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Stormarn Raumnot durch DaZ-Klassen an Beruflichen Schulen
Lokales Stormarn Raumnot durch DaZ-Klassen an Beruflichen Schulen
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20:21 03.02.2016

Es wird immer enger an den Beruflichen Schulen im Kreis Stormarn: Allein in Bad Oldesloe wird kommende Woche die siebte DaZ-Klasse eingerichtet.

Das sind Klassen für junge Flüchtlinge, die dort Deutsch als Zweitsprache lernen und auf einen Schulabschluss vorbereitet werden. Noch vor Ostern, so Schulleiter Rüdiger Hildebrandt, werde mit Sicherheit die achte Klasse an den Start gehen. Das führt an der Schule am Schanzenbarg zu erheblichen Raumproblemen.

Erst recht, wenn nach den Sommerferien gleich drei neue Berufsschulklassen an den Start gehen: „Wir haben dann zwei neue Erzieherklassen und beginnen die Ausbildung zum staatlich geprüften Pflegeassistenten und sind dann am Rande unserer Leistungsfähigkeit.“ Hildebrandt setzt deshalb erst einmal auf eine Übergangslösung mit Containerklassen und hofft, dass der Kreis, als Träger der Beruflichen Schulen, die Mittel dafür bereit stellt. Zudem erklärt er, dass die Schule sich bemüht, mehr Unterricht auch in den Nachmittag zu verlegen, um auch den kommenden Anforderungen gerecht zu werden. Zurzeit gibt es schon 120 Flüchtlinge in den Oldesloer DaZ-Klassen. Wesentlich mehr, als im Herbst vergangenen Jahres erwartet worden waren. „Der Großteil“, so der stellvertretende Schulleiter Kai Aagardt, „stammt aus Afghanistan“. Und es gebe wenige junge Frauen unter den Schülern.

Eine richtungsweisende Entscheidung für Bad Oldesloe könnte es am Mittwoch, 24. Februar, geben, wenn die Mitglieder sowohl des Schul- als auch des Wirtschaftsausschusses des Kreises zu einer gemeinsamen Sitzung zusammenkommen. „Meine Wunschvorstellung ist eine schnelle Lösung“, erklärt die Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses, Sigrid Kuhlwein (SPD). Und plädiert erst einmal für eine Finanzierung der gewünschten Containerlösung. „Es besteht dringender Handlungsbedarf, es muss etwas gemacht werden. Das Problem ist wohl, dass einige kein Geld ausgeben wollen“, vermutet die Politikerin.

Auch an der Beruflichen Schule in Ahrensburg herrscht Raumnot, drei Klassen für insgesamt 60 Flüchtlinge wurden bereits eingerichtet, so Schulleiter Joachim Steußloff, weitere sollen folgen. „Wir brauchen diesen Sommer eine Lösung“, unterstreicht er. „Wir sind vom Ministerium aufgefordert worden, die Flüchtlinge auch einfach so aufzunehmen“, unterstreicht Steußloff. „Eine Aufgabe, die uns ganz schön strapaziert und nicht planbar ist.“ Übergangsweise, aber zum Bedauern des Schulleiters, sei die Schule dabei, an Nachmittagslösungen zu arbeiten. Um die Flüchtlinge jedoch richtig zu integrieren, würde die Schule den Unterricht aber lieber am Vormittag anbieten. „Ich kann den Kreis ja zu nichts zwingen, aber jeder Raum, den wir zusätzlich zum genehmigten Raumprogramm bekommen, ist ein guter Raum.“

Die Sitzung der beiden Ausschüsse ist am 24. Februar um 18 Uhr in Raum F 22 der Kreisverwaltung.

Deutsch auch zu Hause

Fast jedes zweites Migrantenkind in Schleswig-Holstein, das eine Kindertageseinrichtung besucht, spricht zu Hause in der eigenen Familie vorrangig deutsch. Das Statistikamt Nord hat jetzt ermittelt, dass im Kreis Stormarn in 55,9 Prozent der Migrantenfamilien deutsch gesprochen wird. Landesweit haben 19 Prozent der Kita-Kinder einen Migrationshintergrund, das sind 19921 Jungen und Mädchen.

K. Kuhlmann-Schultz
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