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Stormarn Raser machen die Pferde scheu
Lokales Stormarn Raser machen die Pferde scheu
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18:29 11.06.2016
Levke Hinz (r.) und Stella Müller in Schulenburg, wo eigentlich nur 60 Stundenkilometer gefahren werden darf. Quelle: Fotos: Dorothea von Dahlen/archiv

„Wenn hier ein Blitzgerät stünde, könnten Tausende von Euros eingenommen werden“, sagt Levke Hinz und schaut wieder einem vorbeirasenden Auto hinterher. Die Temposünder sind ihr und ihrer Freundin Stella Müller ein Dorn im Auge. Wenn die beiden Reiterinnen mit ihren Pferden unterwegs sind, passiert es immer wieder, dass sie von rücksichtslosen Kraftfahrern geschnitten und in Gefahr gebracht werden. Einige sausen mit 100 Sachen über die Pölitzer Straße in Schulenburg, obwohl die Geschwindigkeit dort auf 60 Stundenkilometer begrenzt ist.

„Im Amts- ausschuss haben wir überlegt, ob wir eine Anzeigetafel anschaffen.“ Martin Beck, Bürgermeister Pölitz

„Unsere Pferde bewegen sich sicher im Verkehr, darauf haben wir bei der Ausbildung großen Wert gelegt. Dennoch sind es Tiere, die sich auch mal erschrecken“, sagt Levke Hinz. So könne ein Pferd bis zu drei Meter zur Seite springen bei lauten Geräuschen oder plötzlich aus dem Gebüsch auffliegenden Vögeln. Aus diesem Grunde sei es unverantwortlich, dass knatternde Motorräder oft ganz dicht an den Pferden vorbeirasen oder die Fahrer ihre Maschinen extra aufheulen lassen, wenn sie eine Weile mit dem Überholen warten mussten, bis der Gegenverkehr vorbeigezogen ist. „Das Schlimmste, was ich erlebt habe, war, dass uns zwei Autos entgegenkamen, die sich überholten, während von hinten jemand ganz dicht auffuhr. Die Bässe im Auto waren bis zum Anschlag aufgedreht, der Fahrer hatte eine Zigarette lässig im Mundwinkel“, erzählt Levke Hinz. Erst kürzlich sei ja auch ein Motorradfahrer zwischen Pölitz und Barkhorst ums Leben gekommen.

Extrem heikel sei auch die Allee Richtung Schmachthagen, auf der es keinerlei Ausweichmöglichkeiten gebe. „Auch dort fahren die Leute, als wäre der Teufel hinter ihnen her. Das verstehe ich nicht, denn die Fahrbahn ist mit Schlaglöchern und Asphaltflicken übersäht. Außerdem ist sie zu den Seiten hin extrem abschüssig, dass man eigentlich gar nicht rasen kann“, fügt sie hinzu. Alternativen zum Ausritt an der Straße haben die beiden Reiterinnen nicht. „Die Gegend ist zwar sehr waldig und grün, aber Reitwege gibt es hier nicht“, sagt Stella Müller.

Eine große Hilfe wäre es nach Aussagen der Reiterinnen, wenn wenigstens der Seitenstreifen an der Landstraße gemäht würde. „Wir können nicht darauf ausweichen. Die Straßenränder sind so überwuchert, dass die Pferde nicht sehen, worauf sie treten. Manchmal liegen spitze Steinbrocken oder sogar zerbrochene Flaschen unter dem Gras, so dass sich unsere Pferde gefährlich verletzen können“, erzählt Levke Hinz.

Für die Mäharbeiten sei die Straßenmeisterei Bargteheide zuständig, erklärt Pölitz’ Bürgermeister Martin Beck. Dass das Gras an den Straßenrändern so hoch stehe und so spät im Jahr gestutzt werde, gehe an vielen Stellen rund um die Gemeinde Pölitz zu Lasten der Sicherheit. Die Straßen seien dadurch oftmals gar nicht mehr eingesehbar. „Im Amtsausschuss haben wir schon überlegt, ob wir eine gemeinsame Anzeigetafel anschaffen“, sagte Beck, auf die Raserei in Schulenburg angesprochen. Auf diese Weise könne Auto- und Motorradfahrerern signalisiert werden, wie schnell sie aktuell sind. Wenn die Polizei blitze, bringe das meist nicht viel, da sich die Kraftfahrer heutzutage gegenseitig über eine App vorwarnten und den Beamten somit kaum ein Raser ins Netz gehe.

Dorothea von Dahlen

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