderes übrig, als das Rad zu schultern.“

Die Reise barg natürlich nicht nur tolle Erlebnisse, auch das Flicken der Räder, das Zeltaufbauen im Regen und kleine Streitereien gehörten zum Alltag dieser Tour dazu. „Wert war sie es aber auf jeden Fall. Mit dem Rad sieht man auch vielmehr kleine Dinge und Orte, die einem sonst oftmals verborgen bleiben“, können Felix und Jakob solch eine Reise nur empfehlen. „Allerdings sollte man schon über die Sommermonate starten“, betonen sie. Die Sehnsucht nach Hause wurde nämlich Ende Oktober / Anfang November übermächtig, als sie mehrere Nächte bei Bodenfrost im Zelt ausharren mussten. „Da hat es dann gereicht“, waren sie sich einig und fuhren die letzten Kilometer noch im Dunkeln nach Hause, um sich eine weitere eine Zeltnacht zu ersparen.

Wieder zu Hause

In der Heimat wurden sie von ihren Familien mit großem Hallo und gutem Essen empfangen. „Daneben haben wir vor allem fließend Wasser vermisst, was wir jetzt vielmehr zu schätzen wissen.“ Der Alltag hat Felix und Jakob jetzt wieder und beide streben nun eine Ausbildung zum Rettungssanitäter an. Ein weiterer Urlaub ist erst für nächstes Jahr geplant – dann aber mit den Familien und erstmal ohne Rad.

Tourdaten

Knapp fünf Monate waren Felix und Jakob unterwegs, haben dabei um die 7000 km zurückgelegt, davon 6958 allein auf dem Fahrrad. Halt gemacht wurde dabei in Galtür (Hüttenwanderung), Venedig, Florenz, Pisa, Rom, Neapel, Pompeji, Milazzo, Palermo. Mit der Fähre ging es rüber nach Sardinien. Weitere Stationen waren Barcelona mit einer Woche Aufenthalt, Lyon, Basel, Zürich, Offenburg, Paris, Brighton, London, Brüssel, bevor der Weg über Amsterdam und Bremen wieder gen Heimat führte. Mehr zu der Tour gibt es unter youtube.jaklix.eu SF

Sandra Freundt

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